Blog

PRO und CONTRA Thema Marathon-Norm: Sollen die Läufer, die die Norm knapp verpasst haben, trotzdem bei Olympia starten dürfen?

Mit Philipp Pflieger und Lisa Hahner haben zwei hoffnungsvolle deutsche Marathon-Läufer die von DOSB und DLV vorgegebene Norm knapp verpasst. So knapp, dass viele Fans denken: Einen Start in Rio hätten sie verdient. Sollten die Verbände endgültig so strikt an der eigenen Norm festhalten, wäre das ein großer Fehler. Marathon-Läufer haben höchstens zwei Chancen in einer olympischen Saison, die Norm zu unterbieten. Sollten die wenigen Sekunden, die diesen Läufern fehlen, einen Start in Rio tatsächlich verhindern, wäre das keine Entscheidung im Sinne des Sports. Daher: Mehr Flexibilität, bitte! (Ralf Kerkeling)

Natürlich würde ich gerne so viele Marathon-Läufer wie möglich in Rio sehen und denke, dass ein Start den jungen Athleten einen ordentlichen Schub geben würde. Dennoch kann ich nachvollziehen, warum DLV und DOSB nur Athleten nach Rio fliegen lassen wollen, die die Norm erfüllt haben. Denn: Sollten die Regeln beim Marathon aufgeweicht werden, würden mit Sicherheit im Laufe der olympischen Saison in anderen Disziplinen ähnliche Probleme und Diskussionen auftauchen. Die Frage, wo dann genau die Grenze zu ziehen ist, kann niemals für alle zufriedenstellend beantwortet werden. Ich bleibe dabei: Normen sind da, um unterboten zu werden. (Daniel Becker)

 

Entnommen aus aktiv Laufen 1/16