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Innovative Laufschuhe

LAUFSCHUHE – HIGHTECH FÜR DIE FÜSSE

In jedem Jahr kommen neue Laufschuhe auf den Markt. Sie sind das A und O für des Läufers Füße. Die Modelle werden leichter, höher und stabiler– die Auswahl ist schier unendlich groß. Doch was in aller Regel bleibt, ist der Grundaufbau eines Schuhs. Wie sieht es also „unter der Haube“ aus?

aktivLaufen erklärt die grundlegendsten Technikkonzepte. Ein moderner Laufschuh muss viele Ansprüche erfüllen. Er muss funktional und bequem sein, Fehlhaltungen kompensieren, festen Halt geben und die Landung abdämpfen. Damit ein Schuh alle Ansprüche erfüllen kann, muss in ihm jede Menge Know-how verbaut werden. Auch wenn es unzählige Modelle für verschiedene Läufer, Untergründe und Einsatzgebiete gibt, ist der grundlegende Aufbau der Schuhe immer gleich.

DAS MATERIAL

Zunächst fällt einem das Obermaterial oder auch der Schaft des Laufschuhs ins Auge. In den letzten Jahren hat sich hier in modischer Hinsicht einiges getan, und Laufschuhe werden auch von vielen als normale Straßenschuhe getragen. Allerdings sieht das Obermaterial nicht nur gut aus, es erfüllt auch verschiedene Funktionen. Zum einen gibt es dem Fuß festen Halt, es führt ihn und schützt ihn vor dem Umknicken. Zudem ist das synthetische Material bei den aktuellen Modellen atmungsaktiv und wasserabweisend. Die Zehenbox ist meist von einem festeren Material umgeben, damit der vordere Bereich des Fußes besser geschützt ist. Auch an der Zunge ist häufig festeres Material angebracht, damit die Schnürung keine Druckstellen verursacht. Je nach Modell findet man an anderen wichtigen Punkten noch Verstärkungen, die dem Fuß an entscheidenden Stellen zusätzlichen Halt und Führung geben sollen.

Der sogenannte Knöchelkragen ist extra gepolstert, um Reibung zu verhindern, und damit die Ferse nicht aus dem Schuh schlüpft. Einige Trailrunningschuhe haben am Knöchelkragen eine zusätzliche Membran, die höher hinauf reicht als bei normalen Laufschuhen, damit kein Schmutz in den Schuh gelangen kann. Hinten im Schuh ist eine zusätzliche Fersenschale verbaut, die sowohl bei der Passform als auch bei der Fußführung eine entscheidende Rolle spielt. Die Schale selbst besteht meistens aus stabilerem Material wie PVC oder Nylon, umschließt die Ferse und gibt ihr so einen festen Halt. Eine hochwertige Schale ist oft der Grund, warum bessere Schuhe auch teurer sind. Bei Schuhen, die dem Läufer eine besonders hohe Stabilität geben sollen, sind oft noch zusätzliche schützende und stabilisierende Schalen an der Außenseite des Schuhs angebracht.

DAS HERZ DES SCHUHS

Schlüpft man in den Schuh, tritt man zunächst auf die Einlegesohle. Sie soll die Passform verbessern und den Kontakt zwischen Fuß und Zwischensohle herstellen, ohne dabei zu verrutschen. Dabei schont sie die im Schuh fest verbaute Zwischensohle und kann ausgetauscht werden, wenn sie verschlissen ist. Läufer mit Fehlstellungen im Fuß können die werksseitige Einlegesohle gegen eine orthopädische Einlage austauschen. Bei aktuellen ultraleichten Schuhen wird auf die Einlegesohle weitgehend verzichtet. Die Zwischensohle wird oft auch als Herz des Laufschuhs bezeichnet und besteht aus mehreren Schichten. Die Sohle ist die eigentliche Auflagefläche für den Fuß und bestimmt 64 entscheidend das Abrollverhalten.

Aktuelle Sohlen sind meist aus Ethylenvinylacetat (EVA) geschäumt. Hier sind kleine Luftbläschen eingelassen, um das Gewicht zu verringern. Dadurch bietet die Zwischensohle auch ein gewisses Maß an Dämpfung. EVA kann in verschiedenen Dichtungsgraden geschäumt werden. So bekommen die Schuhe verschiedene Härtegrade. Modelle für schwerere Läufer haben eine stabilere Zwischensohle aus Polyurethan (PU). Im Mittelfußbereich werden unter der Zwischensohle oft Torsionselemente verbaut, damit die natürliche Verdrehungsfähigkeit (Torsion) des Fußes erhalten bleibt. Optional werden bei einigen Modellen auf der Innenseite der Sohle Pronationsstützen aus festerem Material verwendet. Diese sollen verhindern, dass der Fuß beim Abrollen zu weit nach innen knickt. Bei Neutralschuhen verzichtet man auf diese Stützen.

BODENKONTAKT

Je nach Modell sind verschiedene Dämpfungssysteme in der Zwischensohle eingebaut. Diese sollen den Aufprall abmindern, damit die Gelenke nicht zu sehr belastet werden. Gedämpft wird mit Luft, Gel oder Gas, mit Kissen oder zusätzlichen Schichten in der Zwischensohle. Die Systeme sind vor allem in der Ferse, teilweise auch im Vorfußbereich enthalten. Allerdings sind Dämpfungen momentan in der Diskussion, da sie das natürliche Laufverhalten stören können. Zudem lässt die Dämpfung nach einer gewissen Kilometeranzahl nach und der Schuh sollte ausgetauscht werden. Ein gestörtes Dämpfungssystem kann den Fuß aus seiner Balance bringen. Daraus können Fehlhaltungen resultieren, die Beschwerden verursachen.

Für festen Halt ist vor allem die Außensohle verantwortlich. Natürlich schützt sie den Läufer auch vor Steinen, Schmutz und Glasscherben. Je nach Einsatzgebiet unterscheidet sich das Profil enorm. Einfache Trainingsschuhe haben eine wenig profilierte Sohle. Je schwieriger das Gelände und je rutschiger der Untergrund wird, desto mehr Profil muss die Außensohle haben. Sie besteht normalerweise aus Hartgummi und Karbongummi, wobei die Bereiche, auf denen man landet, mit Karbongummi verstärkt sind, um eine schnelle Abnutzung zu verhindern. Je nach Einsatzgebiet haben die Außensohlen sogenannte Flexkerben, die die Flexibilität im Vorfuß verbessern und dem Schuh das vom Entwickler gewünschte Abrollverhalten ermöglichen.

UND WER MACHT’S SAUBER?

Dank moderner Technologie und hochwertigen Materialien ist ein Laufschuh sozusagen zum Formel- 1-Wagen für die Füße geworden. Wie ein Hightech-Auto benötigt auch der Hightech-Treter eine besondere Pflege. Sind die Laufschuhe nach dem Training nass und dreckig, sollten sie natürlich auch geputzt werden. Zum einen bringt man keinen Dreck in die Wohnung, zum anderen leidet das Material und die Form, wenn man die Schuhe schmutzig und nass in die nächste Ecke wirft. Früher konnte man seine Sportschuhe fast bedenkenlos in die Waschmaschine werfen. Davon raten wir heute aber dringend ab.

Zum einen greifen die Tenside im Waschmittel den Kleber an, der die verschiedenen Schichten im Schuh zusammen hält. Zum anderen leidet das Obermaterial auch bei geringen Umdrehungen der Trommel. Wer nicht möchte, dass das Material vor seiner Zeit auseinanderfällt, sollte die Laufschuhe unbedingt von Hand waschen. Wie man die Treter am besten reinigt, hängt natürlich auch davon ab, wie verschmutzt sie sind. In jedem Fall ist es besser, sie direkt zu säubern, bevor der Dreck getrocknet ist. Denn außer Schmutz setzen sich auch Pilze und Bakterien an der Oberfläche des Materials ab, die den Alterungsprozess beschleunigen und deshalb besser schnell entfernt werden sollten. Bevor Sie den groben Dreck abwaschen, sollten Sie Schnürsenkel und Einlegesohle entfernen. Diese sollten separat gewaschen werden.

VORSICHT BEI REINIGUNGSMITTELN

Nun kommen die Schuhe dran. Für die Reinigung reichen lauwarmes Wasser und eine weiche Bürste bzw. ein Schwamm vollkommen aus. Reinigungsmittel schaden dem Kleber und dem Gewebe. Spülen Sie groben Schmutz unter fließendem Wasser ab, helfen Sie hier mit Schwamm und Bürste und weichen, kreisenden Bewegungen nach, wenn sich der Dreck nicht von alleine löst. Reiben Sie auf keinen Fall zu stark, da sonst das Gewebe durchgescheuert und Schmutz hineingedrückt wird. Leichte Verschmutzungen werden mit einem feuchten Tuch entfernt. Anschließend trocknen Sie die Schuhe. Das geht gut mit Zeitungspapier, das in die Schuhe gestopft wird. Eventuell müssen Sie das nasse Zeitungspapier ein- oder zweimal austauschen.

Ein anderer Tipp ist, nicht klumpende Katzenstreu in eine Socke zu geben und diese dann in die Schuhe zu stecken. Die Streu saugt Feuchtigkeit auf und wirkt zudem antibakteriell. Das verhindert die Entstehung von Schweißgeruch. Lassen Sie die Laufschuhe auf jeden Fall von alleine trocknen und helfen Sie nicht nach, indem Sie etwa Ihre Schuhe in die Sonne oder an die Heizung stellen oder Sie mit einem Föhn trocknen. Das geht zwar schneller, aber das Material leidet extrem. Ist der Schuh komplett durchweicht, kann es zwei bis vier Tage dauern, bis er trocken ist. In diesem Fall sollten Sie warten und lieber mit einem anderen Paar laufen gehen. Um Schweißgeruch zu vermeiden, können Sie ein Schuhdeo verwenden. Das vertreibt Bakterien, die für den unangenehmen Geruch verantwortlich sind.

LAUFSCHUHE RICHTIG SÄUBERN

1. Einlegesohle und Schnürsenkel entfernen

2. Groben Dreck unter fließendem Wasser abspülen

3. Feinen Schmutz mit Schwamm oder weicher Bürste abwaschen

4. Schuhe zum Trocknen bei Zimmertemperatur aufstellen

5. Mit Zeitungspapier ausstopfen, dieses gegebenenfalls wechseln

6. Warten, bis die Schuhe ganz trocken sind

7. Bei starkem Geruch Schuhdeo verwenden 8. Schuhe anziehen, erneut loslaufen

Young woman lifting kettlebell in gym

Kettlebell-Training: Intensive Muskelpower

Für Läufer ist Krafttraining oft ein Kraftakt und wird deshalb gerne vernachlässigt – zu zeitaufwendig und unbeliebt sind die Übungen. Kettlebell-Workouts hingegen sind kurz und knackig – der Effekt ist immens.

Läufer wollen laufen, auch gerne lange, um den Körper fit zu halten und sich auszupowern. Wozu also noch Krafttraining? Spätestens beim Training für einen längeren Lauf, Halbmarathon oder Marathon wird einem klar, warum die Experten immer von „Stabi-Übungen“ und ähnlichem sprechen. Der Körper, insbesondere der Rumpf, macht sich bemerkbar, schludert der Ausdauerathlet bei den zusätzlichen Übungen für die Stabilität des Rumpfes und des Bewegungsapparates. Der Rücken schmerzt, die Hüfte wirkt unbeweglicher, der gesamte Bewegungsapparat ist überlastet, die Muskeln melden sich. Abhilfe schafft während einer intensiven Trainingsphase, gerade vor einem Marathon, gezieltes Krafttraining.

Und hier kommen in dieser Ausgabe von aktiv Laufen die Kettlebells ins Spiel. Viele der Übungen mit den „Kessel“- Gewichten beanspruchen sämtliche Muskelpartien des Körpers und ergänzen somit einige der bekannten „Platzhirsche“ Liegestütz oder Klimmzug. Dabei wird vor allem die Rumpfvorder- und Rückseite beansprucht und bringt somit für Ausdauersportler die nötige Stabilität. Ein weiterer Vorteil: Mit nur 15 Minuten intensivem Workout hat man alle wichtigen Muskelgruppen trainiert.

Kettlebell-Training ist äußerst effektiv und macht den ganzen Körper extrem fit. Im Gegensatz zum Training an Geräten und Maschinen werden die Muskeln nicht isoliert trainiert, sondern integriert beansprucht. Die mehrgelenkigen Übungen aktivieren stets viele Muskelgruppen und -schlingen gleichzeitig, wobei vor allem die wichtigen kleinen Stabilisationsmuskeln gestärkt werden. Nahezu jede Übung stellt eine Ganzkörperübung dar und fördert somit das funktionelle Zusammenspiel verschiedener Muskeln über mehrere Gelenke hinweg. Die Ergebnisse äußern sich in einer besseren Beweglichkeit sowie einer besseren Kraftübertragung.

Kräftiges Herz und außergewöhnliche Ausdauer

Kettlebells bieten sich aufgrund ihrer Form vor allem für ballistisches Training oder Schwungübungen an. Ketllebelltraining ist weltweit bekannt für seinen enormen Effekt auf die Leistungsentwicklung des Herz-Kreislauf-Systems. In diesem Abschnitt erkläre ich Ihnen deshalb, wie Sie ein gezieltes Ausdauertraining mit Kettlebells beginnen können. Das Herz ist der geborene Ausdauermuskel. Im Gegensatz zur Skelettmuskulatur ist es ununterbrochen aktiv. Deshalb stellen die Mitochondrien (Kraftwerke des Körpers) bis zu 30 Prozent des Gesamtzellvolumens des Herzens.

Beim Skelettmuskel sind es je nach Ausdauertrainingszustand nur fünf bis zehn Prozent. Wenn Sie ein sehr kräftiges Herz und eine bessere Körperzusammensetzung (mehr Muskel- und weniger Fettmasse) haben wollen, sollten Sie nicht versuchen, die Dauer Ihres Ausdauertrainings zu verlängern, sobald Sie leistungsfähiger werden. Im Gegenteil: Sie sollten das Herz dazu bringen, in kurzer Zeit eine größere Blutmenge schneller zu den Muskeln zu befördern. Wenn Sie leistungsfähiger, also ausdauernder werden, sollten Sie demnach eher die Dauer des Trainings verkürzen, aber dafür die Intensität der Belastung erhöhen. Verglichen mit Laufen oder Radfahren schaffen Sie somit die gleiche Strecke in kürzerer Zeit. Voraussetzung ist natürlich, dass Sie sich vorher eine gewisse Grundlagenausdauer beziehungsweise Grundlagenfitness aufgebaut haben.

Von Kraftprotzen und starken Männern

Der Ausdruck „Kettlebell“ stammt aus dem Englischen und bezeichnet – einfach ausgedrückt – Eisenkugeln mit einem Handgriff. Früher nannte man die Kettlebells im Deutschen auch Rundgewichte oder Kugelhanteln. Im Russischen heißen sie Giri, in der Einzahl Girya. Die spezielle Form der Kettlebell erlaubt eine Vielzahl von Übungen, die den ganzen Körper trainieren, und zwar in den Bereichen Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit und Beweglichkeit. Kettlebells werden in unterschiedlichen Größen und Gewichtsklassen zwischen vier und 64 Kilogramm angeboten – vereinzelt auch mehr. Die Gewichtsabstufung in 4-Kilogramm-Schritten leitet sich von der russischen Gewichtseinheit „Pud“ ab. Ein Pud entspricht 16 Kilogramm.

Die Ursprünge des Kettlebelltrainings sind nicht genau bekannt. Mit Kugelhanteln beziehungsweise ähnlichen Gewichten wurde wahrscheinlich schon in China vor circa 5.500 bis 6.000 Jahren trainiert. Bekannt ist, dass sie um 1700 herum von Griechenland ausgehend nach Russland gekommen sind, wo sie zunächst zum Wiegen von Getreide und anderen Gütern verwendet wurden. Am Ende des Markttages begannen die Bauern, die Eisenkugeln zu schwingen und zu heben, um ihre Kraft zu demonstrieren, und fanden dabei schnell heraus, dass sich das auch positiv auf die Gesundheit auswirkte.

Weiterhin führten russische Kraftsportler verschiedene Übungen bei Veranstaltungen und Zirkusvorstellungen vor. Später wurde das Kettlebelltraining in das militärische Training integriert. Im Militär trainieren sämtliche Einheiten und Spezialeinheiten, wie zum Beispiel die Speznas, damit. Aufgrund der enormen Effektivität ist es dort seit Jahrzehnten eine der Standardtrainingsmethoden. In der Nationalen Volksarmee (NVA) der ehemaligen DDR wurden Kugelhanteln ebenfalls im Training der Soldaten eingesetzt. Auch Athleten, die sich für die schottischen Highland Games fit machen, schätzen schon lange die Vorteile von Kettlebells: Das Training ist kurz und sehr intensiv.

 

Text: Til Sukopp, aus aktivLaufen 6/18

Young sports woman  jogging on the bridge

Frühjahrsputz für den Körper

Nach einem Winter, in dem vereiste Pfade viele Läufer in alternative Bewegungsformen getrieben haben, steigt mit der Tageslänge und den Temperaturen wieder die Lauflust. Stoffwechsel, Thermoregulation und Training müssen nun auf Sommerbetrieb umgestellt werden.

Im Winter entwickeln über 60 Prozent der Deutschen einen latenten Vitamin-D-Mangel. Die Ursache liegt im niedrigen Sonnenstand und unserer temperaturgemäßen Bekleidung. 90 Prozent der Vitamin-D-Produktion erfolgt über die UV-abhängige Eigensynthese in der Haut. Im Winter ist die Strahlungsintensität der Sonne zu gering und wir zeigen viel zu wenig Haut, um genug Vitamin D produzieren zu können. Vitamin D ist für den Kalziumeinbau (Knochenstabilität), die Muskelarbeit (einschließlich Herz), die Blutgefäß-Elastizität und das Immunsystem essenziell. Unterversorgung bedeutet für Läufer Leistungsverlust und erhöhte Verletzungsrisiken. Das für den Menschen relevante Vitamin D3 (Colecalciferol) liefern nur einige tierische Lebensmittel. Die Älteren werden sich an den widerwillig einverleibten Löffel Lebertran – eine Vitamin-D3-Bombe – erinnern, der wegen Überdosierungsrisiken nicht mehr up to date ist. Im heutigen Nahrungsangebot bieten einzig Fettfische ergiebige Vitamin-D3-Quellen – Milch und Eier liefern deutlich weniger. Den Tagesbedarf von 20 Mikrogramm allein über die Nahrung zu decken, ist realitätsfern. Entscheidend ist die „häutige“ UV-B-abhängige D3-Eigenproduktion. Dick „eingemümmelt“ gelangt auch auf langen Läufen an wolkenlosen Wintertagen kaum Sonne an die Haut. Zudem ist die UV-B-Intensität aufgrund des tiefen Sonnenstandes zu niedrig, um die Vitamin-D3-Eigensynthese auf Touren zu bringen. In Winter leben wir von dem im Sommer angelegten Vitamin-D-Vorrat. Für jeden Läufer heißt das ab März: Haut zeigen – D3-Depot auffüllen! Da Sonnencreme auch das UV-B herausfiltert, sollten größere Hautbereiche (Arme, Beine, Gesicht) 10 bis 15 Minuten täglich ungeschützt exponiert werden. Danach aber unbedingt an Sonnenschutz (Schutzfaktor hauttypabhängig) denken. Auch UV-B steigert hochdosiert das Hautkrebsrisiko!

Think before you ink!
Seit dem Nachweis, dass die sogar in zugelassenen Tattoo-Pigmenten teils hoch konzentrierten Schadstoffe (Schwermetalle, polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) mit noch nicht absehbaren Langzeitrisiken (Krebs) in das Lymphsystem übertreten, ist im Umgang mit Tattoos höchste Vorsicht geboten. Im Laserlicht (Tattooentfernung) entstehen z. T. hochgiftige Blausäureverbindungen. Wie die Farben langfristig auf Sonnenstrahlen reagieren, ist noch nicht sicher. Tattoos gehören demnach auch nicht in die Sonne! Durch Photolyse (Lichtspaltung) aus den Farben gelöste Giftstoffe können über die Lymphe im ganzen Körper verteilt werden – unwägbare (Krebs-)Risiken!

Solarien tabu
Das einzig Gesunde an Solarien ist der große Bogen, in dem man um sie herumjoggt! Wer hofft, mit dem Vorbräunen im Sonnenstudio seinen über den Winter verarmten Vitamin-D-Haushalt auf Vordermann zu bringen und überdies seiner Haut erhöhten Sonnenschutz für die Freiluftsaison zu verleihen, erliegt einem doppelten Irrglauben. Die Werbeversprechen, mit künstlicher UV-Strahlung ließe sich einem Vitamin-D-Mangel begegnen, sind schlichtweg falsch! Das von „Kunstsonnen“ emittierte bräunende UV-A induziert keine Vitamin-D-Bildung, und für den Sonnenschutz ist nicht der Bräunungsgrad, sondern die sogenannte Lichtschwiele verantwortlich. Dies ist eine Verdickung der Oberhaut als Schutzreaktion auf UV-B. Solarien-UV-A dringt tief in die Haut ein, lässt sie durch Kollagen- und Elastinschädigung altern und fördert die Entwicklung des metastasierenden Schwarzen Hautkrebses (Melanom).

Solarien – hohes Hautkrebsrisiko
Der Wissenschaftliche Ausschuss für gesundheits-, Umwelt- und Schwellenrisiken (SCHEER) der Europäischen Kommission hat jüngst die Warnung des Bundesamtes für Strahlenschutz erneuert: „Der Zusammenhang zwischen Solariennutzung und Hautkrebserkrankungen ist eindeutig […] es gibt keine gesundheitlich sichere UV-Bestrahlung in Solarien.“

Lenz-Food
Das „Heizen“ bei Minusgraden zum Aufrechterhalten der (Körper-)Temperatur ist energetisch aufwendiger als das Herunterkühlen im Sommer. Wärme produzieren die Muskeln und das durch hohen Mitochondriengehalt braune Fettgewebe. Das weiße Unterhautfett sorgt für gute Isolation. Der Organismus signalisiert seine Bedürfnisse durch einen in der kalten Jahreszeit gesteigerten Appetit auf Deftiges mit höherem Fett- und Eiweißgehalt. Wer im Winter verstärkt an seinem Muskelaufbau arbeitet, muss besonders auf ausreichende Proteinversorgung achten. Mit dem Frühlingserwachen wandelt sich das kulinarische Blatt. Vor dem Start in die Laufsaison gilt es, die Kohlenhydratspeicher (Glykogen-Depots) in Muskeln und Leber gut zu befüllen. Low-Carb – für Läufer ohnehin problematisch – ist jetzt besonders kontraproduktiv. „Gute“ komplexe Kohlenhydrate aus Vollkorngetreide (Brot, Nudeln, Reis), Kartoffeln und Hülsenfrüchte gehören neben den Vitamin-/Mineralienspendern Gemüse und Obst auf des Läufers Speiseplan. Bei Ein-/Zweifachzuckern aus Süßigkeiten, Softdrinks oder Weißmehlprodukten sollte wegen der ungünstigen Insulin- und Blutzuckerwirkungen ganzjährig Zurückhaltung gewahrt bleiben.

Volle Glykogenspeicher für volle Leistung! Für „Low-Carb“ im Sinne des Verzichts auf komplexe Kohlenhydrate sind Läufer die falsche Klientel. Besonders im Frühjahr gehören Vollkornprodukte auf den Speiseplan.

Wettkampfgewicht
„Frühjahrsdiäten“ – wie sie einschlägige Magazine füllen, sollten Läufer(innen) ignorieren. Auch wenn die Weihnachtstage eine gewisse Distanz zum Wettkampfgewicht gelegt haben, sind die nun wieder häufigeren und längeren Laufeinheiten der gesündere und nachhaltige Weg. Drastische Einschränkung der Kalorienaufnahme schwächt gerade jetzt die Leistungsfähigkeit und regelt den Grundumsatz binnen weniger Tage herunter. Das Drehen an der Energieverbrauchsschraube ist der bessere Weg.

Diäten mit deutlich reduzierter Kalorienzufuhr beantwortet der Organismus rasch mit Umstellung auf den Hungerstoffwechsel. Wir kochen auf „Sparflamme“, der Grundumsatz wird heruntergeregelt und für nicht lebenswichtige „Luxusaktivitäten“ wie Sport wird keine Energie „verschwendet“. Umgekehrt benötigt das Wiederhochfahren des Grundumsatzes nach der Diät deutlich länger. Jede jetzt angebotene Kalorie wird besonders wirkungsvoll in die Fettdepots eingelagert. Der Jojo-Effekt verschont auch Läufer/innen nicht.

Gerade erst wach – gleich wieder (frühjahrs)müde!
Keine Frühlingsgefühle, kein „Bäumeausreißen“, stattdessen abgeschlagen und antriebslos. Das Phänomen „Frühjahrsmüdigkeit“ ist nicht eindeutig geklärt. Nicht Betroffene halten es oft für einen Mythos. Was sagt die Wissenschaft? Gibt es eine genetische Veranlagung, einen frühjahrsmüden Stoffwechseltyp, oder steckt die Psyche dahinter? Kein Mythos, aber auch keine Krankheit! Für die mit der Tageslänge zunehmende Abgeschlagenheit gibt es hormonelle und neuronale Gründe. Wie stark die Symptome wahrgenommen werden, ist vor allem eine Frage der vegetativen Nervenregulation.

Tagsüber müde, gestörter Nachtschlaf, Kreislaufprobleme, Schwindel, Gereiztheit, Kopfschmerzen, depressive Verstimmung. Frühjahrsmüdigkeit hat viele Facetten. Hormonelle Anpassungsprobleme an veränderte Licht- und Temperaturverhältnisse und ein sensibles Nervensystem stehen im Zentrum des Geschehens.

Kampf der Hormone
Zwei physikalische Faktoren – Tageslicht und Temperatur – erfahren im Frühjahr deutliche Veränderungen, auf die der Organismus adäquat reagieren muss. Bei manchen Menschen läuft das nicht reibungslos. Besonders die Neueinstellung der Balance zweier „antagonistischer“ Hormone spielt dabei eine große Rolle: Das „Schlafhormon“ Melatonin und das „Fit- und Laune-Hormon“ Serotonin. Beide können im Körper unter dem Einfluss von Licht ineinander umgewandelt werden. Im Winter erhält die Melatoninproduktion durch die Dominanz der dunklen Stunden ein deutliches Übergewicht. Wir schlafen länger, haben ein erhöhtes Ruhebedürfnis. Die „Novemberdepression“ (meist „nur“ eine depressive Verstimmung) ist vielen bekannt. Mit zunehmender Tageslänge und Lichtintensität im Frühjahr verschiebt sich das Melatonin-Serotonin-Gleichgewicht auf die Seite des „Aktivators“. Wie problemlos das gelingt, ist individuell unterschiedlich, zumal Licht- und Temperaturverhältnisse im März/April oft Kapriolen schlagen. Dieses äußere „Auf und Ab“ bereitet sensitiven Menschentypen (s. u.) Beschwerden.

Endlich wärmer – aber Blutdruck im Keller
Wir freuen uns über steigende Temperaturen. Sie veranlassen unser Zentralnervensystem zum Weitstellen der Blutgefäße – gut für die Organversorgung. Gemäß physikalischer Gesetzmäßigkeit  sinkt mit größerem Gefäßdurchmesser der Blutdruck. Auch das ist gesund. Wer aber ohnehin bereits ein „Hypotoniker“ (Niedrigblutdrucktyp) ist, wird durch den weiteren Blutdruckabfall schläfrig. Das ist nicht gefährlich, aber auch nicht angenehm.

Vagotoniker besonders sensibel Schnelle Wetteränderungen – typisch für die Frühlingsmonate – mit großen Temperatur- und häufigen Hoch-Tiefdruckwechseln machen vielen Vagotonikern zu schaffen. Dieser oft feingliedrige, für Ausdauersport geeignete Typ ist in der Läuferszene weit verbreitet. Das Eingeweidenervensystem (Vegetativum) gliedert sich in: • Parasympathikus (Vagus): „Bremspedal“, Ruhenerv • Sympathikus: „Gaspedal“, Aktivnerv Vagotoniker sind eher sensible Ruhetypen, oft wetterfühlig und frühjahrsmüde, aber ausdauernd und gesund! Der bei Vagotonikern dominante Parasympathikus tritt aufs Bremspedal, fährt Blutdruck und Puls herunter und erschwert eine ausgewogene Balance mit dem aktivierenden Sympathikus. Vagotone Frühjahrsmüde klagen oft auch über Wetterfühligkeit.

Vagotonie
• ist ein Zustand – keine Krankheit

• ist unter Läufer(inne)n (niedriger Blutdruck und Ruhepuls) weit verbreitet.
• wird durch Ausdauersport gefördert

Frühlingserwachen – Was hilft?
Wer läuft, sich überhaupt viel bewegt, vollzieht bereits den wichtigsten Therapieschritt. Wenngleich Ausdauersport insgesamt den beruhigenden Vagotonus fördert, ist Laufen in der frühjahrsmüden Situation der beste Wachmacher. Aber auch regelmäßiges Krafttraining ist nicht zuletzt wegen der situativ blutdrucksteigernden Wirkung zu empfehlen. Da Vagotoniker nicht selten entgegengesetzt der „Norm“, etwa auf Kaffee mit Müdigkeit (Rebound nach Koffein-Kick) oder auf Baldrianpräparate mit Wachheit (Alkoholzusatz), reagieren, sind Selbsttests gefragt. Fast alle aber profitieren vom Gefäßtraining durch den Wechsel von Warm- und Kaltreizen. Saunieren und tägliche Wechselduschen mit abschließender Kaltphase stärken zudem das Immunsystem – stimmt das eigentlich wirklich?

Kalt duschen härtet ab – oder?
Frühlingszeit ist Grippezeit – Hochleistungssportler sind oft immungeschwächt und daher anfällig. Die „Warmduscher“ graut’s – die anderen (darunter der Autor) lieben den belebenden Kältekick und das Hochgefühl danach. Niederländische Wissenschaftler haben jüngst über 3.000 Erwachsene zwischen 18 und 65 auf gesundheitliche Effekte das Kaltduschens untersucht. Unabhängig von der Duschdauer (30, 60, 90 Sekunden) sank die Krankmeldungsrate der Kaltduscher in der Beobachtungszeit gegenüber den Warmduschern um 29 Prozent. Jeder Fünfte brach das Kaltduschen wegen Unbehagens ab, fühlte sich unter und nach einer warmen Dusche wohler. Objektiv messbar (weißes Blutbild) ist weder eine immunstärkende noch eine negative Kältewirkung. Fazit: Wer das Kaltduschen mag, den vitalisiert es. Überzeugte Warmduscher müssen aber keine Immunschwächung oder erhöhte Infektanfälligkeit befürchten. Bei Frühjahrsmüdigkeit ist der Kaltreiz selbst bei „Weicheiern“ oft erstaunlich wirksam.

 

Text: Dr. Stefan Graf
Entnommen aus aktiv Laufen 3/2017

TMX Trigger als Abo-Prämie

Mit Druck gegen den Schmerz – Triggern

Stechende Schmerzen im Rücken, in der Schulter oder im Nacken können den Alltag zur Qual machen – vor allem dann, wenn jede Bewegung zusätzlichen Schmerz bedeutet. Triggern kann die Schmerzen lösen?

Ein kleiner Kegel!

Oft ist es nur eine bestimmte Stelle, doch sie hat es in sich. Wenn ein verhärteter Muskel oder Sehnenansatz äußerst empfindlich auf Druck reagieren und der Schmerz dabei ausstrahlt, sprechen Mediziner von einem sogenannten Triggerpunkt oder einer Myogelese. Der Schmerz entsteht, weil winzige Nervenenden gereizt beziehungsweise verletzt sind. Dadurch sind sie nicht mehr in der Lage, sich zu entspannen.

Der Schmerz wird zum Dauerzustand

Was zu diesen Verspannungen und faszialen Verklebungen geführt hat, kann ganz unterschiedliche Gründe haben. Fehlhaltungen oder einseitige Belastungen gehören dazu. Aber auch Überlastungen beim Sport können der Grund für die Verspannung sein. Triggern ist eine Methode, um den dadurch entstandenen Schmerz zu lindern. Dabei werden durch einen gezielten Druck auf den Muskel tiefe Verspannungen gelöst. Dies kann man ganz einfach auch selbst machen – mit einem kleinen Kegel.

Punktueller Druck

„Die Triggerpunkt-Methode kann aufgrund des langanhaltenden, punktuellen Drucks zu Beginn und nach der Anwendung unangenehm sein. Das ist ganz normal. Mit der Zeit entspannt sich aber das Gewebe und man spürt eine deutliche Besserung“, erklärt Thomas Marx, Physiotherapeut, Osteopath und Erfinder von TMX Trigger. Die Anwendung ist äußerst einfach. Notwendig ist neben dem kleinen Trainingsgerät, dem TMX Trigger, lediglich ein fester Untergrund. Durch den Druck des Körpers wird der Kegel in den Muskel gepresst.

Selbsttriggern

Mit dem Selbsttriggern rückt auch die altbewährte Akupressur wieder in den Vordergrund. „Wir Physiotherapeuten wissen, dass wir einen punktuellen, langanhaltenden und gezielten Druck auf den Muskel benötigen, wenn wir tiefe Verspannungen lösen wollen. Durch den Druck des Kegels werden die Kollagene auseinandergepresst. Aktin und Myosin, die kleinsten Einheiten des Muskels, die sich verklebt haben, werden direkt gedehnt“, erklärt Thomas Marx. Ein weiterer Effekt: Die Durchblutung wird enorm gefördert, der Stoffwechsel angekurbelt. Auch dies lässt den Schmerz abklingen.

Teil des Trainings

Mittlerweile setzen auch immer mehr Leistungssportler auf das handliche Gerät. So ist für die beiden Leichtathletinnen Janina Kölsch und Rebekka Ackers der Einsatz des TMX Triggers Teil des Trainingsplans. Sie nutzen den Kegel, um muskuläre Verspannungen während oder nach dem Training zu triggern und so Schmerzen zu bekämpfen oder gar nicht erst aufkommen zu lassen.

[caption id="attachment_2412" align="alignleft" width="500"]aktiv laufen Abo-Prämie Den original Trigger gibt es zum 2-Jahres Abo aktiv Laufen kostenlos dazu. Hier geht es zum Abo.[/caption]

 

Wann ist triggern sinnvoll?

Triggern ist eine gute Möglichkeit, ummyofasziale Triggerpunkte oder muskuläre Verspannungen selbst zu behandeln. Bewährt hat sich die Methode bei:

  • – muskulären Schmerzen
    – Schulterblattschmerzen
    – Kopfschmerzen durch verspannte Nackenmuskulatur
    – Läuferknie
    – muskulären Wadenschmerzen
    – Fersensporn
    – Tennisellenbogen

 

 

 

Bei diesen Schmerzen oder Indikationen ist Triggern dagegen kontraproduktiv und sollte nicht angewandt werden:

  • alle Arten von Entzündungsanzeichen wie akuter Schmerz, Rötungen, Schwellungen
  • Osteoporose
  • offene Wunden, Hämatome, Verletzungen
  • Bandscheibenleiden

Anwendungsbeispiele und verschiedene Übungen gibt es hier: www.tmx-trigger.de/pages/uebungen

In der laufpause auf die Piste

Aktive Laufpause im Schnee

Langlaufen und Skitourengehen

Die Kitzbüheler Alpen zählen zu einer der interessantesten Urlaubsregionen der Alpen. Hier hat man unendliche Möglichkeiten für einen Urlaub in den Bergen. In der Laufpause zieht es vor allem Skifahrer und Snowboarder auf die Pisten. Es gibt allerdings weitaus mehr Möglichkeiten für einen erstklassigen Winter-Trip: beim Langlaufen oder Skitourengehen. Auch für diese Gruppe von Sportlern hat die Region viel zu bieten.

Langläufer können sich auf satten 620 Kilometern gespurten Loipen erfreuen. Diese sind sowohl für klassische Langläufer als auch Skater geeignet. Für Schneesicherheit sorgen die Höhenloipen in Kirchdorf, Aschau und Hochfilzen. Außerdem gibt es Nachtloipen für alle Nachteulen unter den Langläufern. Auch Biathlon-Interessierte kommen hier auf ihre Kosten. In Hochfilzen etwa wurden bereits zweimal die Biathlon Weltmeisterschaften ausgetragen. Wer diesen Sport selbst einmal testen möchte, kann dies außerdem bei den zahlreichen Gästebiathlon-Veranstaltungen in der Region tun.

Für Einsteiger ideal

Zum Kennenlernen der Region empfiehlt sich die Brixentaler Skiwanderloipe. Sie verbindet die drei Orte Westendorf, Brixen und Kirchberg miteinander und bietet so die perfekte Möglichkeit, um die Landschaften und Bergwelten im Brixental zu erkunden. Die Strecke ist ungefähr 18 Kilometer lang und ist sowohl für Klassiker als auch Skater geeignet. Die Loipe eignet sich super für Anfänger, weil sie keine herausfordernden Anstiege oder Abfahrten hat und größtenteils als „blau“ gekennzeichnet ist. Es gibt allerdings zwei zusätzlich gespurte „rote“ Runden.

Sportloipen

Fortgeschrittene Langläufer können sich auf dieser Tour ebenso auspowern. Entlang der Strecke gibt es außerdem zahlreiche Gasthäuser, wie zum Beispiel den Wastlhof, das Fischerstadl oder die Seefeldstube. Man kann diese Route also noch genussvoller gestalten, indem man dort einkehrt und sich mit leckerem Essen stärkt.

Eine landschaftlich wunderschöne Strecke findet man auf der Sportloipe. Von dieser genießt man den Blick auf die prominentesten Berge Kitzbühels: Wilder Kaiser (2.344 m), Kitzbüheler Horn (2.000 m), Hahnenkamm (1.712 m) mit der Rennstrecke „Streif“ und Großer Rettenstein (2.362 m). In den letzten Jahren ist sie zum Hot Spot von urlaubenden und einheimischen Langläufern geworden. Die Strecke ist leicht kupiert.

Bei guter Schneelage kann man teilweise zwischen verschiedenen anspruchsvollen Varianten wählen. Dementsprechend ist die 6,7 Kilometer lange Loipe eher für sportliche Skilangläufer geeignet. Sie ist nicht umsonst Treffpunkt der jungen Talente des Kitzbüheler Ski Clubs und von heimischen Langlaufprofis wie David und Benjamin Kreiner.

Beschneiungsanlagen entlang der Strecke sorgen für Schneesicherheit zwischen Dezember und Ende März. Eine circa 2,5 Kilometer lange Teilstrecke wird außerdem täglich von Einbruch der Dunkelheit bis 23 Uhr beleuchtet.

Auf Entdeckertour

Wer nach ein bisschen mehr Nervenkitzel sucht, kann in den Kitzbüheler Alpen aber auch eine Skitour ins Auge fassen. Diese Sportart erfreut sich seit einigen Jahren immer größerer Beliebtheit. Das Gute an Skitouren in dieser Region: Sie sind sowohl für Kenner als auch Einsteiger machbar. Einerseits gibt es zum Beispiel leichte Touren abseits der Piste, die man aber auch immer in Begleitung eines erfahrenen Bergführers machen kann. Die kennen sich mit den Lawinenbedingungen aus und wissen genau, wann welche Route lieber ausgelassen werden sollte.

Andererseits hat man in den Kitzbüheler Alpen aber auch die Möglichkeit, Touren auf der Piste zu gehen. Das ist natürlich nur auf ausgewiesenen Routen und zu bestimmten Tageszeiten möglich – man möchte ja schließlich nicht mit einem der Skifahrer zusammenkrachen. Möglichkeiten bieten sich im Pillerseetal, zum Beispiel im Gebiet des Skicircus Saalbach Hinterglemm Leogang Fieberbrunn.

Für erfahrene Tourengeher

Für erfahrene Tourengeher gibt es ein ganz besonderes Zuckerl, nämlich eine Mehrtagestour durch die Kitzbüheler Alpen. Sie ist rund 120 Kilometer lang und man überwindet dabei gute 5.000 Höhenmeter. Dank Aufstiegsunterstützung mit den Seilbahnen warten allerdings satte 10.000 Höhenmeter Abfahrt auf die Skitourengeher. Zwischen den Tagesetappen gibt es außerdem genug Zeit für Erholung oder, wer möchte, Umwege. Die Region Kitzbüheler Alpen hat also weitaus mehr zu bieten als präparierte Pisten für Skifahrer und Après-Ski-Bars. Hier eröffnen sich schier unzählige Möglichkeiten für einen erholsamen und aktionsreichen Urlaub in unberührter Natur.

Tipp

Egal, zu welcher Art von Wintersportler man sich zählt, bei „Cross Country Ski Holidays“ findet man tolle regionale Angebote und Ideen für den nächsten Urlaub abseits der Skipiste. Skitourengeher werden sich unter anderem über die angebotenen Skitouren-Camps freuen. Einfach und übersichtlich gestaltet. Hier geht es zur nächsten aktiven Laufpause www.langlauf-urlaub.com

 

 

 

Everest Marathon, foreigner runner

Höhentraining: Das blutige Geheimnis der Höhenläufer

Leistungssportler trainieren regelmäßig in der Höhe. Ist diese Art der Vorbereitung, das Höhentraining, auch etwas für Breitensportler?

Text: Dr. Stefan Graf

Der kommt halt aus Addis Abeba – Schulterzucken eines Geschlagenen, der einmal mehr nur die Hacken des afrikanischen Konkurrenten gesehen hat. Die Stadt in 2.200 bis 3.000 Metern Höhe bietet den „Eingeborenen“ permanentes Höhentraining. In Tibet auf über 4.000 Metern schnappt selbst der fitteste Tourist nach Luft – nicht so die Einheimischen. Zwei Mutationen – die Erythropoese (Bildung der roten Blutkörperchen) beeinflussende genetische Veränderungen – machen den Unterschied und sind der Grund, warum das Blut von Flachländern trotz optimalen Trainings nie die Sauerstoffbindungskapazitäten von „Hochgebirgsblut“ der Höhenläufer erreicht.

Gene machen höhentauglich

Die humane Lebensfähigkeit in unterschiedlichsten Höhen beruht auf der Möglichkeit, den Gehalt der roten Blutkörperchen (Erythrozyten mit sauerstoffbindendem Blutfarbstoff Hämoglobin) in Abhängigkeit vom Luft-Sauerstoff-Gehalt zu regulieren. Unter normalen Sauerstoffbedingungen sorgt die Aktivität verschiedener Gene für ein bedarfsangepasstes Gleichgewicht zwischen Abbau alter (in Milz, Leber, Knochenmark) und Synthese frischer (Knochenmark) Erythrozyten. Ausdauertraining verschiebt dieses Gleichgewicht in Richtung höherem Erythrozytengehalt (Optimierung der Sauerstoffversorgung). In großer Höhe löst der sehr niedrige Luft-Sauerstoffgehalt eine starke Erythrozyten-Vermehrung aus, die das Blut zähflüssiger macht. Dies bedeutet einen erheblichen Mehraufwand für den Herzmuskel, der auf Dauer krankhaft zu erweitern droht. Wie Völker dennoch permanent in großer Höhe leben können, haben chinesische Forscher aufgeklärt.

Die Aktivität eines Gens mit dem Bauplan für ein Hemmprotein verhindert unter normalen Sauerstoffbedingungen eine übermäßige Erythrozytenproduktion. Sauerstoffmangel in großer Höhe aktiviert einen Signalweg, der das Gen und damit die Synthese des Hemmproteins blockiert. Die Folge ist eine ungebremste Erythrozytenvermehrung und Zunahme der Blut-Viskosität. Dem „Tiefländer“ fehlt eine Notbremse, die der „Erythrozytenexplosion“ bei längerem Aufenthalt in großer Höhe Einhalt gebietet. Das dicke Blut verursacht Schwäche, Kopfschmerzen und Herzbeschwerden – Abstieg erforderlich!

Als Anpassung an das seit Jahrtausenden in >4.000 Meter Höhe währende Leben hat die Evolution die Tibeter mit zwei Mutationen in dem Hemm(protein)-Gen ausgestattet. Dieses veränderte Hemm-Gen nennen die Biologen „Sherpa-Gen“. Während beim Normalbürger das Hemmprotein durch niedrigen Sauerstoffgehalt inaktiviert wird und sich so die Erythrozyten ungebremst vermehren, bleibt das vom Sherpa-Gen kodierte Hemmprotein der Gebirgsmenschen aktiv und verhindert die Blutverdickung.

Insgesamt ist das Gleichgewicht zwischen Erythrozytenproduktion und -abbau bei den Gebirgsvölkern zugunsten der Produktion verschoben. So haben sie dauerhaft höhere, aber keine überbordenden, Blut verdickenden Erythrozytenwerte. Das Ergebnis: permanent höhere Sauerstoffbindungskapazität bei herzgesunder Blutviskosität.

Folgen für das Höhentraining

Wer weder „ex statu nascendi“ Sherpa-Gen-Träger noch „afrikanischer Dauer-Höhentrainierer“ ist, kann zur Saisonvorbereitung einen Gebirgsaufenthalt nutzen. Gemäß den neuen Erkenntnissen lautet die erste Vorgabe: Nicht zu hoch! 1.500 bis 2.200 Meter kurbeln die Erythropoese an, ohne das Herz-Kreislauf-System zu gefährden.

Gutes Höhentraining bringt Leistungszuwächse bis zu 5 % (vereinzelt darüber). Nicht nur wegen des Blutverdickungsrisikos sollte nicht bzw. nach dem „Live-low-train-high“-Prinzip nur stundenweise deutlich über 2.500 Meter trainiert werden. Dauerhaft größere Höhen belasten übermäßig und verlängern die Akklimatisationsdauer. Im Profibereich ist Höhentraining Standard – ein „Zuckerschlecken“ wahrlich nicht. Die positiven – wenn auch nur mit dem Sekundenzeiger messbaren – Effekte kommen einige Tage nach der Rückkehr zum Tragen.

Der Sauerstoffgehalt ist in 2.000 Metern Höhe über 20 %, die körperliche Leistungsfähigkeit bis zu 10 % gesunken. Die Sauerstoffbeladung des Blutes in den Lungenbläschen und damit die Versorgung der Muskeln sind vermindert. Die Energie für Ausdauerleistungen wird aber vorwiegend über die ergiebigen aeroben Abbauwege von Fetten und Kohlenhydraten gewonnen. Fette können anaerob gar nicht, Kohlenhydrate nur unvollständig bis zur Milchsäure (Lactat) abgebaut werden, was nur einen Bruchteil (<6 %) an Energie (ATP) liefert und die gefürchteten „sauren Beine“ macht.

Fett liefert mehr als doppelt so viel Energie (9,3 kcal/g) wie Kohlenhydrate (4,1  kcal/g). Wegen der strikten Sauerstoffabhängigkeit leidet der Fettabbau in der Höhe anfangs besonders. Dieser leistungsdefizitäre Zustand wird bei vernünftigem Trainingsaufbau nach wenigen Tagen durch günstige Adaptationen kompensiert.

Epo-Doping – ganz legal

Nach ein bis zwei Tagen führt der Sauerstoffmangel zu einer Reduktion des Blutplasmas (zellfreie Blutflüssigkeit aus >90 % Wasser, ca. 120 Eiweißen, geringen Menge Kohlenhydraten, Fettsäuren, Salzen, Mineralien). Dies entspricht einer Erhöhung der Blutzell- und damit auch der Erythrozytenkonzentration – die Sauerstofftransportkapazität steigt. Bedeutender ist die verstärkte Ausschüttung des Nieren-Hormons Erythropoetin („Epo“), das die Erythrozytensynthese im Knochenmark forciert. Dieses „natürliche Epo-Doping“ – körpereigenes lässt sich von biotechnologischem „Kunst-Epo“ unterscheiden – ermöglich die bessere Ausnutzung des reduzierten Sauerstoffangebotes. Plasmareduktion und gesteigerte Epo-Ausschüttung haben nach der Rückkehr in tiefere Lagen noch eine Zeitlang Bestand. Das überdurchschnittlich sauerstoffaufnahmefähige Höhenblut findet „paradiesische“ Beladungsbedingungen vor und versorgt Muskeln/Organe optimal. Die aeroben Nährstoffabbauprozesse laufen perfekt – die richtige Zeit für Wettkämpfe. Bis zu drei Wochen hält die Höhentrainingswirkung an.

Eisen und viel trinken

Die Erythrozyten binden Sauerstoff über das zweiwertige Häm-Eisen des Hämoglobins. Ausreichende Eisen-Versorgung ist in der Höhe enorm wichtig. Häm-Eisen ist nur in tierischen Lebensmitteln (Fleisch, Fisch) enthalten und deutlich besser resorbierbar (Bioverfügbarkeit 25–35  %) als das dreiwertige Nicht-Häm-Eisen (2–15  %) aus Pflanzen (VK-Getreide, Trockenfrüchte, Spinat). Vitamin C fördert die Resorption. In trockener Höhenluft steigen Transpirationsrate und Perspiratio insensibilis, der unsichtbare Wasserverlust über Schleimhäute, Atmung und Haut  erhöhter Flüssigkeitsbedarf!

Höhentraining im Breitensport?

Kein Sherpa-Gen, nur 5  % Leistungszuwachs – macht Höhentraining im Freizeitsport Sinn? Alltagspflichten und enges Zeitbudget lassen ein optimal terminiertes, mehrwöchiges Höhentraining selten zu. Wer dennoch in die Höhe geht, sollte grobe Fehler vermeiden. Die Sauerstoffsättigung von Sherpa-Gen-Trägern ist von Flachlandathleten unerreichbar. Im Leistungssport kann Höhentraining über Gold und „goldene Ananas“ entscheiden. Im Breitensport ist es kein Muss. Zu einem zweiten Haile Gebrselassie ist noch kein Freizeitjogger in dünner Luft mutiert. Dennoch lasse sich niemand die Freude an seinem „Tirolurlaub“ nehmen. Entspannte Bewegung in klarer Bergluft liefert mehr Kraft und Motivation als gestresstes Höhentraining.

Ausblick

Das neue Wissen um die Genetik von Höhenvölkern ist für die Gentherapie von Blutbildungsstörungen und Entwicklung von Trainingsprogrammen bedeutsam. Vice versa lauern Missbrauchsgefahren in Form eines „Sherpa-Gen-Dopings“, dem gezielten Einfügen von Genvarianten, welche die Sauerstoffbindungseigenschaften des Blutes erhöhen.

Variation of Superfood Chia, Quinoa, Poppy Seed and Nuts

Gemixte Power – lecker und schnell

„Superfood“ ist im Laufumfeld geradezu in Mode gekommen. Aber was steckt wirklich dahinter, und wie kann man die Zutaten am besten selber verarbeiten? aktiv Laufen-Redakteurin Kea ­Müttel ist diesen Fragen auf den Grund gegangen.

Text: Kea Müttel

Chia-Samen, Baobab, Goji-Beeren, die Liste exotisch klingender und natürlicher Nahrungsmittel ist lang. Sie alle haben eines gemeinsam: In der Öffentlichkeit sind sie seit geraumer Zeit auch als „Superfood“ bekannt. Außerdem sind sie der Grund, warum ich an einem schönen Montagvormittag zu Gast bei der Firma Bianco (www.power-trifft-design.de) in Köln bin. Die Firma stellt Mixgeräte her, mit denen sich unter anderem Sportlernahrung wie Gels und Riegel sehr einfach selber herstellen lassen. Ich bin nicht alleine hier, außer mir ist noch der Extremsportler Michele Ufer anwesend, der sich das Ziel gesetzt hat, in Zukunft vermehrt eigene Wettkampf- und Trainingsnahrung herzustellen. Aber wie macht man das am besten, und worauf sollte man achten? Dieser Frage gehen wir gemeinsam auf den Grund. Angeleitet von Bianco-Mitarbeiterin Johanna Bertram zaubern und mixen wir die unterschiedlichsten Zutaten zusammen und müssen feststellen: „Superessen“ ist nicht nur gesund, sondern häufig auch noch super lecker! Was genau an den Zutaten „super“ ist, ist aber nach wie vor umstritten.

Wirkung nicht nachgewiesen

In den vergangenen Jahren ist der Begriff „Superfood“ geradezu in Mode gekommen. So deklariertem Essen werden besonders positive gesundheitliche Wirkungen zugeschrieben. Die verschiedensten Smoothies und Gels werben mit dem Namen. Eine genaue wissenschaftliche Definition gibt es aber nicht. Genauso wenig ist wirklich klar, wie das Essen auf den Menschen tatsächlich wirkt. Denn die meisten Studien sind im Labor oder an Tieren und nicht unter alltäglichen Bedingungen getestet worden. Deshalb rät das Europäische Informationszentrum für Lebensmittel in diesem Zusammenhang auch, weiterhin auf einen abwechslungsreichen Speiseplan zu achten. Auf diesem dürfen aber gerne auch „Superfoods“ stehen, und gerade für Ausdauersportler und aktive Läufer sind energiereiche Lebensmittel unerlässlich, denn der hohe Kalorienverbrauch beim Laufen muss irgendwie kompensiert werden. Da sind natürlich hergestellte Gels und Riegel mit hoher Kalorienzahl eine schöne Alternative zum Supermarktregal. Ein weiterer Kritikpunkt am Superfood: Die Lebensmittel sind zu teuer. Es gibt allerdings auch zahlreiche regionale und günstige „Superfoods“: Himbeeren, ein Apfel oder einfach ein bisschen Kakaopulver. Auch diese Lebensmittel gelten in einem gewissen Rahmen als gesundheitsfördernd. Allen Läufern, die sich gerne mit Ernährung beschäftigen und ohnehin ein Faible für Backen und Kochen haben, würde ich allerdings raten, die Herstellung von eigenen Energielieferanten einfach einmal auszuprobieren. Ich habe mich beim Mixen schnell in den Geruch von Bananen und Kokos verliebt und festgestellt, dass die selbst hergestellten Energiekugeln neben dem Nutzwert auch noch die gesünderen Süßigkeiten sind – besser geht es ja eigentlich sowieso nicht! Super!

5 K New York MARATHON 2018

Running-City – New York

Text: Ralf Kerkeling

New York erwacht anders als andere Städte auf dieser Welt. So viel steht mal fest. Das viel besungene Brodeln der Stadt, es ist ständig präsent. Immer ist etwas los, ohne das es dabei extrem laut zugeht. Überhaupt ist New York entspannter, als zumindest ich es mir vorgestellt habe. Die Bewohner haben sich perfekt mit ihrer Umwelt arrangiert: Volle Straßen, volle U-Bahnen – jau, dann ist das so. Kein Grund, unfreundlich oder gar hektisch zu werden. Ganz ehrlich, ein Gang über eine Kölner Einkaufsstraße ist nervenaufreibender als ein Bummel entlang der 5th Avenue. Die ersten Eindrücke der Megametropole am Hudsonriver lassen die Synapsen direkt rotieren. Für den Kopf ist es beinah unmöglich, sämtliche Eindrücke sortiert zu verarbeiten. Hier ein Wahnsinnsgebäude, dort ein cooler Freak, ein Flirren allüberall – fast zuviel für ein normal funktionierendes menschliches Gehirn.

 

Auch für mich und große Teile unserer Reisegruppe verläuft die erste Nacht und das erste Erwachen am Big Apple eher ungewöhnlich. Der Jetlag fordert unseren Biorhythmus heraus. Heißt in meinem Fall: jede Stunde aufwachen, umdrehen, wach liegen, schlafen und wieder von vorn das Ganze. Gegen 5 Uhr in der Früh beende ich meinen verzweifelten Versuch, zur Ruhe zu kommen und streife mir die Laufsachen über. Die beste Idee an diesem noch sehr jungen Tag. Als ich Richtung Central Park trabe, ist es noch dunkel – wenn man das in dieser Glitzermetropole so nennen kann. Der Himmel liegt irgendwo versteckt zwischen den Hochhaustürmen Manhattans, Sterne sind nur zu erahnen. Erhellt werden die Straßen überwiegend durch beleuchtete Bürokolosse. Je näher ich dem Central Park komme, desto mehr mehr Gleichgesinnte treffe ich. Pünktlich zu meinen ersten Metern in diesem Mekka für Läuferseelen, geht die Sonne auf! Wir Early Birds werden von einem strahlenden Tag begrüßt. Mit jedem Kilometer nimmt die Schar der Läufer im wundervoll angelegten Park zu. Dies ist sie also, die besondere Stimmung in diesem Park, am Wochenende des größten Marathons der Welt. So treffe ich auf eine Laufgruppe aus Argentinien, die sich mit Läufern aus Italien zusammengeschlossen hat, jeweils zu erkennen an den unterschiedlichen Landesfarben auf ihren Laufshirts. Zahlreiche andere Sprachen gesellen sich innerhalb kürzester Zeit hinzu. Die Masse an Läufern ist beeindruckend. So viele Läufer bei einem entspannten Morningrun – mancher Laufveranstalter in Deutschland wäre froh, nur einen Bruchteil davon als Teilnehmer begrüßen zu dürfen. Ein gemeinsames Einstimmen auf den anstehenden Marathon, ein erster Test auf einer der bekanntesten Zielgeraden des weltweiten Marathonzirkus. Ich treffe auf Florian, besser bekannt als Flooorrriii, einen der bekanntesten Sport- und Fitnessblogger Deutschlands. Auch ihn scheint der Jetlag zu einem frühen Läufchen inspiriert zu haben. Dieser Lauf am Morgen sollte für uns zu einem Ritual der nächsten Tage werden. Kurz und knackig, nicht zuviel, schließlich steht der große Marathontag noch an.

Etwas, das in Erinnerung bleiben wird

Für einen Marathonläufer ist es so: Man will sich einerseits auf einen Marathon freuen, das heißt man will entsprechend ausgeruht an den Start gehen, gleichzeitig kann man sich nicht gänzlich dem Reiz der jeweils bereisten Stadt entziehen. New York und sich ausruhen, das passt nicht zusammen, zumindest nicht für uns Hobbyläufer. Zu reizvoll sind all die Sehenswürdigkeiten. Wir reißen einiges an Touri-Kilometern ab. Meist sind wir zu Fuß unterwegs, nehmen aber auch mal einen der praktischen Hop-on-hop-off-Busse. New York im Crashkurs, wer kann sich dem schon entziehen? Die Tage vergehen wie im Flug, die Stadt steht ganz im Zeichen des Marathons. Der Besuch auf der Messe, das Abholen der Startnummern, der eigentliche Grund für den Besuch rückt näher. Leichte Rennnervosität gepaart mit absoluter Vorfreude machen sich in unserer Gruppe breit. Jeder von uns hat seine persönlichen Laufziele. Für einige ist es der erste Marathon, andere haben Zeitziele. Florian möchte eine ordentliche Zeit laufen, jedoch auch die Stimmung mitnehmen. Eine gute Entscheidung, wie sich im Verlauf des Sonntags zeigen wird. Denn der Lauf durch die Megacity hat es in sich! Eine profilierte Strecke, es geht rauf und runter. Absolut beeindruckend sind die Menschenmassen am Wegesrand. Die positive Stimmung trägt uns durch die Strassen New Yorks. Auf den hügeligen Kilometern durch Brooklyn und Williamsburg erzeugen die Zuschauer eine Tour de France-Atmosphäre, so eng machen sie die Straßen, brüllen die Läufer motivierend weiter. Für mich ist kurz vor Manhattan, nach etwas mehr als der Hälfte der Strecke, Schluss. Die Hüfte macht zu. Florian hat auch zu kämpfen, zieht jedoch durch. Was für jeden von uns bleibt, ist am Ende des Tages die Gewissheit, an etwas Besonderem teilgenommen zu haben. Ein Erlebnis, das uns noch lange im Gedächtnis bleiben wird.

Flo’s Laufschuh

Mit diesem Schuh bestritt Florian
den New York Marathon – 
der 1400V6 ist wie geschaffen für Wettkämpfe. Preis: 120,00 €, www.newbalance.de

ASICS AW16 DynaFlyte Product Shot MW 1

Pflichtequipment für Läufer

Jeder Läufer fängt in der Regel gleich an: einmal vom Laufen angetan, wird auf die bereits vorhandenen Sportschuhe zurückgegriffen. Dabei macht man sich keine großen Gedanken, ob der Laufschuh für einen geeignet ist, man möchte einfach nur loslaufen. So habe auch ich mit dem Laufen begonnen. Nach einigen Läufen wurde mir aber schnell bewusst, dass meine billigen Laufschuhe doch nicht die beste Wahl waren. Ich bekam Schmerzen von meinen alten Schuhen und dachte mir, da muss jetzt etwas Ordentliches her. Daraufhin besuchte ich einen Laufsportladen und ließ mich auf meine erste Laufschuhberatung ein. Zunächst war ich überwältigt von dem enormen Angebot und konnte nicht so recht Unterschiede feststellen. Durch die Beratung wurde mir aber schnell bewusst, dass sich Laufschuhe in vielen Eigenschaften unterscheiden und man sich mit dem falschen Laufschuh viele Probleme einhandeln kann, was ich ja bereits selber erfahren musste. Genauso verhält es sich auch mit dem richtigen Equipment für Läufer.

Nachdem ich nun selber einige Jahre im Laufladen gearbeitet habe und etliche Kilometer hinter mir habe, bin ich in der Lage, Equipment für Läufer besser zu vergleichen und Ratschläge zu geben. Es gibt viele Produkte, die das Laufen einfacher gestalten sollen und oft fragt man sich, ob das wirklich benötigt wird. Ähnlich wie beim Laufschuhkauf gibt es für jeden Artikel, sei es ein Laufshirt oder die Laufhose, wichtige Aspekte, die man beim Kauf beachten sollte. Im Vordergrund sollte dabei immer stehen, dass Sie sich in dem Artikel wohl fühlen. Es gibt wahrscheinlich nichts Schlimmeres als ein störendes Textil, welches einem den Spaß am Laufen nimmt. Gerade neues Equipment sollte ja einen extra Motivationsschub für die nächste Laufeinheit verschaffen.

Halten Sie sich auch stets vor Augen, für welchen Einsatzzweck Sie den Artikel benötigen. Es macht wenig Sinn, mit dem coolsten Trailschuh über den Asphalt in der Stadt zu laufen. Eigenschaften wie die Farbe oder Marke sollten bei der Kaufentscheidung in den Hintergrund rücken. Auch der direkte Vergleich im Fachgeschäft gibt einem viel Unterstützung bei der Auswahl. Moderne Laufsportläden besitzen in der Regel die Möglichkeit, das gewünschte Produkt vor Ort zu testen. Seien Sie auch offen gegenüber dem Personal im Fachgeschäft. Im besten Fall hatte der Verkäufer bereits einige Kunden mit denselben Wünschen oder kann Ihnen aus eigener Erfahrung bei der Auswahl helfen. Nutzen Sie auch die Möglichkeit, sich mit Läufern bei Lauftreffs oder Running Communities über Equipment auszutauschen, was Ihren Horizont bei der Suche erweitert. Gerade beim Herantasten an einen neuen Bereich wie das Trailrunning, ist die Erfahrung von langjährigen Läufern nicht zu unterschätzen.

Angemessene Pflege

Es ist ja bekanntlich noch kein Meister vom Himmel gefallen, also scheuen Sie sich auch nicht davor, mal etwas Neues auszuprobieren. Aktuell bringen immer mehr Marken neue aufregende Produkte auf den Markt, sodass für jeden etwas dabei ist. Eine Frage, welche auch oft in Verbindung mit Equipment gestellt wird: Wie lange benötige ich, um mich an meine neue Ausrüstung zu gewöhnen? Um beim Wettkampf keine bösen Überraschungen zu erleben, sollten Sie Lauftextilien mehrere Male beim Training getragen haben. Greifen Sie beim Wettkampf auf Ihre Lieblingstücke zurück, so bleibt der Fokus auf das Laufen gerichtet. Besonders Ihre Laufuhr sollte Sie am Tag X nicht ausbremsen, daher sollten Sie überprüfen, welche Einstellungen und Anzeige beim Wettkampf optimal für Sie ist.

Um lange Freude an ihrer Ausrüstung zu haben, gehört eine angemessene Pflege dazu. Laufschuhe gehören nicht in die Waschmaschine, da Waschmittel die funktionellen Fasern zerstört und sich geklebte Stellen lösen können. Reinigen Sie die Schuhe unter fließendem Wasser und lassen Sie die Schuhe bei Zimmertemperatur trocknen. Für Lauftextilien empfiehlt sich spezielles Waschmittel, was die Membranfunktion schützt sowie Gerüche neutralisiert. Wasserfeste Laufjacken mit speziellen Materialen sollten nicht nach jedem Lauf in der Waschmaschine landen. Besser ist es, diese auszulüften, sodass die Lebensdauer der Membran erhalten bleibt. Behalten Sie bei allen Ratschlägen jedoch stets im Hinterkopf, dass jeder Läufer anders ist und man auf seine eigenen Bedürfnisse und Erfahrungen vertrauen sollte!

Laufschuh

Der Laufschuh ist und bleibt das wichtigste Equipment. Sie sollten vor allem beachten, dass Sie sich wohl in ihm fühlen und es Spaß macht, den Schuh zu laufen. Probieren Sie vor dem Kauf verschiedene Modelle und vertrauen Sie Ihrem Gefühl. Es muss nicht das teuerste Modell sein – wichtiger ist, dass es der richtige Laufschuh für Ihre Ansprüche ist.

Zweitschuh

Bei mehreren Laufeinheiten in der Woche empfiehlt es sich, einen Zweitschuh anzuschaffen. Dadurch beugt man eintönigen körperlichen Belastungen vor und gibt dem Fuß neue Reize. Ideal dafür eignen sich Minimalschuhe zur Stärkung der Fußmuskulatur, ein dynamischer Laufschuh für schnelle Einheiten oder ein Trailschuh für anspruchsvollere Untergründe.

Laufhose

Die richtige Laufhose sollte wie eine zweite Haut sitzen und genügend Bewegungsfreiheit bieten. Für die warme Jahreszeit eignen sich besonders atmungsaktive Tights, in den kühleren Monaten empfiehlt sich wärmendes sowie wetterfestes Material. Probieren Sie sich durch das Angebot der Hersteller, gerade bei Tights ist die Passform entscheidend.

Laufshirt

Das Angebot an Laufshirts ist riesig. Vor allem sollten Sie beachten, dass das Shirt atmungsaktiv und aus einem angenehm zutragenden Material hergestellt ist. Es sollte Sie beim Laufen nicht einschränken und keine störenden Nähte besitzen, welche am Körper reiben könnten. Reflektoren und Taschen für z.B. Schlüssel sind kleine nützliche Gimmicks.

Laufsocke

Von vielen unterschätzt, denn die falsche Socke kann beim Laufen viel Ärger verursachen. Die Laufsocke sollte atmungsaktiv sein, sodass der Schweiß nach außen abgeben wird. Dies verhindert Reibungen im Schuh und somit wird auch die Blasenbildung am Fuß reduziert. Gerade bei längeren Läufen bringt die Laufsocke viele Pluspunkte beim Komfort.

Laufjacke

Um jeder Wetterlage zu trotzen, ist eine Laufjacke unverzichtbar. Die richtige Jacke sollte Sie trocken halten, aber dennoch atmungsaktiv sein. Achten Sie darauf, dass die Jacke Ihnen eine natürliche Bewegungsfreiheit bietet und reflektierende Elemente für die dunkle Jahreszeit besitzt. Praktische Taschen für Verpflegung sind für lange Läufe optimal.

Laufuhr

Wer gezielt trainieren möchte, für den empfiehlt sich eine Laufuhr. Das Angebot ist groß, daher sollten Sie sich genau überlegen, welche Funktionen Sie für das Laufen benötigen. Es empfiehlt sich, die Uhr im Fachgeschäft näher anzuschauen. So können Sie sich mit dem Funktionsaufbau vertraut machen und auch testen, ob sich die Laufuhr angenehm trägt.

Einlegesohle

Mit der richtigen Einlegesohle kann man seinem Laufschuh einen erheblichen Komfortzuschuss verpassen. Je nach ausgeprägtem Fußgewölbe gibt es passende Sohlen, um Ihren Laufschuh besser auszufüllen. Probieren Sie Sohlen im Fachgeschäft mit Ihren Laufschuhen an, dadurch können Sie direkt vor Ort testen, ob eine Einlegesohle das richtige für Sie ist.

Laufshorts

Laufshorts sollten vor allem atmungsaktiv sein und Taschen für Schlüssel oder Verpflegung bieten. Besonders interessant sind Varianten, welche im inneren eine Tight besitzen, so kann man das angenehme Gefühl einer Tight mit einem lockeren Style kombinieren. Auch im Winter lassen sich die Shorts als wärmende Schicht über die lange Lauftight tragen.

Mütze

Besonders im Winter ist eine Mütze beim Laufen unverzichtbar, da der Körper über den Kopf besonders viel Wärme verliert. Auch Varianten mit Mundschutz bringen einen wärmend durch die Kälte. Gerade im Sommer, wenn der Planet drückt, schützt die richtige Cap vor der Hitze. Achten Sie darauf, dass die Mütze atmungsaktiv ist und angenehm am Kopf sitzt.

Text: Jan Lau (Running Culture)

Mens 5000 Metres - Munich Olympics

DER SCHNELLSTE SCHNÄUZER AMERIKAS

Amerikas größter Star der Mittel- und Langstreckenlaufszene starb vor mehr als vierzig Jahren. Doch Steve Prefontaine ist immer noch ein Idol.

Eine goldene Statue mit Schnäuzer und langen Haaren in Beaverton nahe Portland erinnert an einen Mann, der Mitte der 1970er-Jahre mit 24 Jahren ums Leben kam. Eine weitere große Statue wurde in seinem Heimatort Coos Bay in der Ortsmitte neben dem Besucher-Informations-Center errichtet. Ebenfalls im US-Bundesstaat Oregon, am Rand einer Straße in Eugene, dem Ort, an dem sein Leben durch einen Autounfall abrupt beendet wurde, legen Menschen noch über 40 Jahre nach seinem Tod Blumen ab. Dabei tragen nicht wenige ein T-Shirt mit dem Konterfei des Amerikaners. Derjenige, der kein Shirt trägt, hat sich womöglich einen seiner Sprüche unter die Haut gestochen.

Wer jetzt alle Rockstars der Westküste Amerikas im Kopf durchgeht, die ein zu frühes Ende gefunden haben, ist erst einmal auf der falschen Fährte. Denn singen konnte Steve Prefontaine nicht besonders gut. Zumindest ist darüber nichts bekannt. Doch ein Rockstar war und ist der Mann, den alle „Pre“ nannten, dennoch – ein Rockstar des Sports.

Oder auch anders gesagt, Amerikas größte Lauflegende. Der Mann, der neben den eingangs erwähnten Charakteristika – Schnäuzer und lange, wehende Haare – das gelbe Trikot des Sportteams seiner Universität Oregon trug. Als Mitglied der „Oregon Ducks“ hielt er zum Zeitpunkt seines Todes jeden amerikanischen Rekord zwischen 2.000 und 10.000 Metern sowie zwischen zwei und sechs Meilen. Dazu kamen noch einmal acht College-Rekorde. Jener über drei und sechs Meilen steht immer noch.

KAMPF FÜR GERECHTIGKEIT

Doch nicht nur sportlich, auch menschlich war er eine herausragende Persönlichkeit, betonen die „Oregon Ducks“ in ihrer digitalen Hall of Fame im Internet. Schließlich habe er sich immer gegen Ungerechtigkeit ausgesprochen, besonders wenn es um die Behandlung der Amateur-Athleten durch Offizielle der amerikanischen Leichtathletik ging. Zudem gründete er am Oregon State-Gefängnis mit mehreren Insassen einen Laufclub.

Mit seiner aggressiven Laufhaltung und dem unbedingten Siegeswillen trug er in seiner Heimat Anfang der 1970er-Jahre zu einem Lauf-Boom bei. Im Jahr 1972 erschien er auch auf Fernsehern in Wohnzimmern von Menschen, die sich vielleicht noch nicht eingehend mit der amerikanischen Läuferszene beschäftigt hatten. Es standen die Olympischen Spiele in München an, und der Athlet aus Oregon ging über 5.000 Meter an den Start. Mit 21 Jahren war er mindestens zwei Jahre jünger als alle anderen im Rennen und ging es dennoch forscher an als sie alle. Erst 600 Meter vor dem Ziel musste er die Führung abgeben und wurde Vierter (13:28,25 Minuten) hinter Goldmedaillensieger Lasse Virén aus Finnland (13:26,42 Minuten), dem Tunesier Mohamed Gammoudi und dem Briten Ian Stewart, der Prefontaine wenige Meter vorm Ziel einholte. Auf den Rängen saßen die Eltern Ray und Elfriede Prefontaine. Wie der Vorname der Mutter schon erahnen lässt, ist die Teilnahme an den Spielen in München nicht Prefontaines einzige Verbindung zu Deutschland. Vater Ray lernte seine deutsche Frau in seiner Zeit als US-Soldat in Deutschland kennen.

Nach der hervorragenden Olympia-Premiere des jungen Sportlers war dann eine Medaille in Montreal 1976 das große Ziel. Auf dem Weg dorthin unterzeichnete er 1974 als erster Athlet einen Vertrag über 5.000 Dollar mit einer kleinen aufstrebendem Sportschuh-Firma aus „Pres“ Heimat Oregon, die den Namen Nike trug … Diese Verbindung erklärt auch die eingangs erwähnte Statue. Denn es mag zwar auch interessant sein, dass die Stadt Beaverton ihren Namen einst aufgrund der vielen von Bibern gebauten Dämme erhielt. Doch bekannter ist Beaverton mittlerweile als Hauptsitz der Firma Nike.

TRAGISCHER TOD

Der 30. Mai 1975 war dann zunächst wie gewohnt ein erfolgreicher Tag im Leben Prefontaines. In seinem Heimstadion Hayward Field gewann er über 5.000 Meter. Ein paar Stunden danach stieg er in seinen MGB-Sportwagen und fuhr unweit des Stadions gegen eine Steinwand. Seit diesem tragischen Tod finden Ende Mai im Hayward Field jährlich die „Prefontaine Classic“ statt. Und wer sich in Eugene in den Alton Baker Park begibt, findet dort natürlich noch den „Steve Prefontaine Memorial Jogging Trail“ – ein 4,07 Meilen langer „Running and Walking Trail“, eine Holzhackschnitzelbahn mitten im Wald. Mit dieser erfüllte sich „Pres“ Vorstellung von einer Art Trail, wie er sie so ähnlich durch Besuche in den Wäldern Skandinaviens kannte. Er hatte gehofft, dank solch eines Trails besser trainieren zu können und auch andere Menschen zum Laufen zu animieren und so etwas für ihre Gesundheit zu tun. Nach seinem Tod begannen noch im Herbst des Jahres 1975 die Arbeiten an „seinem“ Trail – zu Ehren des Rekordmanns. Für den Rockstar der Laufszene sicherlich ein noch passenderer Tribut als jede noch so große Statue.

Text: Kerstin Börß