Bild: Imago Images/ Rupert Oberhäuser / Werner Otto / Hans Blossey

Dortmund – Laufrevier im Ruhrpott

Durch Dortmund laufen heißt Geschichte hautnah erleben! Neben einem ehemaligen Stahlwerk kannst du darüber hinaus auch ein denkmalgeschütztes Stadion bestaunen. Was es sonst noch für schöne Spots in der Stadt gibt, zeigen wir dir jetzt.

Den Fußball einfach mal links liegen lassen – das scheint in Dortmund auf den ersten Blick schwierig zu sein. Tatsächlich gelingt dir dies am besten direkt neben dem vielfach umbenannten Westfalenstadion, aktuell bekannt als Signal-Iduna-Park im Südwesten der Stadt. Denn neben Kicken ist hier auch die Begeisterung für den Laufsport riesig. Das liegt unter anderem am Stadion Rote Erde, was in unmittelbarer Nähe steht. Die Arena war jahrzehntelang die Heimat von Borussia Dortmund, heutzutage ist dort der Trainingsort der LG Olympia Dortmund. Daher rennen dort Top-AthletInnen über die Laufbahn. Die steht übrigens auch den HobbyläuferInnen offen. Beim Firmenlauf „B2run“ übernehmen zudem einmal im Jahr Menschen in Lauf- statt Fußballschuhen die Kontrolle im Signal-Iduna-Park. Über 9.000 TeilnehmerInnen drehen zu diesem Anlass zunächst eine Runde durch die Rote Erde, ehe es ins große Bundesligastadion geht.

Dortmund: Meisterschmiede

Wenige Meter neben den beiden Fußballstadion, genauer in der Strobelallee, befindet sich der nächste Sporttempel: die Helmut-Körnig-Halle. Hier finden in Regelmäßigkeit Leichtathletik-Wettbewerbe statt. Im Februar 2021 gewann an besagter Stelle beispielsweise Sprinter Kevin Kranz den nationalen Wettbewerb über 60 Meter.

Industriekultur

Besonders viele Spuren der Vergangenheit warten im Stadtteil Hörde darauf, entdeckt zu werden. Circa 150 Jahre prägte dort der Hüttenstandort Phoenix das Leben der Menschen. 1843 begann auf der Hermannshütte die Stahlproduktion, kurz darauf kamen Hochöfen und die Herstellung von Roheisen hinzu. Noch Mitte der 1960er-Jahre arbeiteten ungefähr 10.000 Menschen auf Phoenix. Das Ende kam vor gut zwanzig Jahren: 1998 wurden die Hochöfen (Phoenix West) und 2001 die Hermannshütte auf Phoenix Ost stillgelegt. Heute ist das ehemalige Hochofenwerk eine Land- und Erinnerungsmarke und bietet zudem ein wunderschönes Panorama für einen Lauf.

Der Phoenix-See auf dem ehemaligen Stahlwerksgelände. ©Imago Images/ Hans Blossey

Besonders Phoenix Ost hat sich zu einem Magneten für Lauf-Fans entwickelt. Der Grund ist ein künstlich angelegter See auf dem ehemaligen Stahlwerksgelände, der sich hervorragend zum Rundendrehen anbietet (pro Runde zwei Kilometer). Als i-Tüpfelchen lockt der Kaiserberg direkt am See. Auch dieser Hügel wurde extra geschaffen, nur können hier zahlreiche Segmente des Tracking-Dienstes Strava gejagt werden.

Merkmale Laufrunde um den See Phoenix Ost: 2 km

Phoenix Halbmarathon

Hier spielt das Areal, wie es der Name bereits verrät, eine zentrale Rolle. Start und Ziel ist am Ufer des Sees, danach schlängelt sich die Strecke entlang des ehemaligen Hochofenwerks hin zum Rombergpark. Der Park hat zwar keine Industriehistorie zu bieten, dafür kann in dem Botanischen Garten beim Laufen die eine oder andere prächtige Pflanze bewundert werden. Da die Runde durch den Park nur 2,2 Kilometer misst, sollten direkt mehrere Runden anvisiert werden, damit man auch keine der bunten Blüten verpasst.

Merkmale Laufrunde Rombergpark: 2,2 km

Bittermark

Lust auf ein paar Höhenmeter? Dann ab in den Dortmunder Süden – in die Bittermark. Unbedingt besuchen sollte man auf dem Lauf durch das Waldgebiet das Mahnmal Bittermark, welches an die Gräueltaten der Nationalsozialisten im zweiten Weltkrieg erinnert. Außerdem ist hier der Lauftreff Bittermark Dortmund e.V. beheimatet. Der Verein veranstaltet einmal im Monat den Ruhrklippenlauf – 25 Kilometer Strecke und 500 Höhenmeter sind die groben Eckdaten.

Das Mahnmal Bittermark steht sinnbildlich für die Verbrechen der Nazis. ©Imago Images/ blickwinkel

Merkmale Ruhrklippenlauf: 25 km, 500 Höhenmeter

Auf in den Norden

Wie sieht es weiter nördlich der Stadt aus, wenn du voller Lauffreude steckst? Da hast du gleich mehrere Möglichkeiten: Anfangen solltest du im Fredenbaumpark, einem waldähnlichen Gebiet mit einem Rundweg von drei Kilometer Länge. Wenn du dich im ältesten Stadtpark Dortmunds ausgepowert hast, kannst du dich direkt im Gras am Dortmund-Ems-Kanal niederlassen.

Du hast noch mehr Kraft? Dann geht es für dich weiter über die Deusener Brücke auf die andere Seite des Kanals. Dort wirst du schnell dein nächstes Ziel erkennen: der Deusenberg. Zwar liegt die Spitze der rekultivierten Müll- und Trümmerdeponie 120 Meter über dem Meeresspiegel, jedoch wirst du den anschließenden Ausblick über die gesamte Stadt, der dich oben erwartet, definitiv nicht vergessen. Falls du jetzt eine Abkühlung brauchst, sollst du diese bekommen: Das Freibad Hardenberg im Stadtteil Deusen ist zum Greifen nah.

Der Deusenberg (rechts), sowie ein Blick Richtung Dortmunder Innenstadt. ©Imago Images/ Werner Otto/ Hans Blossey

Es soll Leute geben, die nach dem Deusenberg immer noch genügend PS in den Beinen haben. Keine Sorge, am Borsigplatz wartet im Hoeschpark eine Tartanbahn auf diejenigen, die noch ein paar Tempoläufe absolvieren möchten.

Merkmale Laufrunde Fredenbaumpark: 3 km (äußester Rundweg)

Merkmale Laufrunde Deusenberg-Emscherweg-Kanal-Wohnviertel Deusen: 6 km

Baumrinde, Fernsehturn und weitere Grünflächen in Dortmund

Die Großstadt bietet außerdem mit der Finnenbahn einen äußerst speziellen Laufpfad. Nur wenige Laufmeter hinter dem Signal-Iduna-Park liegt dieser 800 Meter kurze Spot in einem Waldgebiet. Wem diese Distanz zu kurz erscheint, kann den Abstecher entsprechend in eine längere Tour durch den Wald – das Naturschutzgebiet Bolmke – erweitern.

Der Westfalenpark mit Fernsehturm „Florian“ im Hintergrund. ©Imago Images/ Rupert Oberhäuser

Der größte und gleichzeitig bekannteste Park in Dortmund ist der Westfalenpark mit seinen weitläufigen Rasenflächen, dem Rosengarten und natürlich dem Fernsehturm „Florian“. Doch, Achtung: Die Grünfläche hat ihren Preis: Möchtest du deine Meter hier zurücklegen, musst du 3,50€ Eintritt bezahlen.

Vom prominentesten, naturbelassenen Fleck geht es in den Westpark zwischen Kreuz- und Unionviertel. Kleiner Sidefact: Vor über 100 Jahren war an dieser Stelle ein Friedhof. Wenn du nur wenig Zeit für einen Lauf hast, ist dieser Ort ideal, da sich eine Umrundung lediglich über 1,5 Kilometer zieht.

Merkmale Laufrunde Finnenbahn: 800 m

Merkmale Laufrunde Westpark: 1,5 km

Übrigens: Lauftipps zu Hamburg haben wir für dich ebenfalls HIER parat!

Weitere Texte zum Thema findest du in unserer Rubrik Reportagen.