Category : Ausrüstung

42nd Berlin Marathon

DER GLÄSERNE LÄUFER

Lauf-Apps, Tracking-Bänder, Waagen – das Angebot an technischen Hilfsmitteln für Sportbegeisterte und Läufer nimmt immer mehr zu. Neben vielen positiven Aspekten birgt die neueste Technik aber auch Risiken.

Text: Kea Müttel

Viele Läufer kennen das. Schon seit Jahren. Man sucht einen neuen Laufschuh, geht in den Fachhandel seines Vertrauens und wird hoffentlich kompetent und ausführlich beraten. Das heißt: Laufschuhe an, rauf auf das Laufband und loslaufen. Der Ablauf wird gefilmt und anschließend am Bildschirm analysiert. Eine Kontrolle des Laufstils – mit medialer Unterstützung. Das einfache Ziel: der perfekt passende Schuh.

Das war lange Zeit aber auch die einzige mediale Beschäftigung mit dem eigenen Laufstil. Häu- fig hieß es einfach: Rein in die Schuhe und los geht’s! Doch auch der womöglich am einfachsten umzusetzende Sport der Welt, das Laufen, ist im digitalen Zeitalter angekommen. Das erste kabellose Herzfrequenzgerät wurde zwar bereits 1983 erfunden, aber erst im vergangenen Jahrzehnt sind die Pulsuhren beim Laufen – auch wegen des sinkenden Preises – immer mehr in Mode gekommen. Am Anfang konnten sie vor allem eines: die Herzfrequenz messen.

Inzwischen aber sind fast alle von ihnen zu viel mehr fähig. Viele sind GPS-tauglich, können also die gelaufene Strecke, Zwischenzeiten und Tempoverläufe messen. Außerdem können einige zum Beispiel auch Schrittfrequenz, Schrittlänge und eine Berechnung des Kalo- rienverbrauchs angeben. Gerade aktuell sind auch die „intelligenten“ Schuhe. Hier werden Daten wie Muskelmüdigkeit und das Aufsetzen des Fußes verarbeitet. Dies wird in diesen Jahr die Statistik und Datenflut, mit der sich Läufer beschäftigen können, auf ein nächstes Level heben. Mit all diesen zusätzlichen Informationen können die Läufer ihre Trainingseinheiten komplett durchplanen und hinterher am Computer noch einmal anschauen und überwachen. Es ist bei verschiedenen Programmen auch möglich, die Messergebnisse in soziale Netzwerke zu stellen oder die Freunde, was die Daten angeht, quasi live am Bildschirm zuschauen zu lassen.

„Bei einigen Programmen hilft ein virtueller Self-Tracking-Trainer oder der Beifall von Freunden, die die Trainingseinheit in den sozi- alen Netzwerken verfolgen können“, schreibt auch die Bewegungs- und Sportexpertin Simone Rohkohl von der DAK-Gesundheit auf der firmeneigenen Homepage. „Wer will, kann seine Daten freiwillig im Internet hochladen und sich mit anderen Sportlern austauschen. Auch für Leistungssportler, die sich in Wettkämpfen messen, sind die digitalen Messgeräte eine sinnvolle Trainingshilfe. Sie sorgen für ein ständiges Update des Leistungsstandes und bei Bedarf für Wettkampfcharakter.“

FITNESSTRACKER

Neben den Pulsuhren gibt es auch noch die sogenannten Fitnesstracker, die in der Regel nicht nur beim Laufen, sondern auch während des normalen Tagesablaufes getragen werden. Diese messen die Bewegungsabläufe des Tages und können sogar den Schlaf überwachen. Mit diesen Trackern wird also quasi der komplette Tag überwacht. Alles wird notiert, gespeichert und kann anschließend abgerufen werden. Diese Fitnessarmbänder sind deutlich preiswerter als Pulsuhren und sollen immer wieder zum Sport ermutigen. Genauso gibt es diverse Apps, die ebenfalls die Schritte zählen und das Training dokumentieren können. „Ich persönlich finde es absolut schade, weil ich der Meinung bin, dass man wieder dahin kommen sollte zu lernen, auf die eigenen Körpersignale zu hören und diese auch richtig zu deuten“, sagt aktiv Laufen-Experte Dr. Stefan Graf dazu und ergänzt: „Das geht ja mit diesen Apps völlig verloren. Ich wundere mich immer: Sonst möchte sich keiner bevormunden lassen, aber da will jetzt jeder die Verantwortung abgeben und achtet gar nicht mehr darauf, wie er sich dabei fühlt.“

Aber nicht nur die geminderte Selbstwahrneh- mung ist ein Kritikpunkt, der oft genannt wird. Forscher der Iowa State University kamen in einer Studie, die im Fachjournal Medicine & Science in Sports & Exercise veröffentlicht wurde, zum Beispiel auch zu dem Ergebnis, dass die Geräte häufig nicht wirklich genau messen.

Dieser Kritik sieht sich auch das Unternehmen Fitbit ausgesetzt. „Kontinuierliche, automatische Aufzeichnung der Herzfrequenz direkt an deinem Handgelenk – nur mit Fitbit.“ lautet der Werbeslogan des Unternehmens für die „Pure Pulse“-Technologie. Doch in den USA wurde Anfang des Jahres sogar eine Sammelklage eingereicht. Auch hier der Vorwurf: Die Herzfrequenzmessungen sollen zu ungenau sein.

KRANKENKASSEN BEZUSCHUSSEN

Das bedeutet, die Fitnesstracker speichern unglaublich viele Informationen und haben diverse Programmiermöglichkeiten, sind aber oft nicht fehlerfrei. Trotzdem haben sich auch einige Krankenkassen dazu entschlossen, die Fitnesstracker finanziell zu fördern. Doch auch hier gibt es kritische Stimmen.

„Immer mehr Krankenkassen zeigen Interesse am Einsatz derartiger Anwendungen. Allen Anwendern, die Fitness-Apps freiwillig her- unterladen, rate ich, nicht unbedacht mit ihren sensiblen Gesundheitsdaten umzugehen und die kurzfristigen finanziellen Vorteile, welche die Datenoffenbarung vielleicht mit sich bringt, gegen die langfristigen Gefahren abzuwägen“, mahnte schon im Juli 2015 die Bundesbeauftragte für den Datenschutz und die Informationsfreiheit, Andrea Voßhoff. Auch in Bezug auf die Datensicherheit sind bei vielen Bändern bereits Mängel nachgewiesen worden.

Doch die digitalen Hilfsmittel können nicht nur das Trainingsverhalten der Läufer überwachen und speichern – sie beherrschen noch einiges mehr. Inzwischen sind auch „Fitness-Apps“ auf dem Markt, die nicht nur helfen sollen, sich für den Sport zu motivieren und die Leis- tung zu analysieren, sondern auch vielfältig zu trainieren. Diese Apps haben Anleitungen für Stabilisationsübungen, Stretchübungen, Kraftübungen oder gleich mehrere hundert verschiedene Workouts. Wichtig hierbei: Die Nutzer und Nutzerinnen müssen in der Lage sein, die Übungen richtig auszuführen. Gerade bei Kraft- und Stabilisationsübungen können sonst Fehlbelastungen auftreten, und dann sind Verletzungen vorprogrammiert.

Ebenfalls nach dem Sport sehr beliebt sind hochtechnisierte Waagen, die mit persönlichen Auswertungsportalen verbunden sind und so eine genaue Analyse ermöglichen.

Es gibt also die unterschiedlichsten Möglich- keiten, seine Leistungsfähigkeit, sein Bewe- gungsverhalten oder einfach den Körper zu überwachen: mit einer Pulsuhr, einem Fitnessarmband, mit Apps auf dem Handy oder auch mittels einer Waage. Für viele Leistungssportler bieten die Programme eine gute Ergänzung zum eigenen Training, und für Sportmuffel oder Sporteinsteiger können die Self-Tracking-Angebote sogar eine Motivationshilfe sein. Aber nur, wenn sie richtig genutzt werden. Auch ist es wichtig, sich vor dem Start ausführlich mit den Möglichkeiten zu beschäftigen: „Was möchte ich überwachen, warum möchte ich es überwachen und was ist mein Ziel?“

Und obwohl die verschiedenen Geräte zum Beispiel auch die Herzfrequenz messen können, sollten sie nicht mit medizinischen Messapparaten gleichgesetzt werden – dafür sind sie viel zu ungenau.

Das Durchchecken beim Arzt können und sollen sie also definitiv nicht ersetzen. Und sie sollen auch keine Fremdbestimmung des Körpers bewirken. Das Körpergefühl sollte nicht abhanden kommen, sondern durch sie im besten Fall unterstützt werden. Denn am Ende sagt uns immer noch der eigene Körper am besten, was ihm guttut!

Interview

Mit welcher Motivation greifen Läufer auf Fitnesstracker zurück, und wofür können diese hauptsächlich von Nutzen sein? aktivLaufen sprach darüber mit dem Experten Dr. Ingo Froböse.

Dr. Ingo Froböse, der Markt für Fitnesstracker scheint immer weiter zu wachsen. Warum wollen so viele Läuferinnen und Läufer denn überhaupt so viel von sich wissen?

Ich glaube, dass das sehr ambivalent ist. Einerseits wollen sie von sich etwas wissen. Das sind meistens die richtig guten Läufer, die so ein bisschen ihre Trainingserfolge und die Trainingsdosierung dokumentieren wollen und das für sich selbst machen. Und dann gibt es die großen Gruppen der ambitionierten Läufer, nicht der Spitzenläufer, die posen und ihre Leistung auf den Plattformen darstellen wollen. Es wird ja jede einzelne Trainingseinheit dokumentiert, was Spitzensportler niemals machen würden.

Die Tracker sollen ja ihren Trägern helfen, gesünder zu leben und sich mehr zu bewegen. Glauben Sie denn, dass wir eine gesündere Gesellschaft hätten, wenn jeder so ein Tracking-Bändchen tragen würde?

Nein, ich glaube das wäre viel zu einfach. Bei den Men- schen, die einen gewissen Motivationseinstieg brauchen, könnte das bei sehr technikaffinen Personen erst mal hilf- reich sein. Vor allen Dingen erfährt man mal, wie wenig man doch tut. Und zum zweiten wird man so ein bisschen darauf geeicht zu erkennen, wo das eigene Niveau liegt. Aber dadurch eine Verhaltensänderung zu erwarten oder daraus sogar langfristig eine Lebensstilveränderung herbeizuführen, ist Utopie. Nicht durch eine größere Anzahl von Trackern werden immer mehr Menschen aktiv werden, ganz im Gegenteil sogar. Ich habe große Sorge, dass die Menschen dadurch ihr Körperbewusstsein, ihre eigenen Bedürfnisse, komplett negieren und verlieren.

Die Verhaltensweisen können sich also nicht durch Tracker ändern, aber können diese denn mithelfen?

Die helfen sicherlich schon, indem sie erst einmal den Men- schen einen Spiegel vorhalten. Die meisten Leute behaupten immer, gerade was körperliche Aktivität betrifft, dass sie sportlich sind. Ich glaube, hier bekommt man dann so eine gewisse Neutralität, die einem zeigt, wo man steht. Und zum zweiten ist es schön, wenn ich als Anfänger erkenne, ob etwas sich verändert und was sich verändert hat. Zum Beispiel, dass man schon ein bisschen länger oder schneller laufen kann oder dass sich die Herzfrequenz reduziert und angepasst hat.

Laufschuhtrends

Maximaler Komfort – Laufschuhtrends 2016

Hat Natural Running wirklich ausgedient? Auf welche Entwicklungen können sich Läufer in diesem Jahr einstellen? aktivLaufen hat sich in der Branche umgehört und die ersten Top-Modelle des Jahres getestet.

TEXT: Ralf Kerkeling

Im Frühjahr eines jeden Laufjahres präsentieren die Hersteller ihre neuesten Laufschuh-Modelle auch für die breite Masse der Freizeitläufer. Dabei wird mächtig die Werbetrommel gerührt und auf die aktuellen High-End- Modelle hingewiesen. Konnte man in den letzten zwei oder drei Jahren keine gravierenden Änderungen in der Entwicklung feststellen, zeigt sich in diesem Jahr eindeutig mehr Fortschritt und eine Ausrichtung zugunsten des Komforts.

Mehr ist mehr

Noch nicht lange ist es her, da tauchte ein Schuh der Laufschuhschmiede Hoka One One aus Frankreich auf dem Markt auf, erfreute sich zunächst großer Beliebtheit bei den Läufern der Kategorie Langdistanz und eroberte still und leise auch den Bereich und die Herzen vieler Marathonläufer. Auch Hersteller wie Tecnica aus Spanien oder Altra aus den USA gingen diesen Trend zur hohen und komfortablen Sohle mit maximaler Dämpfung mit.

Dies zeigt in diesem Jahr erstmals deutlich Wirkung. Der Bereich Natural Running geht merklich zurück. Insgesamt kann ein Trend zu mehr Komfort und Dämpfung beobachtet werden. Neutrallaufschuhe gehen ganz klar auf die Überholspur.

Dabei ist es Herstellern wie Salomon, die beispielsweise mit dem „Sonic Pro“ einen neuen Straßenlaufschuh auf den Markt bringen, wichtig, dass neben einer optimalen Dämpfung das Gewicht des Schuhs möglichst gering gehalten wird. An diesem Punkt sieht auch der Schweizer Hersteller On seinen Weg für das neue Laufjahr. Ein Schuh, der stabil ist, mehr führt, gut gedämpft ist, aber trotzdem superleicht und agil bleibt. Hersteller wie Under Armour, die auf dem deutschen Laufschuhmarkt noch relativ frisch unterwegs sind, sehen den Weg zurück zu den etablierten Laufschuhtypen, sprich: Neutralschuhe, Dämpfungsschuhe und Stabilitätsschuhe. Die Laufschuhe werden dabei allerdings auch immer technischer. Zudem entwickeln die Labore der Laufschuh- Industrie ständig neue Materialien, um Komfort und Wettkampftauglichkeit miteinander zu verbinden. Die Schuhe nehmen Themen wie Biomechanik und Orthopädie vermehrt auf und integrieren diese beim Design und dem Einsatz relevanter neuer Materialien.

Auch die „Big Player“ der Branche werden mit neuen Modellen aufwarten. Asics setzte mit dem „MetaRun“ bereits Ende 2015 ein deutliches Zeichen im High-End-Bereich und wird mit der kommenden „FuseX“-Serie seinen Neutralschuh-Bereich ausbauen. Der amerikanische Hersteller Brooks hat sich dazu entschlossen, seine Laufschuhe in neue Kategorien einzuteilen. Damit kommen sie den Käufern entgegen, zu kompliziert erschien das Einstufungssystem. Bei der neuen Einsortierung stellt Brooks das Laufgefühl und das Zusammenspiel zwischen Körper (Fuß und Knie) und Technik in den Vordergrund.

Schuh-Spezialist Nike möchte mit dem „Free RN“, den wir auch in dieser Ausgabe testen konnten, ein modifiziertes Free-Modell für die längeren Distanzen interessant machen, wartet aber auch noch mit weiteren neuen Modellen auf.

Trail bleibt stark

Der Bereich Trail ist weiterhin wichtig. Ob in der Stadt oder der Natur, das Laufen abseits der normalen, asphaltierten Stadtwege oder ausgewalzten Waldwege hat sich in den letzten Jahren vom Trend hin zum Kult entwickelt. Diesem Umstand tragen die Hersteller auch weiterhin Rechnung.

Apropos Rechnung: Der Läufer als Konsument muss sich in diesem Jahr auf einen höheren Preis beim Einkauf des neuen Lieblingsschuhs einstellen. Waren die Preissteigerungen in den letzten Jahren relativ human, wurde die Preisspirale nahezu einheitlich nach oben geschraubt.

Ende gut, alles gut?

Der Laufsportmarkt wächst weiter. Laufen ist hipp und in der Gesellschaft angekommen. Laufschuhe werden nicht nur beim Wettkampf, sondern auch in der Freizeit vermehrt getragen. In diesem Jahr könnte das Motto aufgrund der Entwicklung zu deutlich mehr Komfort auch heißen: „Zurück in die Zukunft.“ Die Vielfalt der angebotenen Schuhe hat zugenommen. Mit der richtigen Beratung sollte sich aber der richtige Schuh weiterhin finden lassen.

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Richtig pflegen – Aber richtig!

Gerade in dieser Jahreszeit kommt man vom Trainingslauf öfter mal mit dreckigen Laufklamotten zurück. Irgendwann stellt sich die Frage: waschen oder nicht, und wenn ja, wie?

TEXT: Ralf Kerkeling

Sicherlich, Laufkleidung ist über die Jahre viel beständiger geworden. Die heutigen Funktionsfasern haben nicht mehr viel mit denen von vor knapp zehn Jahren zu tun. Leichter und beständiger sind die Fasern und somit auch die Sportbeklei­ dungen geworden. Ein weiteres Plus sind die geruchsärmeren Materialien. Wenn man früher schon nach einem Lauf roch wie ein ganzer Pumakäfig, lässt sich die Hose oder das Shirt inzwischen schon mal ein, zwei Läufe mehr tragen, bevor es in die Wäsche sollte.

Doch einiges gilt es dabei zu beachten, denn schließlich sind die guten Teile nicht gerade billig, und man möchte sie nicht durch unnö­ tiges oder gar falsches Waschen beschädigen. Aber ohne waschen geht es halt auch nicht. Der erste Tipp lautet also: waschen, aber richtig! Und keine Sorge, wenn man es richtig macht, kann und sollte Funktionskleidung auf jeden Fall oft genug gewaschen werden. Wird zu selten gewaschen, verklebt der Schweiß die atmungsaktiven Poren und verschlechtert die Funktion. Zudem können sich unangenehme Gerüche in den Fasern bilden. Einen Verlust der Funktion durch zu häufiges Waschen brauchen Sie nicht zu befürchten.

WASCHMASCHINE ODER HANDWÄSCHE?

Es bleibt festzuhalten: Funktionsbekleidung kann problemlos in der Waschmaschine gewa­ schen werden! Die meisten Wäschestücke mit Funktionsfasern können bei 40 °C gereinigt werden – es gibt aber auch Ausnahmen, wes­ halb immer die eingenähte Waschanleitung beachtet werden sollte. Je nach Textilart kann diese sogar als Kochwäsche bei 60 °C gewaschen und im Trockner getrocknet werden – weshalb sie besonders für Allergiker hervorragend geeignet ist. Wählen Sie bei Maschinenwäsche ein Feinwaschprogramm, den Schonwaschgang oder ein spezielles Programm für Sportwäsche. Für Funktionsbekleidung verwenden Sie am besten spezielle Waschmittel für Sporttextilien. Verzichten Sie ganz auf Weichspüler, da das darin enthaltene Silikon die Poren von Mem­branen und Beschichtungen verstopft und die Atmungsaktivität der Kleidung dadurch verloren geht.

Immer ausreichend nachspülen, um Waschmittelreste gründlich zu entfernen, und nicht oder nur kurz anschleudern. Da Funktionswäsche in der Regel sehr schnell trocknet, sollte der Wäschetrockner nur dann benutzt werden, wenn dies auf dem Pflege­ etikett ausdrücklich erlaubt ist. Im Trockner könnten sich Membranen lösen oder das funktionelle Material durch Hitze beschädigt werden. Besser ist es, wenn Sie die Kleidung zum Trocknen auf den Wäscheständer hän­ gen. In der Nähe der Heizung oder in einem warmen Raum trocknet Funktionskleidung innerhalb von wenigen Minuten. Bestenfalls hängen Sie die Kleidung an der frischen Luft zum Trocknen auf, allerdings sollte hierbei direkte Sonneneinstrahlung vermieden werden.

DIE RICHTIGE PFLEGE VON SPORTKLEIDUNG

UNBEDINGT

Die Waschanleitung der Bekleidung beachten!

VORHER

Oft befinden sich verklebte Waschpulver- reste im Einfüllschacht der Waschmaschine. Reinigen Sie ihn vorher!

KEIN WEICHSPÜLER

Falls man ohne ein Spezialwaschmittel wäscht, empfiehlt sich Feinwaschmittel ohne Weichspülerzusatz. Weichspüler ist „Gift“ für alle Funktionsmaterialien.

2. GANG

Nach dem Waschgang nochmals einen zusätzlichen Spülgang nur mit Wasser laufen lassen.

AUF KEINEN FALL

Bekleidung mit Membranen oder Beschichtungen NICHT schleudern.

SCHUHPFLEGE

Auch die Laufschuhe entwickeln sich in der kalten Jahreszeit an manchen Tagen zu „Krustentierchen“. Zwischen- zeitlich sollte man deshalb zu Wasser und Bürste greifen.

Doch wie pflege ich Laufschuhe

  1. Nicht in die Waschmaschine stecken! Waschpulver schadet unter anderem dem Sohlenkleber.
  2. Innensohle und Schnürsenkel zuerst sauber machen.
  3. Grober Schmutz kann mit einer Nagel- oder Zahnbürste entfernt werden.
  4. Den Schuh kann man in lauwarmem Wasser und mit sanfter Seife durch leicht kreisende Bewegung sauber bekommen. Die Fasern werden ausgespült.
  5. Am besten den Schuh an der Luft trocknen und mit Papier ausstopfen. Nicht an eine Heizung oder Ähnliches stellen. Form und Material des Schuhs sind sonst gefährdet.
Kompressionssocken

LEISTUNGSSTEIGERUNG DANK KOMPRESSION?

Zahlreiche Mythen ranken sich mittlerweile um die Kompressionssocken. Leistungssteigerung und Regeneration in einem – noch während des Wettkampfes, danach, davor…! Die Meinungen der Läufer und Experten gehen stark auseinander. aktivLaufen hat sich die aktuellen Modelle einmal genauer angesehen.

*Der Test befindet sich in der Ausgabe 2/2016

TEXT: Ralf Kerkeling, Daniel Becker

Während der Startaufstellung beim Marathon oder einem Volkslauf habe ich mir den Tick zugelegt, den viele Leute aus der Laufbranche wahr- scheinlich auch nicht von sich weisen können.

Ich schaue auf die Füße der Menschen um mich herum. Welches Schuh-Modell trägt der Läufer neben mir, sind die Schuhe abgelaufen, trägt er oder sie gar die falschen Schu- he … Was das mit Kompressionssocken zu tun hat? Immer häufiger springt einem bei diesen „Streifzügen“ die lange kniestrumpfartige Kompressionssocke ins Auge. Meist in einer Neonfarbe, denn auffällig sein ist in. So werden die „Wadenquetscher“ immer häufiger zum Gesprächsthema vor dem Start – manchmal auch einfach, um die Nervosität wegzureden. Die auftauchenden Fragen sind bei diesem Thema häufig diese: „Tut das nicht weh?“, „Wird man durch die Kompression wirklich schneller?“

Also, was ist dran an der Socke? Ist das alles nur Gerede, welche der kursierenden Eigenschaften ist tatsächlich wahr? Am einfachsten beschreibe ich das mal aus meiner Sicht. Hat man sich einmal für eine dieser Socken entschieden, geht es den meisten „Newbies“ schätzungsweise ähnlich wie mir, als ich das erste Mal mit einem Paar dieser Laufsocken zu kämpfen hatte. Vor dem Kauf hatte ich mich ausgiebigst informiert. Wadenumfang und Fesselumfang wurden im Fachhandel ermittelt. Das alles in Kombination ergibt dann die richtige Sockengröße. Diese ist wichtig, will man nicht mit Schmerzen durch den Wettkampf gehen oder eventuell eine ständig rutschende Socke am Bein hängen haben.

ALLER ANFANG IST SCHWER

Dann die erste Hürde. Wie ziehe ich die Dinger an? Nach einigem Hin und Her saß die Socke schließlich an Bein und Fuß, und siehe da: Angenehm war es! Seitdem laufe ich regelmäßig mit langen Kompressionssocken durch den Wald oder in einem Wettkampf. Ich finde es angenehm, die Beine fühlen sich während des Laufes gut an, und die Socken schützen häufig auch noch gegen Gestrüpp und kaltes Wetter. Und nach dem Lauf geht es meinen Beinen, insbesondere den Waden, besser als ohne.

Im Grunde sind Kompressionssocken, ob zum Laufen oder für den medizinischen Gebrauch, nur im Detail voneinander zu unterscheiden. Bei Laufsocken kann der Sportler zwischen partiellem Druck oder ganzflächigem Druck wählen. Bei medizinischen Socken ist der Druck auf die Venen flächiger. Es gibt zudem die unterschiedlichsten Studien über die Wirksamkeit von Kompressionssocken im Wettkampf und für die Regeneration danach.

An der Deutschen Sporthochschule in Köln stellten Wissenschaft- ler die Leistungssteigerung während eines Wettkampfes in Frage, lobten jedoch die ausgesprochen positiven regenerativen Eigenschaften. Andere Studien belegten, dass bei Läufern mit Kompressionsstrümpfen nach einem Lauf mehr Kraft in den Muskeln zu messen war, sie weniger über Muskelkater klagten und sich schneller wieder frisch fühlten. Hier sind sich die Wissenschaftler größtenteils einig: Die Regeneration wird positiv unterstützt! Ob Kompressionssocken zur Steigerung der Ausdauer und der Kraft letztlich beitragen, kann man immer noch nicht abschließend beurteilen. Das Fazit: Es bleibt eine Frage des Gefühls, ob man sich die Socke zumindest für einen Wettkampf zulegt. Ich persönlich bin überzeugter Langsockenträger!

DARAUF SOLLTEN SIE BEIM KAUF ACHTEN:

ERST MESSEN

Messen Sie Ihren Waden- und Fesselumfang genau., die richtige Größe ist entscheidend für einen angenehmen Tragekomfort und für den gewünschten Effekt.
Es empfiehlt sich ein Besuch im Fachhandel.

SCHUHGRÖSSE

Kompressionssocken sind häufig dünner als normale Laufsocken. Es kann sein, dass die Schuhe in Folge etwas zu groß sind. Die Füße fangen darin an zu „schwimmen“, was sich negativ auf die Laufperformance auswirkt.

Foto: On Running

Warm und komfortabel

Im Winter werden die kurzen Hosen gegen die Longtights getauscht. aktiv Laufen gibt eine Übersicht über die neuesten Modelle – warme Beine garantiert.

Text: Ralf Kerkeling

Die Auswahl an Laufhosen ist schier unübersichtlich geworden. Die Hersteller bieten in jedem Jahr zahlreiche Varianten von der kurzen Hose mit oder ohne Innentight über die Dreivierteltight bis hin zur langen Lauftight an. Jetzt, im Winter, werden die sensiblen Läuferbeine wieder durch lange Tights geschützt. Denn diese bieten Schutz vor Kälte und Nässe. Beim Thema Tights scheiden sich jedoch in jedem Jahr die Modegeister. Für manchen Läufer ist der Griff zur langen Tight ein absolutes No-Go. Zu unästhetisch sei der Anblick, was zumindest bei den männlichen Läufern zutreffen kann. Man wolle doch nicht mit einem Balletttänzer verwechselt werden, hört man die Kritiker dann sagen. Dabei überwiegt der Nutzen einer langen Tight eindeutig, und zur Not zieht man eine kurze Jogginghose über der Tight an – Prob­lem gelöst.

Bequem und gut

Eine Frage, die sich stellt: Lohnt sich der Kauf einer Lauftight? Denn mitunter sind die eng anliegenden Beinkleider doch recht teuer. Die Antwort ist eindeutig Ja! Dabei sind die positiven Eigenschaften für Frauen und Männer gleich zu bewerten. Folgende Kriterien sprechen für den Kauf einer speziell für das Laufen entwickelten Longtight:

  • Atmungsaktive Stoffe schützen den Körper vor Nässe und Wind.
  • Schnell trocknendes Material hilft gegen Auskühlung des Körpers bei starkem Schwitzen.
  • Die eng anliegende Hose unterstützt den Aufwärmprozess
  • Bequem: Dank der extrem dehnbaren und flexiblen Stoffe ist eine hohe Bewegungsfreiheit garantiert.
  • Mesheinsätze fördern die Atmungsakti­vität.

Tights gibt es für jede Jahreszeit. In unserer Übersicht haben wir eine Auswahl für den anstehenden Laufwinter zusammengestellt.  Als Kriterien haben wir versucht, eine größtmögliche Preisspanne zu berücksichtigen. Vom preisgünstigen Modell bis zum Edel-Beinkleid ist alles vertreten. Auch den Sonderfall einer Kompressionstight haben wir berücksichtigt. Kompressionsbekleidung erfreut sich seit mehreren Jahren einer großen Beliebtheit. Beachten sollte man beim Kauf jedoch die genaue Passform. Der Grund: Ist die Hose zu weit, greift der Kompressionseffekt nicht, ist sie zu eng, wird es schnell unbequem. Hilfreich sind hier die verschiedenen Größen- und Gewichtstabellen der Hersteller auf den entsprechenden Internetseiten.
Nachfolgend ein paar Tipps zum Kauf einer Longtight:

  • Vor dem Kauf unbedingt anprobieren!
  • Die Nähte sollten möglichst flach sein. Andernfalls läuft man sich einen „Wolf“.
  • Auf Details achten: Reflektoren erhöhen die Sicherheit, Taschen sind nützlich

Fazit:

Wer warm und bequem durch den Winter laufen möchte, sollte der langen Tight eine Chance geben. Dabei muss nicht zwangsläufig die teuerste Hose die erste Wahl sein.