Category : Test

Taking gels keeps your energy up!

Essenzielle Power – Gels im Praxischeck

Es sind mundgerechte Portionen, kaum mehr als zwei Schluck oder drei Bissen. Aber in ihnen steckt die Energie für viele, viele Kilometer! Schon Wahnsinn, was in die Marschverpflegung für Sportler gepresst wird. Was genau und für wen was wann gut ist und warum, erfahren Sie hier!

Text: Timo Dillenberger

Als vor 30 Jahren in einer privaten Küche in Berkeley/Kalifornien  der  erste Energieriegel zusammengekocht wurde, war man sich dessen späterer Bedeutung und Marktposition sicher nicht bewusst. Der erste „Power Bar“ oder genau „Energize Bar“ war ein Must-have für die damals noch kleine Gemeinde der ambitionierten Ausdauerszene. Wer das gute Stück damals genießen durfte, merkte schnell: Aller Anfang ist schwer. Der einem Kaubonbon ähnliche Block aus ­diversen Zuckervarianten ließ sich so „leicht“ verzehren wie Paniermehl, besonders bei Kälte.

Heute können wir uns nicht nur über eine Vielfalt von Darreichungsformen freuen  – vom flüssigen Shot über Cerealienriegel,  Gebäcke bis hin zum Fruchtgummi und clevere Zusatzstoffe –, die allermeisten Produkte schmecken auch so gut, dass man nicht erst auf den Hungerast wartet, um sie aus der Tasche zu holen. Das ist übrigens einer der wesentlichen Punkte bei der  Energielieferung: der Zeitpunkt der Aufnahme.

Konzentrierte Energie

Allen Produkten gemein ist eine bemerkenswert hohe Konzentration von Energielieferanten, im Allgemeinen kurz-, mittel- und langkettige Zuckermoleküle. Je kürzer, desto weniger muss unsere Verdauung sie aufspalten, ehe sie ins Blut gehen und dann Muskeln, Nerven und Drüsen zur Verfügung stehen. Sie gehen „schnell ins Blut“, wie es in Werbebotschaften heißt. Klingt erst einmal gut, hat aber auch eine recht heftige Reaktion des Insulinspiegels zur Folge. Der regelt den Blutzuckergehalt wiederum herunter, vergleichbar mit der Ebbe nach der Springflut. Zucker- oder Kohlehydratketten aus vielen Bausteinen sickern langsamer, aber kontinuierlicher in den Stoffwechsel ein. Für Sportler heißt das: Brauche ich akut volle Power, weil mich zum Beispiel schon ein Energietief quält, oder steht eine lange Steigung mit hohem, momentanem Energiebedarf bevor, passen Produkte mit vielen Einfachzuckern besser. Beuge ich während eines Marathons oder bei langen Trainingsläufen eher mit dem Riegel oder Gel einem Hungerast vor, empfiehlt sich ein Mix aus allen Kohlehydratgruppen. Wer nach der Aktivität sicherstellen möchte, dass seine Regeneration optimal mit voller Power abläuft, bzw. wer zum Beispiel auf dem Weg zum Training noch schnell was in den Magen braucht, sollte sogar nach Produkten suchen, die hauptsächlich aus komplexen Zuckern bestehen, wie sie in Müsli, Haferflocken oder Cerealien vorkommen.

Aber was ist mit den beiden anderen Energielieferanten des Körpers, den Fetten und Eiweißen? Es gibt tatsächlich  Energiegels auf der Basis von Fetten. Die sind aber für Expeditionen oder Ultrasportler gemacht, die oft Tage für einen Wettkampf oder Trip benötigen. Selbst bei den längsten „Volksläufen“ gehen einem Menschen die Fette im Körper als Brennstoff nicht aus, ganz gleich, ob er oder sie dürr, normal oder proper gebaut ist. Außerdem schmecken Fettprodukte säuerlich,   fast ranzig, die gehen wirklich nur unter  Extrembedingungen. Proteine sind besonders nach Belastung deutlich sinnvoller in Energy-Food, aber weniger als Energielieferant. Da sind Kohlehydrate einfach besser, weil effektiver.

Clevere Zusätze

Aber die Ernährungswissenschaftler der Hersteller packen teils noch mehr praktische Zugaben in ihre Produkte. Mineralhaltige Kombinationen sind eine große Hilfe, wenn viel geschwitzt wird, bedürfen aber automatisch größerer Wasseraufnahme. Manche Vitamine, vor allem der Gruppe B, helfen, die Energie aus dem Riegel oder Gel schneller umzusetzen. L-Carnitin kurbelt den bestehenden Fettstoffwechsel laut Studien minimal an. Koffein und Taurin sollen die Umsatzrate des Stoffwechsels pushen. Das kann in Ermüdungsphasen am Ende oder auch gegen Startapathie helfen. Aber es geht nicht nur um die vielen Stoffe, die zusätzlich in einem solchen Produkt stecken, es geht auch um solche, die nicht darin sind. Ein großer Trend geht derzeit dahin, zumindest Gluten und Lactose aus den Mixturen zu verbannen, wenn nicht sogar komplett vegane Rezepte zu kreieren. Das Klebe-Eiweiß Gluten, das vor allem bei Weizenprodukten eine Rolle spielt, sowie der Milchzucker Lactose belasten je nach individueller Empfindlichkeit die Verdauung fast jedes Erwachsenen mehr oder weniger. Tatsächlich intolerant oder allergisch sind die wenigsten, aber bei harter körperlicher Belastung ist auch unser Magen-Darm-Trakt empfindlicher. Die Chance, dass die  Wegzehrung einem unter Last Probleme bereitet, steigt demnach. Wichtig: Die Produkte grundsätzlich nicht erst im Wettkampf ausprobieren, sondern schon vorher zwei- oder dreimal in erschöpftem Zustand testen. Auch wenn das in den letzten 30 Jahren stark abgenommen hat: Manchmal verursachen die Mixturen Magenprobleme bis zum Durchfall, wenn auch in Einzelfällen.

Zum Test

Wir können hier nicht den gesamten Markt abbilden, denn selbst die uns zum Test angebotenen Produkte hätten das komplette Heft eingenommen. Wir  haben  uns  deshalb auf die Hersteller konzentriert,  die uns wegen  ihrer cleveren Rezepte und gleichbleibenden Qualität  bereits  bekannt waren.  Außerdem  haben wir versucht, ein möglichst breites Abbild zu bieten, denn neben der Liste an Inhalten zählen auch im Sport Geschmack und Textur, und da sind die Vorlieben verschieden.

In unseren Porträts findet man neben einer kurzen, fachlichen Einordnung der Zutatenliste vor allem Hinweise zur Anwendung des Produkts: Sind Verpackung, Verzehr, Kaubarkeit, Geschmack, Textur und Portionsgröße den Anforderungen von Halbmarathon oder Marathon, Adventure- oder Trailrun, Ausdauer- , Krafttraining oder Regeneration angemessen und wann oder wie oft sollte man sie einsetzen? Es gibt also nicht das Produkt, sondern jeweils bessere oder schlechtere Gelegenheiten, und über Geschmack lässt sich ja auch nicht streiten!

Aber warum überhaupt dieses Kunstfutter? Geht es nicht ohne? Antwort: Ja, aber es ist ungleich komplizierter. Der klassische Konkurrent des Riegels ist die Banane. Sie hat den für Langstreckler idealen Mix aus Frucht- und Malzzucker, leider nicht genug. Der durchschnittliche Bedarf an Kohlehydraten pro Stunde beträgt 30 Gramm. Viele Riegel entsprechen dem. Eine gleichschwere Banane  enthält  knapp ein Drittel davon. Auf fünfstündige Trainingsläufe müsste man also entweder vier kleine Riegel mitnehmen oder einen Bund von sieben bis zehn Bananen. In der Redaktion waren eine Zeit lang Waffeln mit Nuss-Nougat-Creme in Riegelform der Renner bei Langstrecken. Leider bieten solche Hausrezepte selten clevere Nährstoffkombis. In diesem Fall erfährt man zwar einen Power­kick durch den Industriezucker, die folgende Insulinreaktion plus die Verlangsamung des Kohlehydratstoffwechsels wegen des hohen Fettgehalts des Brotaufstrichs ließen die Energielevel nach dem ersten Hoch aber rapide abfallen.

Kosten-Nutzen-Faktor

Man kann mit viel Vorwissen und Zeitaufwand in Supermarkt und Küche zu ganz famosem, selbstgemachtem Sportleressen für unterwegs kommen, aber in der Summe rentiert es sich nicht. Unser Tipp: Suchen Sie sich aus dem Sortiment einen bezahlbaren Riegel oder ein ähnliches Produkt mit hohem, langfristigem Sättigungsfaktor aus, das Sie gut vertragen, und halten Sie damit vor und nach dem Training bzw. in Laufpausen den Energielevel oben. Zur Absicherung gegen unerwartete Tiefs und für Wettkämpfe sollte man per Selbstversuch auch sein persönliches Gel finden. Sie sind unter Belastung leichter aufzunehmen, meist auf schnelle Wirkung ausgelegt und erfordern weniger zusätzliche Flüssigkeitsaufnahme.

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MAXIMALER KOMFORT – LAUFSCHUHTRENDS 2016

Hat Natural Running wirklich ausgedient? Auf welche Entwicklungen können sich Läufer in diesem Jahr einstellen? aktivLaufen hat sich in der Branche umgehört und die ersten Top-Modelle des Jahres getestet.

TEXT: Ralf Kerkeling

Im Frühjahr eines jeden Laufjah- res präsentieren die Hersteller ihre neuesten Laufschuh-Modelle auch für die breite Masse der Freizeitläu-

fer. Dabei wird mächtig die Werbetrommel gerührt und auf die aktuellen High-End- Modelle hingewiesen. Konnte man in den letz- ten zwei oder drei Jahren keine gravierenden Änderungen in der Entwicklung feststellen, zeigt sich in diesem Jahr eindeutig mehr Fortschritt und eine Ausrichtung zugunsten des Komforts.

MEHR IST MEHR

Noch nicht lange ist es her, da tauchte ein Schuh der Laufschuhschmiede Hoka One One aus Frankreich auf dem Markt auf, erfreute sich zunächst großer Beliebtheit bei den Läufern der Kategorie Langdistanz und eroberte still und leise auch den Bereich und die Herzen vieler Marathonläufer. Auch Hersteller wie Tecnica aus Spanien oder Altra aus den USA gingen diesen Trend zur hohen und komfortablen Sohle mit maximaler Dämpfung mit.

Dies zeigt in diesem Jahr erstmals deutlich Wirkung. Der Bereich Natural Running geht merklich zurück. Insgesamt kann ein Trend zu mehr Komfort und Dämpfung beobachtet werden. Neutrallaufschuhe gehen ganz klar auf die Überholspur.

Dabei ist es Herstellern wie Salomon, die beispielsweise mit dem „Sonic Pro“ einen neuen Straßenlaufschuh auf den Markt bringen, wichtig, dass neben einer optimalen Dämpfung das Gewicht des Schuhs möglichst gering gehalten wird. An diesem Punkt sieht auch der Schwei- zer Hersteller On seinen Weg für das neue Laufjahr. Ein Schuh, der stabil ist, mehr führt, gut gedämpft ist, aber trotzdem superleicht und agil bleibt. Hersteller wie Under Armour, die auf dem deutschen Laufschuhmarkt noch relativ frisch unterwegs sind, sehen den Weg zurück zu den etablierten Laufschuhtypen, sprich: Neutralschuhe, Dämpfungsschuhe und Stabilitätsschuhe. Die Laufschuhe wer- den dabei allerdings auch immer technischer. Zudem entwickeln die Labore der Laufschuh- Industrie ständig neue Materialien, um Komfort und Wettkampftauglichkeit miteinander zu verbinden. Die Schuhe nehmen Themen wie Biomechanik und Orthopädie vermehrt auf und integrieren diese beim Design und dem Einsatz relevanter neuer Materialien.

Auch die „Big Player“ der Branche werden mit neuen Modellen aufwarten. Asics setzte mit dem „MetaRun“ bereits Ende 2015 ein deutliches Zeichen im High-End-Bereich und wird mit der kommenden „FuseX“-Serie seinen Neutralschuh-Bereich ausbauen. Der amerikanische Hersteller Brooks hat sich dazu entschlossen, seine Laufschuhe in neue Kategorien einzuteilen. Damit kommen sie den Käufern entgegen, zu kompliziert erschien das Einstufungssystem. Bei der neuen Ein- sortierung stellt Brooks das Laufgefühl und das Zusammenspiel zwischen Körper (Fuß und Knie) und Technik in den Vordergrund.

Schuh-Spezialist Nike möchte mit dem „Free RN“, den wir auch in dieser Ausgabe testen konnten, ein modifiziertes Free-Modell für die längeren Distanzen interessant machen, wartet aber auch noch mit weiteren neuen Modellen auf.

TRAIL BLEIBT STARK

Der Bereich Trail ist weiterhin wichtig. Ob in der Stadt oder der Natur, das Laufen abseits der normalen, asphaltierten Stadtwege oder ausgewalzten Waldwege hat sich in den letzten Jahren vom Trend hin zum Kult entwickelt. Diesem Umstand tragen die Hersteller auch weiterhin Rechnung.

Apropos Rechnung: Der Läufer als Konsument muss sich in diesem Jahr auf einen höheren Preis beim Einkauf des neuen Lieblingsschuhs einstellen. Waren die Preissteigerungen in den letzten Jahren relativ human, wurde die Preisspirale nahezu einheitlich nach oben geschraubt.

ENDE GUT, ALLES GUT?

Der Laufsportmarkt wächst weiter. Laufen ist hipp und in der Gesellschaft angekommen. Laufschuhe werden nicht nur beim Wettkampf, sondern auch in der Freizeit vermehrt getragen. In diesem Jahr könnte das Motto aufgrund der Entwicklung zu deutlich mehr Komfort auch heißen: „Zurück in die Zukunft.“ Die Vielfalt der angebotenen Schuhe hat zugenommen. Mit der richtigen Beratung sollte sich aber der richtige Schuh weiterhin finden lassen.

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RICHTIG PFLEGEN – ABER RICHTIG!

Gerade in dieser Jahreszeit kommt man vom Trainingslauf öfter mal mit dreckigen Laufklamotten zurück. Irgendwann stellt sich die Frage: waschen oder nicht, und wenn ja, wie?

TEXT: Ralf Kerkeling

Sicherlich, Laufkleidung ist über die Jahre viel beständiger geworden. Die heutigen Funktionsfasern haben nicht mehr viel mit denen von vor knapp zehn Jahren zu tun. Leichter und beständiger sind die Fasern und somit auch die Sportbeklei­ dungen geworden. Ein weiteres Plus sind die geruchsärmeren Materialien. Wenn man früher schon nach einem Lauf roch wie ein ganzer Pumakäfig, lässt sich die Hose oder das Shirt inzwischen schon mal ein, zwei Läufe mehr tragen, bevor es in die Wäsche sollte.

Doch einiges gilt es dabei zu beachten, denn schließlich sind die guten Teile nicht gerade billig, und man möchte sie nicht durch unnö­ tiges oder gar falsches Waschen beschädigen. Aber ohne waschen geht es halt auch nicht. Der erste Tipp lautet also: waschen, aber richtig! Und keine Sorge, wenn man es richtig macht, kann und sollte Funktionskleidung auf jeden Fall oft genug gewaschen werden. Wird zu selten gewaschen, verklebt der Schweiß die atmungsaktiven Poren und verschlechtert die Funktion. Zudem können sich unangenehme Gerüche in den Fasern bilden. Einen Verlust der Funktion durch zu häufiges Waschen brauchen Sie nicht zu befürchten.

 

WASCHMASCHINE
ODER HANDWÄSCHE?
Es bleibt festzuhalten: Funktionsbekleidung kann problemlos in der Waschmaschine gewa­ schen werden! Die meisten Wäschestücke mit Funktionsfasern können bei 40 °C gereinigt werden – es gibt aber auch Ausnahmen, wes­ halb immer die eingenähte Waschanleitung beachtet werden sollte. Je nach Textilart kann diese sogar als Kochwäsche bei 60 °C gewaschen und im Trockner getrocknet werden – weshalb sie besonders für Allergiker hervorragend geeignet ist. Wählen Sie bei Maschinenwäsche ein Feinwaschprogramm, den Schonwaschgang oder ein spezielles Programm für Sportwäsche. Für Funktionsbekleidung verwenden Sie am besten spezielle Waschmittel für Sporttextilien. Verzichten Sie ganz auf Weichspüler, da das darin enthaltene Silikon die Poren von Mem­branen und Beschichtungen verstopft und die Atmungsaktivität der Kleidung dadurch verloren geht. Immer ausreichend nachspülen, um Waschmittelreste gründlich zu entfernen, und nicht oder nur kurz anschleudern. Da Funktionswäsche in der Regel sehr schnell trocknet, sollte der Wäschetrockner nur dann benutzt werden, wenn dies auf dem Pflege­ etikett ausdrücklich erlaubt ist. Im Trockner könnten sich Membranen lösen oder das funktionelle Material durch Hitze beschädigt werden. Besser ist es, wenn Sie die Kleidung zum Trocknen auf den Wäscheständer hän­ gen. In der Nähe der Heizung oder in einem warmen Raum trocknet Funktionskleidung innerhalb von wenigen Minuten. Bestenfalls hängen Sie die Kleidung an der frischen Luft zum Trocknen auf, allerdings sollte hierbei direkte Sonneneinstrahlung vermieden werden.

DIE RICHTIGE PFLEGE VON SPORTKLEIDUNG

UNBEDINGT

Die Waschanleitung der Bekleidung beachten!

VORHER

Oft befinden sich verklebte Waschpulver- reste im Einfüllschacht der Waschmaschine. Reinigen Sie ihn vorher!

KEIN WEICHSPÜLER

Falls man ohne ein Spezialwaschmittel wäscht, empfiehlt sich Feinwaschmittel ohne Weichspülerzusatz. Weichspüler ist „Gift“ für alle Funktionsmaterialien.

2. GANG

Nach dem Waschgang nochmals einen zusätzlichen Spülgang nur mit Wasser laufen lassen.

AUF KEINEN FALL

Bekleidung mit Membranen oder Beschichtungen NICHT schleudern.

 

SCHUHPFLEGE

Auch die Laufschuhe entwickeln sich in der kalten Jahreszeit an manchen Tagen zu „Krustentierchen“. Zwischen- zeitlich sollte man deshalb zu Wasser und Bürste greifen.

Doch wie pflege ich Laufschuhe?
1. Nicht in die Waschmaschine stecken! Waschpulver schadet unter anderem dem Sohlenkleber.
2. Innensohle und Schnürsenkel zuerst sauber machen.
3. Grober Schmutz kann mit einer Nagel- oder Zahnbürste entfernt werden.
4. Den Schuh kann man in lauwarmem Wasser und mit sanfter Seife durch leicht kreisende Bewegung sauber bekommen. Die Fasern werden ausgespült.
5. Am besten den Schuh an der Luft trocknen und mit Papier ausstopfen. Nicht an eine Heizung oder Ähnliches stellen. Form und Material des Schuhs sind sonst gefährdet.

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LEISTUNGSSTEIGERUNG DANK KOMPRESSION?

Zahlreiche Mythen ranken sich mittlerweile um die Kompressionssocken. Leistungssteigerung und Regeneration in einem – noch während des Wettkampfes, danach, davor…! Die Meinungen der Läufer und Experten gehen stark auseinander. aktivLaufen hat sich die aktuellen Modelle einmal genauer angesehen.

*Der Test befindet sich in der Ausgabe 2/2016

TEXT: Ralf Kerkeling, Daniel Becker

Während der Startaufstellung beim Marathon oder einem Volkslauf habe ich mir den Tick zugelegt, den viele Leute aus der Laufbranche wahr- scheinlich auch nicht von sich weisen können.

Ich schaue auf die Füße der Menschen um mich herum. Welches Schuh-Modell trägt der Läufer neben mir, sind die Schuhe abgelaufen, trägt er oder sie gar die falschen Schu- he … Was das mit Kompressionssocken zu tun hat? Immer häufiger springt einem bei diesen „Streifzügen“ die lange kniestrumpfartige Kompressionssocke ins Auge. Meist in einer Neonfarbe, denn auffällig sein ist in. So werden die „Wadenquetscher“ immer häufiger zum Gesprächsthema vor dem Start – manchmal auch einfach, um die Nervosität wegzureden. Die auftauchenden Fragen sind bei diesem Thema häufig diese: „Tut das nicht weh?“, „Wird man durch die Kompression wirklich schneller?“ Also, was ist dran an der Socke? Ist das alles nur Gerede, welche der kursierenden Eigenschaften ist tatsächlich wahr? Am einfachsten beschreibe ich das mal aus meiner Sicht. Hat man sich einmal für eine dieser Socken entschieden, geht es den meisten „Newbies“ schätzungsweise ähnlich wie mir, als ich das erste Mal mit einem Paar dieser Laufsocken zu kämpfen hatte. Vor dem Kauf hatte ich mich ausgiebigst informiert. Wadenumfang und Fesselumfang wurden im Fachhandel ermittelt. Das alles in Kombination ergibt dann die richtige Sockengröße. Diese ist wichtig, will man nicht mit Schmerzen durch den Wettkampf gehen oder eventuell eine ständig rutschende Socke am Bein hängen haben.

ALLER ANFANG IST SCHWER

Dann die erste Hürde. Wie ziehe ich die Dinger an? Nach einigem Hin und Her saß die Socke schließlich an Bein und Fuß, und siehe da: Angenehm war es! Seitdem laufe ich regelmäßig mit langen Kompressionssocken durch den Wald oder in einem Wettkampf. Ich finde es angenehm, die Beine fühlen sich während des Laufes gut an, und die Socken schützen häufig auch noch gegen Gestrüpp und kaltes Wetter. Und nach dem Lauf geht es meinen Beinen, insbesondere den Waden, besser als ohne.

Im Grunde sind Kompressionssocken, ob zum Laufen oder für den medizinischen Gebrauch, nur im Detail voneinander zu unterscheiden. Bei Laufsocken kann der Sportler zwischen partiellem Druck oder ganzflächigem Druck wählen. Bei medizinischen Socken ist der Druck auf die Venen flächiger. Es gibt zudem die unterschiedlichsten Studien über die Wirksamkeit von Kompressionssocken im Wettkampf und für die Regeneration danach. An der Deutschen Sporthochschule in Köln stellten Wissenschaft- ler die Leistungssteigerung während eines Wettkampfes in Frage, lobten jedoch die ausgesprochen positiven regenerativen Eigenschaften. Andere Studien belegten, dass bei Läufern mit Kompressionsstrümpfen nach einem Lauf mehr Kraft in den Muskeln zu messen war, sie weniger über Muskelkater klagten und sich schneller wieder frisch fühlten. Hier sind sich die Wissenschaftler größtenteils einig: Die Regeneration wird positiv unterstützt! Ob Kompressionssocken zur Steigerung der Ausdauer und der Kraft letztlich beitragen, kann man immer noch nicht abschließend beurteilen. Das Fazit: Es bleibt eine Frage des Gefühls, ob man sich die Socke zumindest für einen Wettkampf zulegt. Ich persönlich bin überzeugter Langsockenträger!

DARAUF SOLLTEN SIE BEIM KAUF ACHTEN:

ERST MESSEN

Messen Sie Ihren Waden- und Fesselumfang genau., die richtige Größe ist entscheidend für einen angenehmen Tragekomfort und für den gewünschten Effekt.
Es empfiehlt sich ein Besuch im Fachhandel.

SCHUHGRÖSSE

Kompressionssocken sind häufig dünner als normale Laufsocken. Es kann sein, dass die Schuhe in Folge etwas zu groß sind. Die Füße fangen darin an zu „schwimmen“, was sich negativ auf die Laufperformance auswirkt.

The forest in autumn at sunset

Der Klassiker für die Übergangszeit

Wenn es um Laufoberbekleidung für den Jahreszeitenwechsel geht, kommt man an Laufwesten nicht vorbei. Denn diese sind deutlich besser als ihr immer noch angekratzter Ruf.

Text: Daniel Becker

Wie oft haben Sie schon draußen gestanden und gedacht: „Das ist aber echtes Übergangswetter heute!“? Besonders häufig ist Ihnen das wahrscheinlich noch nicht passiert. Trotzdem haben Sie sich im Alltag bestimmt schon mal mit „Übergangskleidung“ eingedeckt. Und das aus gutem Grund. Denn letztlich ist es ja so: An den meisten Tagen, an denen Sie nicht wissen, was Sie bei diesem so schwer einzuschätzenden Wetter eigentlich anziehen sollten, liegen Sie am Ende mit der Entscheidung, zur Übergangskleidung zu greifen, meistens gar nicht so falsch – im Alltag, aber auch bei der Suche nach dem passenden Laufoutfit. Der Klassiker dabei sind auch in diesem Jahr die Laufwesten.

Der Mix macht’s

Je nach Temperatur und Windstärke eignet sich die ärmellose Oberbekleidungsvariante sowohl als „Second Layer“ wie auch als „Third Layer“, also als oberste Schicht über Funktionsunterwäsche und einem atmungsaktiven Lang- oder Kurzarmshirt, oder mit nur einer darunter liegenden Schicht, dem „Baselayer“. Nur eines empfiehlt sich nicht: Auf nackter Haut sollten Sie die Weste nicht tragen. Die große Stärke der Laufwesten liegt in dem guten Mix, den sie bieten. Zum einen sorgen sie dafür, dass – vor allem zu Beginn des Laufes – den Rumpf warm gehalten wird, gleichzeitig aber bringen sie auch eine gut funktionierende Atmungsaktivität mit. Die Wärmeabgabe und der Flüssigkeitsaustausch funktionieren zusätzlich über die nicht von der Weste bedeckten Arme und Hände. Je nach Modell sorgen zusätzlich eingearbeitete Mesh-Einsätze – meist am Rücken oder an den Seiten – für eine bessere Durchlüftung. Bei Läufen im Regen sollte man prinzipiell zwar eher auf wasserabweisende Laufjacken zurückgreifen, doch ein trocken angefangener Lauf muss ja nicht zwingend auch trocken zu Ende gebracht werden. Deswegen blicken wir in unserer Übersicht ebenfalls darauf, welche Westen auch im Regen nicht schlappmachen.

Unterschiedliche Schwerpunkte

Neben der Vorzügen der Atmungsaktivität und dem Warmhalte-Effekt punkten die Laufwesten vor allem mit ihrem geringen Gewicht. Dadurch sind sie in der Regel extrem einfach zu verstauen und sollten bei einem längeren Lauftrip im Rucksack auf keinen Fall fehlen. Dennoch sind nicht alle Laufwesten gleich. Die Hersteller setzen bei der Konzeption unterschiedliche Schwerpunkte – herauskommen dabei die unterschiedlichsten Modelle. Daher war es unser Ziel, möglichst alle Facetten in der Marktübersicht darzustellen. Mit dabei sind unter anderem ultraleichte Westen, die sich vor allem für den Einsatz bei nur leichtem Wind perfekt eignen, ebenso wie gut isolierende Westen aus unterschiedlichen Materialien, mit denen Sie auch an kälteren Tagen optimal ausgerüstet sind. Auch der Sicherheitsaspekt kommt nicht zu kurz, denn Westen mit vielen Sichtbarkeitsdetails für Läufe in der Dämmerung sind in der Übersicht ebenfalls vertreten. Auch das Thema Platzangebot findet natürlich Berücksichtigung. Fast alle Modelle sind mit Taschen ausgestattet, die sich mit einem Reißverschluss verschließen lassen. In manche passt ein Schlüssel, in andere ein ganzer Schlüsselbund – und vielleicht sogar noch ein Päckchen Tempos. Manche Westen sind echte Alleskönner, haben dann jedoch auch ihren Preis. Das Angebot ist groß, die Nachfrage nicht unbedingt. Ihren Ruf, ein entbehrliches Teil im Sportfach der Läufer-Kleiderschränke zu sein, haben die Westen noch immer nicht abgelegt. Dabei sind sie so vielseitig einsetzbar: bei Wind an kalten sowie an warmen Tagen das ganze Jahr über. Und natürlich erst recht in der Übergangszeit.

Foto: On Running

Warm und komfortabel

Im Winter werden die kurzen Hosen gegen die Longtights getauscht. aktiv Laufen gibt eine Übersicht über die neuesten Modelle – warme Beine garantiert.

Text: Ralf Kerkeling

Die Auswahl an Laufhosen ist schier unübersichtlich geworden. Die Hersteller bieten in jedem Jahr zahlreiche Varianten von der kurzen Hose mit oder ohne Innentight über die Dreivierteltight bis hin zur langen Lauftight an. Jetzt, im Winter, werden die sensiblen Läuferbeine wieder durch lange Tights geschützt. Denn diese bieten Schutz vor Kälte und Nässe. Beim Thema Tights scheiden sich jedoch in jedem Jahr die Modegeister. Für manchen Läufer ist der Griff zur langen Tight ein absolutes No-Go. Zu unästhetisch sei der Anblick, was zumindest bei den männlichen Läufern zutreffen kann. Man wolle doch nicht mit einem Balletttänzer verwechselt werden, hört man die Kritiker dann sagen. Dabei überwiegt der Nutzen einer langen Tight eindeutig, und zur Not zieht man eine kurze Jogginghose über der Tight an – Prob­lem gelöst.

Bequem und gut

Eine Frage, die sich stellt: Lohnt sich der Kauf einer Lauftight? Denn mitunter sind die eng anliegenden Beinkleider doch recht teuer. Die Antwort ist eindeutig Ja! Dabei sind die positiven Eigenschaften für Frauen und Männer gleich zu bewerten. Folgende Kriterien sprechen für den Kauf einer speziell für das Laufen entwickelten Longtight:
– Atmungsaktive Stoffe schützen den Körper vor Nässe und Wind.
– Schnell trocknendes Material hilft gegen Auskühlung des Körpers bei starkem Schwitzen.
– Die eng anliegende Hose unterstützt den Aufwärmprozess.
– Bequem: Dank der extrem dehnbaren und flexiblen Stoffe ist eine hohe Bewegungsfreiheit garantiert.
– Mesheinsätze fördern die Atmungsakti­vität.
Tights gibt es für jede Jahreszeit. In unserer Übersicht haben wir eine Auswahl für den anstehenden Laufwinter zusammengestellt.  Als Kriterien haben wir versucht, eine größtmögliche Preisspanne zu berücksichtigen. Vom preisgünstigen Modell bis zum Edel-Beinkleid ist alles vertreten. Auch den Sonderfall einer Kompressionstight haben wir berücksichtigt. Kompressionsbekleidung erfreut sich seit mehreren Jahren einer großen Beliebtheit. Beachten sollte man beim Kauf jedoch die genaue Passform. Der Grund: Ist die Hose zu weit, greift der Kompressionseffekt nicht, ist sie zu eng, wird es schnell unbequem. Hilfreich sind hier die verschiedenen Größen- und Gewichtstabellen der Hersteller auf den entsprechenden Internetseiten.
Nachfolgend ein paar Tipps zum Kauf einer Longtight:
– Vor dem Kauf unbedingt anprobieren!
– Die Nähte sollten möglichst flach sein. Andernfalls läuft man sich einen „Wolf“.
– Auf Details achten: Reflektoren erhöhen die Sicherheit, Taschen sind nützlich

Fazit:

Wer warm und bequem durch den Winter laufen möchte, sollte der langen Tight eine Chance geben. Dabei muss nicht zwangsläufig die teuerste Hose die erste Wahl sein.

 

Foto: Craft

Gegen den Wind

Wind! Regen! Kühle! Was leisten die neuen Laufjacken? aktiv Laufen erklärt, welches Modell zu Ihnen passt.

Text: Ralf Kerkeling

Die Hersteller hochwertiger Funktionsbekleidung tüfteln in jedem Jahr an neuen Materialien und ver­suchen, den Produkten wie z. B. Laufjacken das nächste Finetuning mit auf den Weg zu geben. So hören die verwendeten Stoffe der aktuellen Saison auf Namen wie DriFit, CoolFeel, Ripstop oder AirFlow. Was sich dahinter verbirgt? Hochleistungsfasern, die dem entsprechenden Kleidungsstück helfen, Schweiß zu transportieren, ausreichend Luft an den Körper zu lassen, schnell zu trocknen und den Läufer vor Wind und Wetter zu schützen. Und dies alles gepaart mit einer möglichst großen Bewegungsfreiheit.

Guter Wetterschutz

Die neuesten Technologien garantieren Laufspaß bei jedem Wetter. Ausreden, es sei zu kalt oder windig, kann man nicht mehr ohne Weiteres gelten lassen. Sobald Regenschauer und kühlere Winde wieder das Lauftraining begleiten, wird die Jacke zum treuen Begleiter. Der Läufer hat die Qual der Wahl, jedoch nicht jede Jacke eignet sich für jedes Einsatzgebiet. Training oder Wettkampf, Trail in den Bergen – die unterschiedlichen Bedingungen ver­lan­gen jeweils unterschiedliches Material. Man sollte sich also vor dem Kauf einer Jacke damit beschäftigen, wofür diese benötigt wird. Für einen Trainingslauf empfiehlt sich das Tragen einer leichten Jacke, die Schauer abhält und gegen Wind schützt. Es gilt auch hier das Zwiebelprinzip. Unter der leichten Jacke kann man sich mit weiteren Lagen behelfen – die Anzahl und Art sollte der Außentemperatur angepasst werden. Wichtig: Die gewählten Be­kleidungsschichten sollten funktional auf das Training ausgerichtet sein. Wer sich für ein Baumwollshirt als First Layer entscheidet und eine Funktionsjacke darüber anzieht, braucht sich am Ende nicht darüber zu wundern, dass die Hochleistungsfaser in diesem Fall versagt. Es gilt also, schlau zu schichten. Nur dann können die High-End-Stoffe ihre volle Funktionsfähigkeit entwickeln. Eine gute Ventilation und Schweißabsorption sind sehr wichtig. Unterstützend wirken hierbei Mesh-Einsätze und Luftschlitze unter den Armen und an der Rückseite. Denn im Gegensatz zu gut durchbluteten Körperteilen wie den Beinen kühlt der Oberkörper schnell aus. Dabei sollte die Jacke zwar körperbetont geschnitten sein, um den Bewegungsablauf nicht zu beeinträchtigen, jedoch auch ausreichend Platz bieten. So kann ein Luftwärmepolster aufgebaut werden. Darauf sollten Sie beim Kauf achten:
• Einsatzbereich: Für welchen Zweck wird die Jacke benötigt?
• Unbedingt anprobieren!  Als Läufer braucht man viel Bewegungsfreiheit.
• Luftschlitze und Mesh-Einsätze sind wichtig für eine optimale Atmungsaktivität.
• Auf die Sicherheit achten: In der Dämmerung helfen Reflektoren.

Fazit:

Die Zeiten, in denen Läufer als unmodische Nerds durch die Gegend laufen mussten, sind Gott sei Dank vorbei. Neben einer angenehmen Optik bieten die Laufjacken der anstehenden Herbstsaison eine tolle Funktionalität. Die Hersteller haben weiter an dem Punkt Leichtigkeit und Atmungsaktivität gearbeitet, herausgekommen sind luftige Begleiter für jedes Wetter. Die Bandbreite an Jacken ist größer geworden. So gibt es für jedes Einsatzgebiet eine ausreichende Auswahl. Jetzt gilt es, sich für eine Jacke zu entscheiden. Viel Spaß beim Aussuchen und Laufen!