Category : Allgemein

Young attractive and cheerful couple running outside on sunny day

Zum Glück gepaced!

An vermutlich keinem anderen Ort dieser Erde findet man auf so wenig Fläche so viel Freude, Leid, Euphorie und Schmerz wie wenige Meter hinter der Ziellinie. Emotionen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, in ihrer konzentriertesten Form. Und über dieser Gefühlsflut tänzeln erhaben ein paar bunte Zielzeitluftballons hinweg, bilden des einen Fluch sowie des anderen Segen. Einblicke in das Leben eines Pacemakers.

Ich habe schon öfter „gepact“. Heißt, entweder einen Luftballon mit einer bestimmten Zielzeit hinter mir hergezogen und das Durchschnittstempo zur entsprechenden Zeit konstant von Anfang bis Ende gehalten oder in „Eins-zu-eins-Betreuung“ die Verantwortung über die Renngestaltung übernommen. Jedes Mal war es anders, jedes Mal emotional und jedes Mal auf eine ganz eigene Art und Weise wunderbar. Kürzlich durfte ich sogar „einen Auslandseinsatz“ als Pacer antreten und viele Leute auf ihrem Weg zur berüchtigten 4-Stunden Marke begleiten. Ein wahrhaft unbeschreibliches Erlebnis. Nun sitze ich hier und versuche, einen Bericht über die Arbeit eines Pacemakers zu verfassen. Ehrlich, unverblümt und informationsreich, am besten mit Anekdoten aus dem Erlebten.

Doch wie auch häufig im Rennverlauf kommt es nicht nur im Leben, sondern auch beim Schreiben manchmal alles etwas anders als geplant. Lange habe ich mir Gedanken darüber gemacht, was ich Ihnen, werte aktivLaufen-Leser, über das „Tempomachen“ erzähle. So habe ich mir in Vorbereitung auf diesen Artikel selbst viele Fragen gestellt. Nicht nur nach dem Warum, sondern auch nach dem Wie beziehungsweise Wofür. Ich habe das Erlebte reflektiert und Erinnerungen noch einmal heraufbeschworen, an welchen ich skurrilerweise teilhaben durfte. Und während ich den ein oder anderen Gänsehautmoment noch einmal durchlebte, kam ich zu dem Entschluss, dass es wohl so etwas wie einen ungeschriebenen Pacer-Kodex gibt.

Was auf 42,195 Kilometern passiert, bleibt auf 42,195 Kilometern

Pacemaker ist man aus Leidenschaft, mehr mit dem Herzen als mit den Beinen. Pacemaker ist man von Läufern für Läufer. Stillschweigend. Umgeben von Freude, Euphorie, Dankbarkeit und neuen Bestzeiten hinter der Ziellinie. Wir tragen die Fahne oder den Ballon nicht für Anerkennung oder gar um uns mit den Erlebnissen und Gefühlen Anderer zu brüsten, sondern erfüllen den Job, weil wir das Laufen und die jeweilige Distanz lieben. Und weil wir aus eigenen Kämpfen gegen die Uhr nur zu gut wissen, dass es beim Lauf auf eine bestimmte Zielzeit oft auf Kleinigkeiten ankommt.

Ja, genau die Kleinigkeiten sind es, die einen wirklich erfolgreichen „Pacereinsatz“ ausmachen. Die Namen abfragen und laut rufen, wenn der-/diejenige nach hinten fällt, motivierende Worte finden, wenn es schwer wird, eventuelle Stolperstellen ausrufen, bestenfalls sogar Salz- und Magnesiumpäckchen oder gar ein zusätzliches Energiegel parat haben … Sehr geehrte aktivLaufen-Leser, ich werde an dieser Stelle nicht viel weiter ins Detail gehen, sondern ganz einfach anhand eines Berichtes versuchen, verschiedene Pace-Erfahrungen wiederzugeben und Ihnen im lebhaften Stil alle Fragen zum Thema zu beantworten. Und wer weiß, vielleicht begegnen wir uns eines Tages auf der Strecke und laufen gemeinsam? Ich würde mich auf jeden Fall sehr freuen.

Ein Marathon im Schnelldurchlauf

Hektisches Beinausschütteln, auf der Stelle tippeln, Schultern kreisen. Köpfe werden nach rechts und links geneigt, Schuhbänder noch einmal gebunden. Die Blicke um mich herum sind fokussiert, die Atemzüge tief, und die Stimmung ist angespannt. Ja, ich befinde mich im ganz normalen Startblock-Wahnsinn, mit einer „Zielzeit-Beachflag“ auf dem Rücken, welche das Feld zu teilen scheint. Jemand drängt sich ganz bewusst vor mich, dreht sich schelmisch grinsend um und scherzt mit nervöser Entschlossenheit: „Wenn du mich einholst, ist das Rennen gelaufen!“ Die Menge lacht, das Eis ist gebrochen. Die ersten Fragen sprudeln aus den Läufern um mich heraus: „Läufst du ein Tempo durch? Und wenn nicht, die erste oder die zweite Hälfte schneller? Wie ist das an den Verpflegungsstationen? Und wenn du mal auf Toilette musst? Hast du schon mal gepact?“

Bis zur letzten Sekunde erkläre ich „meine Rennstrategie“. Ein Tempo durchlaufen, etwa zwei Sekunden schneller auf den Kilometer als Durchschnittspace zur Zielzeit, sodass der „Stau“ am Anfang und an Verpflegungsstationen kompensiert werden kann. Die Traube um mich herum nickt  hoffnungsvoll. Da ertönt er, der Startschuss. Lautes Jubeln, und die Masse setzt sich in Bewegung. Eine 42,195 Kilometer lange Reise steht uns bevor.

Für viele die Erste, für einige die Letzte dieser Art. Für wieder andere ein inzwischen routiniertes Prozedere und trotzdem immer wieder spannend, nicht zu 100 Prozent planbar. „Hier Start, da Ziel, dazwischen musst du laufen“, brachte es Emil Zatopek auf den Punkt. Und das tun wir, alle. Laufen dem Ziel entgegen und rechnen ab. Rechnen ab mit uns selbst, unserem inneren Schweinehund, mit all dem Training, mit den Wehwehchen im Vorfeld. Mit dem einhergegangenen Verzicht. Auf den ersten vier Kilometern verlieren wir aufgrund des großen Andrangs etwa 30 Sekunden. Die Leute werden nervös: „Das schaffen wir nie!“ „Doch, doch“, versuche ich sie zu beruhigen, „da vorn kommt ein Berg, bergab lassen wir rollen, und ab dann kommen wir gut durch.“ Skeptisches Grummeln hinter mir. Ein guter Moment, um die Namen derer abzufragen, welche ganz dicht bei mir laufen.

Wie ein Mantra spreche ich sie vor mir her und versuche, sie mir einzuprägen. Ab Kilometer 16 wird die Traube um mich spürbar kleiner und nimmt nun mit jedem Kilometer weiter ab. „Heute ist kein guter Tag zum Marathonlaufen“, verabschiedet sich Peter und möchte sich auch nicht gut zureden lassen. Gabi klagt über das  Schienbeinkantensyndrom und möchte heute doch „nur durchkommen“. „Schon gleich die Hälfte geschafft“, quietsche ich derweil freudig und applaudiere meinen Verfolgern kurz vor der Halbmarathonmarke.

„Joa, ab jetzt geht’s bergab …“, kommentiert jemand und erntet verhaltenes Lachen. Mein kleiner Korso bewegt sich weiter. Einen Schritt vor den anderen, immer wieder. Tapfer steuern wir auf die 30-Kilometer-Marke zu. Ganz tapfer. Denn wir alle wissen: Hier beginnt der Marathon wirklich. Wieder und wieder rufe ich die Namen derer, die kürzlich noch vor und neben mir waren, verteile Salzpäckchen an Krampfende und Gels an Schwächelnde. Singe, um die Stimmung hochzuhalten und die Gedanken von den Schmerzen, welche sich langsam einstellen, zu nehmen. Beziehungsweise um den Schmerz in den Ohren größer zu machen als den in den Beinen … „Neeeeiiiiinnnn …“, tönt es von vorn. „Lauft, lauft was das Zeug hält – der Pacer kommt. Der darf uns nicht einholen!“ Zwei Minuten später applaudiere ich dem Gejagten im Vorbeilaufen, rufe ihm zu, dass es nicht mehr weit ist.

Kilometer 32: Das Einsammeln beginnt. Derer, die zu schnell losgelaufen sind oder zu wenig lange Läufe im Vorfeld gemacht haben. Die Schritte vor und neben mir werden sichtlich unrunder, sicher auch der meinige. Doch wie eine kleine Armee ziehen wir unaufhaltsam weiter, weiter, um unser Ziel zu erreichen. Ich rufe meinen Verfolgern zu, dass sie alles richtig gemacht haben, weil sie nicht zu schnell gestartet sind und die letzten zehn Kilometer eigentlich nur noch acht sind, weil die letzten zwei ja gar nicht zählen. Eigentlich. Der Schmerz der Distanz beginnt. Das ist die Art von Schmerz, welcher uns zeigt, dass wir alles geben und alles aus uns herausholen. Der Schmerz, der uns Läufer verbindet. Stillschweigend genießen wir ihn. Zelebrieren ihn ganz heimlich. Schöpfen daraus Kampfeslust und Willenskraft. Und genau diese brauchen wir jetzt.

Kilometer 37: „Wer von Euch würde denn noch für nur fünf Kilometer das Haus verlassen?“, rufe ich in die Menge und schaue in selig verzerrte Gesichter. Wer jetzt noch bei mir ist, der finisht in Time. Wer jetzt noch bei mir ist, der hat den Marathon geschafft.

Kilometer 40: Ja! Gleich geschafft, wir visualisieren das Ziel, haben es sprichwörtlich vor Augen. Lechzen nach der Medaille, die so eisern ist wie unser Willen; dem für uns wohl jedes Mal aufs Neue schönsten Schmuckstück der Welt. Wer jetzt noch Kraftreserven hat, den schicke ich weg, nach vorne. „Lauf, lauf, was geht. Wir sehen uns im Ziel.“

Kilometer 42: Glückliche Gesichter, ein paar Tränen. Kurze Glückwünsche und Danksagungen. Inbrünstige Umarmungen. Schweiß auf Schweiß. Trouble und doch Stille. Stille, denn wir alle spüren nach, unabhängig von der Zeit. Spüren unsere Beine, unseren Rumpf, unsere geweiteten Lungenflügel und den Stolz! Ich verlasse zügig den Zieleinlaufbereich, denn dieser Moment gehört nicht mir. Er gehört euch! Oh Laufsport – du bist so wunderbar. Wunderbar schonungslos, wunderbar ehrlich und wunderbar emotional.

Schlusswort

Auch wenn der Bericht am Beispiel des Marathonlaufens geschrieben ist, so möchte ich generell betonen, dass Laufen nicht zwingend „Wettkämpfen“ bedeutet. Schon gar nicht auf der Halbmarathon- oder Marathondistanz. Laufen ist eine Leidenschaft, mehr als Zahlen, Statistiken und Vergleiche. Und vielleicht „pace“ ich auch genau deswegen so gerne. Weil Laufen einfach glücklich macht. Genauso, wie es glücklich macht, andere glücklich zu machen. Und das ist das Besondere am Laufsport. Auch wenn wir gerade nicht glücklich sein können (aus welchen Gründen auch immer), dann zumindest dankbar. Denn Laufen macht uns auf eine sehr simple Art und Weise jedes Mal aufs Neue bewusst, wie gut es uns geht und was für Glück wir doch haben – ganz unabhängig von Bestzeiten oder nicht. Und da Glück ja bekanntlich das Einzige ist, was sich verdoppelt, wenn man es teilt, bitte ich euch, euer Läuferglück zu teilen. Wann immer es geht.

Pacemaker: Hard Facts

Wie wird man Pacemaker?

Größere Laufveranstaltungen werden meist von Sportagenturen ausgerichtet. Schaut auf der Homepage eures Wunschmarathons und „bewerbt“ euch am besten direkt beim Veranstalter. Dieser wird euch dann an die zuständige Stelle weiterleiten. Ansonsten, falls ihr wen kennt, der wen kennt, der pact … Persönliche Empfehlungen von etablierten Pacemakern werden immer gerne angenommen.

Welche Zeit sollte man pacen?

Als Faustregel heißt es plus 30 Minuten zur aktuellen (Halb-)Marathonleistung. Die Zielzeit sollte also im für den Pacer lockeren Dauerlauftempo erreicht werden. Somit ist ein sicheres  Nachhausebringen auch an weniger guten Tagen wahrscheinlich.

Worin liegt die Schwierigkeit?

Die Hauptaufgabe eines Pacemakers ist es, das Durchschnittstempo zur Zielzeit konstant zu halten. Das heißt auch, bergauf nicht langsamer zu werden, bergab entsprechend nicht schneller. Man darf der eigenen Laufschrittgewohnheit also nicht nachgeben. Leichte Abweichungen vom Zieltempo durch beispielsweise starken Wind oder volle Verpflegungsstände müssen langsam und feinfühlig an passenden Stellen ausgleichen werden. Selbstredend sollten Pacemaker ein gutes Tempogefühl haben.

Und wenn mal etwas schiefläuft …?

Grundsätzlich gilt, auf alle Situationen und Eventualitäten vorbereitet zu sein. Aber auch Pacemaker sind nur Menschen, und die Marathon-distanz ist und bleibt unberechenbar. Wenn also ein Problem auftreten sollte, bitte ein kurzes Statement an die Gruppe, Fahne/Ballon herunternehmen und dem anderen Pacemaker Bescheid geben. Genau deswegen läuft man für gewöhnlich meistens zu zweit.

Was sollte sonst noch beachtet werden?

Das Laufen mit Fahne/Luftballon ist anfangs sehr ungewohnt und sollte möglichst vorab einmal geübt werden. Gibt es eine finanzielle Vergütung? Nein. Pacemaker bekommen den Startplatz und häufig noch ein Outfit gestellt. Je nach Veranstalter gibt es Zugang zum VIP-Bereich. Auch die Reisekosten werden in der Regel nicht übernommen.

Spartathlon 2017 (344)

Spartathlon: Alter Grieche

In einer unserer aktuellen Leserstory hat sich Dirk Karl nach Griechenland aufgemacht, um nach dem Scheitern vor vier Jahren nun endlich den „Spartathlon“ zu finishen. Ein Bericht über eine erfolgreiche Odyssee.

Text: Dirk Karl

Vor vier Jahren war ich kläglich gescheitert. Nun wollte ich einen neuen Versuch wagen. Durch die Teilnahme am letztjährigen 12-Stunden-Lauf in Barcelona, bei dem ich etwas mehr als 125 Kilometer geschafft hatte, war klar, dass ich die Qualifikation geschafft hatte und es für mich hieß: Spartathlon, ich komme wieder! 246,8 Kilometer von Athen nach Sparta in höchstens 36 Stunden. 3.250 Höhenmeter. Dieses Mal wollte ich im Vorfeld mehr Trainingskilometer und kilometerreiche Wettkämpfe absolvieren. In den letzten vier Monaten vor dem Spartathlon lief ich sechs Marathons und sieben Ultras, dazu auch kurze Strecken, um die Grundschnelligkeit nicht zu verlieren. Mein letzter­ Härtetest: der Pfalz-Trail über 85,6 km, den ich ohne große Mühe laufen konnte.

Ich kam nachts um 3 Uhr in Athen an und hatte Glück, noch einen Bus nach Glyfada zu erwischen, wo die Athleten untergebracht waren und wo sich die Startnummernausgabe befand. Gegen 4:30 kam ich im Hotel an und legte mich in voller Montur auf das Bett, um meinen Zimmergenossen nicht zu wecken. Nach ein paar Stunden spärlichen Schlafes ging ich zum Frühstücksraum, wo es dann ein erstes Kennenlernen und Fachsimpeln gab. Nach dem Mittagessen waren die Dropbags abzugeben. Ich feilte daran bis zum allerletzten Moment und gab zehn Dropbags ab, die ich konsequent in einem Streckenabstand von 20 Kilometern, beginnend mit der Marathondistanz, verteilte. Am nächsten Morgen rollte der Bus um Viertel vor sechs los zum Startpunkt am Fuß der Akropolis. Während der Fahrt wiederholte ich das Mantra, das ich mir im Vorfeld der Veranstaltung mittels autogenem Training ins Unterbewusstsein gehämmert hatte: „Ich werde nicht aufgeben und das Ziel sicher erreichen.“

Ich werde nicht aufgeben“

Um Punkt sieben im Morgengrauen ertönte der Startschuss, und ein riesiger Läuferpulk machte sich auf den langen Weg nach Sparta. Ich kam gut ins Rennen, lief ca. 6 Minuten pro Kilometer, passierte die Marathonmarke nach 3:44 Stunden und nahm dort meinen ersten Dropbag entgegen. Nach circa 70 km begann meine linke Wade empfindlich zu schmerzen und zu verhärten, was mir doch einige Sorgen bereitete. Nach 7:50 Stunden und 81 Kilometern erreichte ich Korinth. Bis hierhin waren neun Kilometer in der Stunde zurückzulegen – wer langsamer war, wurde aus dem Rennen genommen. Aufgrund meiner Wadenprobleme wurde eine kurze Massage notwendig, dann trat ich den Weg in Richtung Nemea, dem nächsten größeren Verpflegungspunkt an. Ich erreichte Nemea bei Kilometer 124 nach 13:07 Stunden. Ich wusste, dass es nach Kilometer 159 hoch zum Sangas-Pass gehen würde, was einen Löwenanteil der Höhenmeter ausmachen würde. Dennoch schien eine Zeit unter 30 Stunden jetzt im Bereich des Möglichen zu liegen. Wie schon vorher versäumte ich es aber, meine flüssigen Energiereserven aufzufüllen, verließ den Checkpoint und stellte bei der nächsten turnusmäßig geplanten Salzzufuhr erschrocken fest, dass ich wohl unterwegs meine Salztabletten verloren hatte.

Erst allmählich und dann in merklich steigendem Maß machte sich das Energiedefizit bemerkbar. Die zunehmend schwierigere und ansteigende Strecke ließ mich in ein Schneckentempo fallen. Ich erreichte den Sangas-Pass nach 18:52 Stunden. Es gab einen Wettereinbruch, aber die Regenjacke hielt, was sie beim Einkauf versprochen hatte, und ich blieb vollkommen trocken. Die Beleuchtung der Wegführung war hervorragend, unterwegs waren immer wieder Streckenposten, die kontrollierten und aufmunternden. Die Bergabpassage gestaltete sich ungleich schwieriger, da durch den Dauerregen alles nur noch wie durch einen milchigen Schleier wahrnehmbar war. Weiter ging es durch die Nacht Richtung Nestani. Den bei Kilometer 195 gelegenen Checkpoint Tegea erreichte ich nach Morgengrauen.

Harte Schlussphase

So sehr ich auch wollte, gegen Ende konnte ich leider nicht mehr beschleunigen und musste schon die kleinsten Aufstiege gehen. Kilometer für Kilometer musste ich meine zeitlichen Ziele nach unten korrigieren. Dennoch stellte sich ca. 20 Kilometer vor dem Ziel eine gewisse innere Zufriedenheit ein. Jetzt galt es nur noch, die Konzentration aufrechtzuerhalten, um nicht kurz vor Schluss noch ins Stolpern zu kommen. Dann war es so weit: Zahlreiche Kinder jubelten einem beim ergreifenden Zieleinlauf zu. Leider nutzte der vor mir befindliche Läufer den Zieleinlauf zu einer frenetischen und schreiwütigen One-Man-Show. Während er auf die Leonidas-Statue kletterte, mussten ich und ein japanischer Läufer wie an der Supermarktkasse stehend auf den Zieleinlauf warten. Im Ultralauf gibt es halt Ultra-Nette und Ultra-…

Dennoch: Erleichterung pur, es geschafft zu haben. Ich bekam Wasser aus der Schale gereicht und einen Lorbeerkranz auf das ungesalbte Haupt. Ich wurde in einen Stuhl gesetzt, drei junge Mädchen wuschen meine Füße. Als ich gehen wollte, versagte beim Aufstehen meine Muskulatur völlig – ich kippte nach vorne und wurde glücklicherweise aufgefangen. Man legte mich erst mal auf eine Pritsche und verpasste mir zwei Infusio­nen. Dann fuhr man mich zum Hotel, wo ich mich aufs Zimmer schleppte.

Als Fazit bleibt, dass es sicher mein längster, stimmungsvollster und intensivster Lauf war, bei dem sich alle Helfer in hinreißender Weise um die Läufer kümmerten. Schön war die Abschlusszeremonie, bei der jeder persönlich nach vorne gerufen wurde und seine Urkunde erhielt. Das internationale Flair mit Menschen aus aller Herren Länder, teilweise in Landestracht, war unvergleichlich. Da ich mit meiner Zeit aber nicht ganz zufrieden bin und auch einige Menschen gerne wiedersehen würde, habe ich noch bis Januar Zeit, mich für nächstes Jahr zu bewerben. Und das Schönste daran: Als Finisher brauche ich diesmal gar keine Qualifikationsleistungen zu erbringen. Schauen wir mal …

 

Saucony_Jazz Vintage

Saucony – Heritage als Trend

Seit 120 Jahren produziert der amerikanische Laufschuhhersteller Saucony Schuhe. Mit der neuen Originals-Kollektion werden die Erfolgsmodelle aus den 90er Jahren wieder zu angesagten Styles. Zeit für eine Reise durch die Erfolgsgeschichte des Traditionsunternehmens und einen Ausblick auf die Modelle für den Herbst/Winter 2019.

Die Ursprünge von Saucony reichen weit zurück. Im Jahre 1898, zwei Jahre nach dem ersten olympischen Marathon und ein Jahr nach dem ersten Boston Marathon, wurde vor 120 Jahren am Saucon River in Kutztown im US-Bundesstaat Pennsylvania SAUCONY gegründet. „Schnell fließender Fluss“ lautet die Übersetzung des Namens „Saucon“, den die Ureinwohner jenem Fluss gegeben hatten, an dessen Ufer SAUCONY von vier Geschäftsleuten gegründet wurde: William Donnoyer, Thomas Levan, Walter Snyder und Benjamin Reider. Genau an diesem Fluss wurde 1906 die erste Saucony-Schuhfabrik erbaut, die zuerst Kinderschuhe produzierte. Bereits vier Jahre später verlassen rund 800 Paar Schuhe täglich die Fabrik.

Kongeniale Partnerschaft

Im selben Jahr gründete der russische Immigrant Abraham Hyde das Unternehmen „A.R. Hyde & Sons“, und produzierte Slippers und später verschiedene Sportschuhe. 1963 stellte Hyde die Stiefel her, die von Neil Armstrong bei seinem Spaziergang auf dem Mond getragen wurden. 1968 beginnt Saucony die ersten Laufschuhe zu produzieren.

Zur selben Zeit schliessen sich die beiden Firmen, „Saucony Shoe Manufacturing Company“ und „A.R. Hyde & Sons“, zusammen und produzieren weiter Laufschuhe, welche 1977 von einem US-Magazin die Auszeichnung „Best Quality Award“ erhielten. Diese Auszeichnung macht Saucony in der Läuferszene berühmt. Drei Jahre später präsentiert Saucony den „Trainer 80“ – den ersten rutschfesten Laufschuh auf dem Markt.

Siegbringende Technologie

[caption id="attachment_2520" align="alignright" width="204"] Rod Dixon 1983 beim New York-Marathon[/caption]

Seitdem revolutioniert Saucony den Laufschuhmarkt mit immer neuen Technologien. Einen der spannendsten Siege in der Geschichte des Marathons gelingt dem Neuseeländer Rod Dixon 1983 beim New York-Marathon mit einem Saucony-Laufschuh. Nur 400 Meter vor dem Ziel holt er den Führenden ein und stellt einen neuen Streckenrekord auf. Zusammen mit Dixon wird anschließend der Wettkampfschuh DXN Trainer entwickelt.

1981 präsentiert Saucony mit dem Jazz, den technisch besten Laufschuh seiner Zeit. Begründet durch Saucony’s legendäre „Trianguläre-Außensohle“ und optimaler Passform. Der Jazz wird später zum beliebtesten Schuh in der Geschichte von Saucony und zum Herzstück der Saucony Originals Kollektion.

Altbewährtes neu aufpoliert

[caption id="attachment_2514" align="alignleft" width="300"] Andreas Niedrig präsentiert den neuen Ride ISO²[/caption]

Zurück in die Vergangenheit – Saucony bringt den GRID AYA von 1994 in der Originals Kollektion neu raus. Mit dem innovativen Schnürsystem für die schnellen Wechsel beim Triathlon war der GRID AYA einer der angesagtesten Laufschuhe für Triathleten in den 90er-Jahren. 1994 gewinnt Greg Welch den IRONMAN HAWAII mit eben diesem Schuh – dem Grid AYA.

Auch Andreas Niedrig trägt in den 90er-Jahren bereits den Grid AYA bei seinen Rennen. Aktuell ist Andreas in der neuen Markenkampagne von Saucony zu sehen. Heute läuft er den Ride ISO² – dem aktuellsten Modell von Saucony.

Komfortgigant Ride ISO²

Grenzenloser Komfort vom ersten bis zum letzten Schritt, das verspricht das neueste Modell von Saucony. Der neue Ride ISO² ermöglicht ein noch dynamischeres Laufgefühl, eine ideale Dämpfung für lange Strecken und beste Reaktionsfähigkeit für schnelle Einheiten. Saucony präsentiert vier Farben für jeweils Damen und Herren und setzt damit ein deutliches Zeichen für den Ride ISO².

Passend zur Jahreszeit sind die Farben der Damenkollektion von der Farbvielfalt eines Sonnenuntergangs im Spätsommer inspiriert. Die Herrenkollektion hingegen zeigt sich von starken hellen Farben bis zu etwas dunkleren Tönen, die den Verlauf des Sommers bis zum Herbst repräsentieren soll. Der zweite Farbweg hingegen ist insgesamt etwas ruhiger gehalten und zeigt sich bei Damen und Herren in sanften Grautönen. Exklusiv beim Ride ISO² bietet Saucony auch ein schwarzes Modell an: für Damen mit goldfarbenen und für Herren mit blauen Elementen. 

 

 

Zahlenspiel - 10.000 Schritte

ZAHLEN­SPIELE – 10.000 Schritte

Wer 10.000 Schritte am Tag macht, der tut etwas Gutes für seine Gesundheit. In diesem Spruch liegt viel Wahres. Dennoch herrscht rund um die weltbekannte Theorie noch Erklärungsbedarf.

Diese Zahl hat sich ins Gedächtnis aller eingebrannt, die sich auf die Fahne geschrieben haben, gesund und aktiv zu leben: 10.000. So viele Schritte sollen es jeden Tag bis zum Ziel, dem gesunden Leben, sein – das zumindest behauptet der berühmte Mythos. Selbst von höchster Stelle, der Weltgesundheitsorganisation (WHO), werden mittlerweile die 10.000 Schritte als Leitlinie für all diejenigen herausgegeben, die gesund leben und ihr Gewicht halten beziehungsweise reduzieren wollen. Klar, dass auch kaum eine Fitness- Zeitschrift oder ein Fitness-Online-Blog bislang ohne den Rat an die Leser ausgekommen ist, pro Tag 10.000 Mal einen Fuß vor den anderen zu setzen.

MYTHOS AUS JAPAN

Interessant wird es, wenn man einmal nachforscht, wann der Siegeszug des 10.000-Schritte-Mythos überhaupt begonnen hat. Mitte der 1960er-Jahre, rund um die im Jahr 1964 in Tokio stattfindenden Olympischen Spiele, startete eine japanische Firma eine Marketing-Kampagne, die den ersten tragbaren Schrittzähler bewarb. Der kam unter dem Namen „manpo-kei“ auf den Markt, was übersetzt so viel bedeutet wie „10.000-Schritte-Messer“. Eine wissenschaftliche Grundlage dafür, dass die Schrittzahl in Zusammenhang mit körperlicher Gesundheit steht, gab es damals noch nicht, dennoch wurden die 10.000 Schritte im Zuge dieser Marketing-Kampagne mit der Zeit weltweit zum Symbol eines aktiven Lebensstils – und sind es bis heute geblieben.

Nicht nur Zahlen

Mittlerweile sind sich die Wissenschaftler längst darin einig, dass Bewegung wichtig und dass ohne sie ein gesunder Lebensstil nicht umsetzbar ist. Und wer es tatsächlich schafft, jeden Tag 10.000 Schritte zurückzu­legen, der hat schon eine Menge richtig gemacht. Eine US-Studie hat festgestellt, dass 50.000 Schritte pro Woche ausreichen, um einen aktiven Lebensstil zu führen. Mit 10.000 Schritten ist man nach dieser Rechnung also kom­fortabel im Haben-Bereich. Dennoch fährt man gut, wenn man sich nicht zu stark auf die Zahlenspiele fokussiert. Die Anzahl der Schritte kann ein guter Indikator für Aktivität und gesunden Lebensstil sein – mehr aber auch nicht. Denn neben der bloßen Zahl kommt es auch noch auf eine Reihe anderer Faktoren an – zum Beispiel auf die Intensität, mit der die Schritte zurückgelegt werden.

Gut zeigen lässt sich das am Beispiel des Kalorienverbrauchs. Wer seine 10.000 Schritte in gemächlichem Gehtempo zurücklegt, der verbrennt dabei rund 350 Kalorien. Wer mit strammem Schritt wandert, kommt schon auf 500 Kalorien, wer läuft gar auf 700. Der Kalorienverbrauch war übrigens auch der Antrieb für den Japaner Dr. Yoshiro Hatano, den Entwickler des „manpo-kei“. Hatano hatte nämlich das Gefühl, dass seine Landsleute sich an einen zu gemütlichen Lebensstil gewöhnen und immer dicker werden würden. Dem wollte er durch gesteigerte Aktivität entgegenwirken und kam so auf die Idee, die Menschen ihre Schritte zählen zu lassen – und in ihnen den Ehrgeiz zu wecken, mehr Kalorien zu verbrennen.

Auch in einem anderen Zusammenhang ist Schritt nicht gleich Schritt. Ein 1,90 Meter großer Mann mit durchschnittlicher Schrittlänge von 80 Zentimetern legt mit 10.000 Schritten eine Distanz von acht Kilometern zurück, während eine etwa 1,70 große Frau mit einer durchschnittlichen Schrittlänge von 70 Zentimetern einen Kilometer weniger hinter sich bringt.

RAN AN DEN SPECK

Was Kalorienverbrauch (und auch das Training des Herz- Kreislauf-Systems) angeht, ist die reine Distanz aber ebenso wenig aussagekräftig wie die bloße Anzahl der Schritte. Neben der Intensität müssen auch die körperli­chen Voraussetzungen berücksichtigt werden, in Sachen Kalorienverbrennung spielt dabei vor allem das Körper­gewicht eine entscheidende Rolle.

Dennoch ist es keineswegs falsch, sich an der Zahl 10.000 zu orientieren. Denn Fakt ist: Bewegung tut dem Körper gut, und wer täglich 10.000 Schritte schafft, der hat sich nicht viel vorzuwerfen. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass die 10.000-Schritte-Theorie nicht nur Freunde, sondern auch Kritiker hat. Deren Argumente gehen in der Regel in dieselbe Richtung. Die These: Das Gute, das man seinem Körper mit 10.000 Schritten tut, kann man ihm in anderer Form effektiver und damit auch mit deutlich geringerem Zeitaufwand tun. Ein Beispiel: Wer 30 Minuten in mittlerem Tempo Rad fährt, der hat in ähnlich hohem Umfang „trainiert“ (mehr Beispiele finden Sie in der Tabelle unten).

Und so bleibt am Ende die Einsicht, dass es nicht der einzige und sicherlich auch nicht der effektivste Weg ist, über die 10.000 Schritte das gewollte Maß an täglicher Bewegung zu erreichen. Und sie alleine ersetzen auch nicht das anstrengende Workout – es sei denn, wir legen sie lau­fend zurück. Und das machen wir ja ohnehin am liebsten.

KALORIEN-VERGLEICH*

10.000 Schritte (Gehen) = 350 Kalorien

Gleicher Kalorienverbrauch bei:

> 70 Minuten Badminton

> 60 Minuten Golf

> 30 Minuten Radfahren (mittleres Tempo)

> 65 Minuten Brustschwimmen (langsam)

> 45 Minuten Kraulen (langsam)

> 40 Minuten Tanzen (sportlich)

> 70 Minuten Tischtennis

> 45 Minuten Tennis (Einzel)

Höherer Kalorienverbrauch bei:

10.000 Schritten (Wandern) = 525 Kalorien

10.000 Schritten (langsames Laufen) = 700 Kalorien

* Der Kalorienverbrauch der hier genann­ten Sportarten mit Distanz bzw. Dauer ent­spricht dem Kalorienverbrauch bei 10.000 Schritten (Gehen) bei einem angenomme­nen Gewicht von 75 Kilogramm. Außerdem wird von einer mittleren Schrittlänge von 70 Zentimetern ausgegangen.

aktiv Laufen plus gloryfy

Abo inklusive Sportbrille

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Die Brille kann in der Farbe ivory oder violet bestellt werden.

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© Veranstalter S 25

S 25: Traditionsreiche 25 Kilometer

Mehr als 10.000 begeisterte TeilnehmerInnen liefen beim S 25 Berlin über die blaue Bahn des Berliner Olympiastadions ins Ziel ein.

Die 39. Auflage des ältesten deutschen Stadtlaufs S 25 ist erfolgreich zu Ende gegangen. Bei optimalen Laufbedingungen begaben sich die 10.047 TeilnehmerInnen auf den einzigartigen Rundkurs quer durch die Hauptstadt. Harald Bösch-Soleil, Leitender Senatsrat für Inneres und Sport, gab um 10 Uhr den Startschuss für alle Distanzen. Neben der Vielzahl an LäuferInnen stellten sich 400 Kinder der Herausforderung des ca. 2 kilometerlangen Kinderlaufs. Alle Kinder meisterten jene Herausforderung bravourös und bekamen im Zielkanal ihre wohlverdiente Medaille überreicht.

Mit großer Zustimmung wurde der Einsatz der Mehrwegbecher an den Verpflegungspunkten 3 & 4 aufgenommen. Der erste Schritt für eine fortschrittliche und nachhaltige Veranstaltung einzustehen ist getan. Weitere zukunftsweisende Schritte sind bereits in der Planung und sollen bereits im kommenden Jahr, zur 40. Auflage, integriert werden.

Über die prestigeträchtige 25 Kilometer Distanz setzte sich bei den Männern Samalya Schäfer durch. Auf den Plätzen zwei und drei folgten Donal Coakley und Michele Bottone. Jan Fitschen, Europameister von 2006 über die 10.000m Distanz, genoss die optimalen Laufbedingungen sichtlich und setze unter großem Beifall auf den letzten Metern nochmal zum Zielsprint an. Bei den Frauen sicherte Malin Pfäffle sich vor Delphine Thirifays und Raija Schmidt den Sieg. Über die Halbmarathon Distanz konnte sich bei den Männern Max-Lukas Franke gegen Ron Scheduikat und Björn Trochim durchsetzen. Bei den Frauen gewann Lilly Lißner. Mit ihr auf dem Podium standen Iuliia Griffen und Karin Martinson.

Musikbands, Zuschauer und die über 800 Helfer sorgten entlang der 25 Kilometer Strecke für eine außergewöhnliche Stimmung und trugen ihren Teil dazu bei, dass die ein oder andere persönliche Bestleistung pulverisiert wurde.

Berlin läuft bedankt sich bei allen Beteiligten, die zum Gelingen des diesjährigen S 25 Berlin beigetragen haben. Weitere Informationen sind unter www.berlin-läuft.de abrufbar.

Die schnellsten LäuferInnen des 25 km-Laufs (netto Laufzeit)

Frauen:

1. Malin Pfäffle; Zeit: 1:41:29

2. Delphine Thirifays; Zeit: 1:43:10

3. Raija Schmidt; 1:45:35

Männer:

1. Samalya Schäfer; Zeit: 1:25:46

2. Donal Coakley; Zeit: 1:30:49

3. Michele Bottone; Zeit: 1:31:10

Die schnellsten LäuferInnen des Halbmarathons (netto Laufzeit)

Frauen:

1. Lilly Lißner; Zeit: 1:20:15

2. Iuliia Griffen; Zeit: 1:31:10

3. Karin Martinson; Zeit: 1:31:44

Männer:

1. Max-Lukas Franke; Zeit:1:18.03

2. Ron Scheduikat; Zeit: 1:18:41

3. Björn Trochim; Zeit: 1:19:52

Die schnellsten LäuferInnen des 10 km Laufs (netto Laufzeit)

Frauen:

1. Daniela Nuscheler; Zeit: 40:33

2. Farina Lennartz; Zeit: 40:48

3. Susanne Lauer; Zeit: 41:46

Männer:

1. Marvin Dierker; Zeit: 32:32

2. Marcus Gawlik; Zeit: 34:01

3. Louis Helmuth; Zeit: 34:14

Am 08.09.2019 heißt es wieder im Rahmen des VOLVO Tierparklaufs: Berlin läuft!

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The final countdown!

Die letzten Tage vor dem Wettkampf sind angebrochen, die Vorbereitung ist abgeschlossen. Nun kann eigentlich nichts mehr schiefgehen, oder? Wer so denkt, hat schon den ersten Fehler gemacht. aktivLaufen zeigt Ihnen, worauf Sie kurz vor dem Lauf achten sollten, und hilft bei der Fehlervermeidung.

10 Informieren

Klären Sie alle logistischen Fragen rund um das Rennen im Vorfeld. Wo muss ich wann sein, und wie komme ich dahin? Überraschungen verursachen Stress, den können wir unmittelbar vor dem Wettkampftag nicht gebrauchen. Außerdem sollten Sie sich noch mal detailliert mit der Streckenführung und dem Streckenprofil auseinandersetzen. Bei allen Auslandsreisen können zusätzliche „Info-Hürden“ hinzukommen.

9 Zielsetzung
Setzen Sie sich realistische Ziele, idealerweise sogar mehrere, damit Sie, wenn Ihr Traumziel außer Reichweite rutscht, immer noch motiviert sind. Beispiel:
A-Ziel: Bestzeit oder auf Platzierung laufen
B-Ziel: „das Beste rausholen“, „den Lauf genießen“
C-Ziel: Hauptsache finishen

8 Ausrüstung
Suchen Sie sich Ihre Ausrüstung rechtzeitig zusammen. Besonders wichtig: Keine neuen Produkte im Wettkampf tragen, insbesondere Schuhe und am Körper liegende Kleidung sollten vorher ausgiebig
getestet worden sein. Sollten Sie in einer fremden Stadt laufen, checken Sie Ihre Tasche mit ausreichend Ruhe durch – nicht dass noch das ein oder andere wichtige Stück fehlt.

7 Mental-Training
Positiv sein! Entspannungs- und Atemübungen beruhigen den Geist. Visualisieren Sie den Wettkampf, so gut es geht. Ebenso wichtig ist vorbeugendes Krisenmanagement. Wie reagiere ich, wenn ich Problem A, B oder C bekomme? Aber: Sie schaffen das schon.

6 Tapering
Je nach Wettkampflänge kommt der Tapering-Phase eine besondere Rolle zu. Halten Sie sich, wenn vorhanden, an Ihren Trainingsplan. Es ist für viele Läufer schwer, vor einem Wettkampf, für den sie wochenlang trainiert haben, weniger zu laufen. Aber: Ihr Körper braucht die Ruhephase, um im Wettkampf Bestleistungen abrufen zu können.

5 Schlafen
Vor lauter Nervosität wird in der Nacht vor dem Wettkampf oftmals kein Auge zugetan. Kein Grund zur Sorge: Entscheidender sind die Wochen vor dem Marathon und vor allem die vorletzte Nacht.

4 Essen
Solange Sie kein Profi sind, gilt: Ausreichend und ausgewogen essen, aber keine ungewohnten Gerichte oder Trends ausprobieren. Experimente sind zu vermeiden. Am Tag vor dem Wettkampf die Hauptmahlzeit nicht zu spät einnehmen, damit der Körper genug Zeit zur Verdauung hat. Übrigens: Den wichtigen Kohlehydratspeicher füllt man am besten über einen längeren Zeitraum – nicht erst bei der Pasta-Party am Abend vor dem Wettkampf.

3 Trinken
Trinken Sie in den Tagen vor dem Wettkampf bewusst ausreichend Flüssigkeit (rund 2 Liter/Tag, je nach Durstgefühl). Übermäßig viel trinken ist nicht notwendig.

2 Lockern
Sorgen Sie dafür, dass die Muskulatur locker bleibt. Benutzen Sie regelmäßig die Faszienrolle und machen Sie Gymnastik und leichte Dehnübungen.

1 Startnummer
Holen Sie sich die Startunterlagen rechtzeitig ab. Die Startnummer selbst können Sie am Abend vor dem Rennen am Laufhemd Ihrer Wahl befestigen. Sie sind optimal vorbereitet – jetzt müssen Sie nur noch laufen.

Tipp: Rechtzeitig die Zeit danach planen
Nach dem Wettkampf ist vor dem Wettkampf. Oftmals fallen Läufer nach dem Erreichen eines Ziels in ein mentales Loch. Beugen Sie dem vor und planen Sie die Zeit nach dem Rennen. Am besten direkt das nächste Ziel anvisieren!

MARATHON-AUT-VIENNA

Abkürzungen und andere Kleinigkeiten – Schummelei beim Marathon

Beim Langstreckenlauf gibt es immer wieder Athleten, die versuchen, ein paar Kilometer einzu­sparen, ohne dass es jemand merkt – oder auf andere Weise die Zeitmesssyteme auszutricksen. aktivLaufen schildert einige besonders skurrile Abkürzungen

Was sich 1904 in St. Louis, USA, bei den dritten Olympischen Spielen der Neuzeit beim Marathon ereignete, ist heute unvorstellbar. Aber das ist ja auch mehr als 100 Jahre her. Damals verlief die Strecke über unbefestigte Straßen, auf denen Begleitfahrzeuge und -pferde so viel Staub aufwirbelten, dass die Läufer Hustenattacken erlitten. Es gab nur eine Wasserstelle für die

Athleten, zu trinken gab’s unterwegs auch mal einen Schluck Brandy – jedenfalls für US-Boy Thomas Hicks, und der gewann den Lauf immerhin. Doch wir wollen eigentlich eine andere Geschichte dieses unglaublichen Wettkampfs erzählen. Die von Frederick Lorz, der sich für einige Minuten als Olympiasieger feiern ließ, obwohl er wenig mehr als die Hälfte der 42,195 Kilometer gelaufen war. Die Tochter des damaligen US-Präsidentin Theodore Roosevelt, die 20-jährige Alice, setzte Lorz einen Siegerkranz auf den Kopf und wollte ihm gerade die Goldmedaille umhängen, als jemand rief: „Halt! Er ist ein Betrüger!“ Buhrufe ertönten, und der vermeintliche Triumphator bekannte lächelnd, er habe sich nur einen Scherz erlauben wollen, aber nicht beabsichtigt, die Auszeichnung anzunehmen. Der damals 20-Jährige war, früh von Krämpfen geplagt, große Teile der Strecke in einem Begleitfahrzeug mitgefahren und dann wieder in den Lauf eingestiegen, um „zum Scherz“ als Erster die Ziellinie zu überqueren. Die Jury hatte Lorz zu dem Zeitpunkt schon disqualifiziert, dennoch wäre es beinahe zur falschen Siegerehrung gekommen. Heutzutage unvorstellbar? Ja, inzwischen dauert es meist viel länger, ehe ein derartiger Betrug aufgedeckt wird …

Schneller per U-Bahn

Im Jahr 1980 gewann die in der Szene völlig unbekannte Rosie Ruiz – vermeintlich – den Boston-Marathon in 2:31:56 Stunden, der bis dahin drittschnellsten Zeit im Damenbereich. Allerdings konnte sich anschließend kein anderer Teilnehmer daran erinnern, Ruiz auf den ersten 40 Kilometern gesehen zu haben. Und dass man schon wenige Minuten nach dem Zieleinlauf keine Spur von Erschöpfung mehr bei ihr erkennen konnte, erregte zusätzlich Verdacht. „Ich bin heute Morgen mit viel Energie aufgestanden“, erklärte sie. Recherchen förderten jedoch eine andere Wahrheit zu Tage. Ruiz hatte sich 1979 beim Marathon in New York in ihrem ersten Langstreckenrennen überhaupt für Boston qualifiziert, mit einer ebenfalls bemerkenswerten Zeit. Kein Wunder: Die 26-Jährige war ein Stück mit der U-Bahn gefahren und dann kurz vor dem Ziel wieder auf die Strecke gesprungen. Wie genau sie in Boston vorgegangen war, wurde nicht geklärt, möglichwerweise war ihr nicht bewusst, dass sie so weit vorne lag. Die Indizien sprachen jedenfalls eindeutig dafür, dass sie abgekürzt hatte. Ruiz wurde aus den Ergebnislisten gestrichen.

Der Fall Ruiz mag wie aus einer anderen Zeit erscheinen. Inzwischen sind wir in der Ära der Zeitmessung per Mikrochip angekommen. Seit 1993 wird diese Technologie im Langstreckenlauf eingesetzt. Abkürzungsbetrügern kommt man vor allem durch Messmatten auf die Spur, an denen jeder Läufer mit einer Zwischenzeit registriert wird. Fehlen eine oder mehrere Zwischenzeiten, hat der Läufer diese Punkte wohl nicht passiert. Die Zahl der Messstellen ist je nach Veranstaltung unterschiedlich; beim Berlin-Marathon, einem der renommiertesten Lauf-Events der Welt, ist alle fünf Kilometer eine installiert.

Mexikanisches Wunder

Im Jahr 2007 sorgte in Berlin Roberto Madrazo­, mexikanischer Präsidentschaftskandidat 2006, für Aufsehen. Jubelnd lief er über die Ziellinie. In 2:41:11 Stunden hatte der damals 55-Jährige seine persönliche Bestzeit um fast eine Stunde verbessert – und war Sieger in seiner Altersklasse­ M55 geworden. Bildaufnahmen zeigen ihn beim Zieleinlauf mit dicker Windjacke, einer langen Laufhose und Mütze. Fotograf Victor Sailer kam das angesichts herrschender Temperaturen von 16-17 Grad komisch vor: „Alle anderen auf diesen Bildern tragen T-Shirts und Shorts, und der Kerl hat eine Jacke an und eine Mütze auf“, sagte Sailer. Er witterte Betrug und teilte dies den Veranstaltern mit. Am folgenden Tag gaben die Organisatoren die Disqualifikation Madrazos bekannt.

Die Überprüfung der Zwischenzeiten ergab Folgendes: Madrazo absolvierte die ersten 20 Kilometer in 1:42:42 Stunden. Danach wurde erst wieder am Kontrollpunkt bei Kilometer 35 für „Speedy Gonzalez“, wie er in der Presse später genannt wurde, eine Zeit gemessen – und der Mexikaner schien ein Wunder vollbracht zu haben: Nur 21 Minuten hatte er für die 15 Kilometer benötigt; die Weltbestzeit für 15 Kilometer liegt heute bei 41:13 Minuten. Des Rätsels Lösung: Madrazo war wohl zum 35-Kilometer-Punkt geschlendert, da die Mess­punkte 20 und 35 nur einige Hundert Meter voneinander entfernt lagen. Er erklärte später, er habe sich unterwegs verletzt und nur in den Zielbereich gewollt, um seine Sachen zu holen. Na ja: fest steht, dass Madrazo nichts unternahm, um die Sache selbst aufzuklären. Und warum jubelte er beim Zieleinlauf so?

Unter Beobachtung

Wer wie Madrazo im Gesamtklassement oder in seiner Klasse weit vorne platziert ist, steht unter besonderer Beobachtung. Aufmerksame Tempomacher und manchmal auch Begleitradfahrer sorgen heutzutage mit dafür, dass die Athleten nicht auf dumme Gedanken kommen. Videoaufzeichnungen helfen bei der Beweisführung, wenn tatsächlich bei einem Läufer Zwischenzeiten fehlen. Es kann durchaus passieren, dass ein technisches Problem der Grund ist. „Das ist aber nur in weniger als einem Prozent der Fälle so“, sagt Nicole Hafner, Geschäftsführerin der Firma NeoMove, die bei einigen Laufveranstaltungen als Partner der Organisatoren für die Zeit- und Datenerfassung zuständig ist. Aus Erfahrung weiß sie, dass bei kleineren Runs immer mal wieder „ein oder zwei“ Teilnehmer dabei sind, die zu betrügen versuchen. Warum manche Läufer ohne jegliche Sieg- oder Rekordaussichten ihre Ergebnisse aufpolieren wollen, indem sie ein paar Kilometer auslassen, darüber kann nur spekuliert werden.

Der (fast) perfekte Betrug

Neben der Abkürzung ist bei Betrügern eine weitere Methode beliebt: den Chip jemand anderem zu geben. Zu zweifelhafter Berühmtheit gelangten die Brüder Sergio und Sefako Motsoeneng. Mit einer gewieften Taktik wollte Sergio, damals 21 Jahre alt, den traditionellen Comrades Run in Südafrika über 87 Kilometer gewinnen. Er ließ einen Teil der Strecke seinen zwei Jahre jüngeren Bruder für sich laufen. In einem Toilettenhäuschen bei Kilometer 20 übernahm Sefako den Chip und Sergios Kleidung. Später übernahm dann der Ältere wieder, der zwar den Traum vom Sieg nicht realisierte, aber als Neunter noch eine Geldprämie erlief. Da sich die beiden sehr ähnlich sahen, war zunächst niemandem was aufgefallen. Erst Monate später kam ein misstrauischer Konkurrent auf die Idee, Fotoaufnahmen vom Rennen zu checken. Darauf­ sieht man: Derselbe Läufer – vermeintlich Sergio Motsoeneng – hatte einmal die Uhr am rechten Arm, einmal am linken, ein Mal pinkfarben, ein Mal cremefarben. Damit kam die Sache ins Rollen, auf Anraten eines Anwalts gaben die Brüder den Betrug zu.

Gezielt ging auch die Liechtensteinerin Kerstin Metzler-Mennenga vor. Aufgeflogen ist sie nach dem Berlin-Marathon 2007, wo sie in 2:42:21 Stunden Landesrekord lief und die Olympia-Norm schaffte. Wie sich herausstellte, hatte die damalige Studentin einen männlichen Läufer unter dem Vorwand, eine wissenschaftliche Studie zu betreiben, und mit einer Prämie von 100 Euro dazu überredet, außer seinem eigenen auch ihren Chip zu tragen. Nach dem Lauf fiel dem „Ghostrunner“ auf, dass eine Läuferin mit den exakt gleichen Zeiten wie er selbst aufgeführt war. Er meldete es dem Veranstalter, und der Betrug wurde entlarvt. Später gestand die Frau aus Liechtenstein, schon in Hamburg 2007 und Frankfurt 2006 dieselbe Methode angewendet zu haben. In Hamburg hatte sie ebenfalls vermeintlich Landesrekord erzielt und sich sogar für die WM 2007 qualifiziert, wo sie 53. wurde. Einen Rekord hat Metzler-Mennenga übrigens ganz regulär aufgestellt: den über die Halbmarathon-Distanz im Rückwärtslaufen. Klingt skurril, ist aber wahr. So wie die hier erzählten Geschichten von Laufbetrügern.

Weitere spektakuläre Abkürzungen und Schummeleien

Kielder, England (2011)

Rob Sloan belegte beim Marathon im englischen Kielder Platz 3. Nur: Kein Mitläufer hatte ihn auf den letzten 10 km gesehen, Kein Wunder: Er war etwa bei km 32 in einen Bus gestiegen, mit dem er bis kurz vors Ziel fuhr.

Singapur (2013)

Konditormeister Tam Chua Puh kam beim Singapur-Marathon in starken 2:45 Stunden ins Ziel, als erster Läufer des Stadtstaats. Tatsächlich war er nach sechs Kilometern verletzt ausgestiegen und dann ins Ziel gegangen. Er sagte, er habe nur Finisher-Shirt und -Medaille haben wollen. Wie übrigens schon bei anderen Läufen, wo er ebenfalls abgekürzt hatte.

Berlin (2014)

Peter S. gewann beim Berlin-Marathon die Klasse M75 in 3:30:14 Stunden, deutlich vor dem Zweiten. Fotos zeigten allerdings, dass mit der betreffenden Startnummer zwei Personen gelaufen waren – Vater und Sohn. Sie hatten unterwegs den per Klettband befestigten Chip mehrmals gewechselt.

St. Louis (2014)

Kendall Schler kam beim St.- Louis-Marathon als Erste ins Ziel, ließ sich strahlend mit Ex-Olympiasiegerin Jackie Joyner-Kersee fotografieren.

Aber: Sie hatte kein einzige Zwischenzeit, war wohl erst kurz vor dem Ziel auf die Strecke gesprungen.   

Ulm (2015)

Beim Einstein-Marathon in Ulm gewann Meike Rauer. Doch nach einigen Tagen war bewiesen, dass sie nicht die komplette Strecke absolviert hatte. Sie selbst behauptete, unbeabsichtigt aufgrund undurchsichtiger Streckenführung falsch gelaufen zu sein.

©Saucony_RideISO2c

Ride ISO²: Vielfältige Dynamik

Der Ride gehört zu den beliebtesten Laufschuhen der Marke Saucony. Ein Blick unter die Haube zeigt: Mit dem neuen Update Ride ISO² wurden entscheidende Details des Laufschuhs verbessert.

Text: Ralf Kerkeling

Wäre der Saucony Ride ISO² in der normalen Numerologie weitergelaufen, dann würde er jetzt auf den Namen Ride 12 hören. Mit dem Update im letzten Sommer und dem neuen Isofit-Obermaterial, wurde ein neuer Name fällig, quasi die neue Nummer eins. Nun also die Fortsetzung einer Erfolgsgeschichte. Beim Ride handelt es sich um den beliebtesten Schuh in der Historie des US-Herstellers. Das Update des Jahres 2019 setzt das fort, was im letzten Jahr begonnen wurde. Details wurden verbessert, um dem Schuh eine noch bessere Performance zu ermöglichen. So wurde das Isofit-System mit 3D-Print Elementen verstärkt, um dem Fuß einen noch besseren Halt zu ermöglichen. Auch die Zehenbox wurde mit einem edlen Material verbessert: Jacquard Knit, bekannt für seine Strapazierfähigkeit, schützt nun diesen sensiblen Bereich.

Komfort plus Dynamik

Wie sieht es mit der Dämpfung aus? Hier wurde Kombination aus der leistungsfähigen PWR-Foam-Zwischensohle und der Everun-Topsole verbaut. Beides sorgt für eine sehr dynamische Dämpfung. Überhaupt steht das Thema Dynamik beim neuen Ride-Laufschuh im Vordergrund. Um zusätzlichen Komfort zu gewähren, wurde die Mittelsohle um einen Millimeter erhöht. Die Außensohle wurde um einen Millimeter reduziert. Dies macht den Schuh deutlich dynamischer. Neben den Top-Technologien Everun und Isofit, ist der Ride ISO² mit der neuen Formfit-Technologie ausgestattet. Durch minimale Anpassungen in der Zwischensohle, ermöglicht Formfit ein natürlicheres und anpassungsfähigeres Tragegefühl. Dadurch wird eine Vielfalt an Fußformen und Belastungsmustern unterstützt, für eine noch angenehmere Passform gesorgt.

Zu guter Letzt bleibt noch ein Blick auf die Außensohle, die wichtigste Schnittstelle zwischen Boden und Läufer. Die XT 900 Tri-Flex-Außensohle hat nunmehr eine neue, sinnvolle Ergänzung erhalten: Crystal Rubber sorgt im Vorfußbereich für Standfestigkeit bei den Trainingsläufen, ohne dass der Schuh dabei an Flexibilität einbüßt.

Laufgefühl

Der Ride überzeugt mit einem direkten und zugleich dynamischen Laufgefühl. Mit kleinen Änderungen schafft Saucony es, den neuen Ride ISO² noch besser zu machen. Ein griffiger Trainingsschuh mit ausgeprägten Komforteigenschaften.

Fakten zum Ride ISO²

Der Ride ISO² wird ab Mai 2019 im Handel erhältlich sein. Nachfolgend haben wir die Highlights des Schuhs aufbereitet:

  • 8mm Sprengung (27mm Ferse/ 19mm Vorfuß)
  • EVERUN Topsole
  • PWRFOAM- Zwischensohle mit FORMFIT
  • ISOFIT-System für dynamische Passform
  • Engineered-Mesh-Obermaterial verstärkt durch Jaquard Knit in der Zehenbox
  • Verstärkte Fersenkappe durch gewebtes Obermaterial
  • TRI-FLEX-Außensohle – XT 900 und Crystal-Rubber im Vorfuß

 

Farbwege: Teal / Black; Citron / Teal; Black / Blue (M), Purple; Peach; Black / Gold (W)

Metal Quake (M); Ice Quake (W)

Größen: Herren US 7-13, 14, 15; Damen US 5-12

Gewicht: Herren 278g (US 9); Damen 249g (US 8)

Preis: 140,00 Euro

 

 

Young man resting  after jogging

Die Sucht nach dem perfekten Körper

Die Beschäftigung mit dem eigenen Körper hat für Sportler einen besonderen Stellenwert. Gewicht und Muskel-Fett-Verteilung zählen beim Laufen und anderen Sportarten zu den leistungsbestimmenden Faktoren. Der Drang nach Selbstoptimierung kann krankhafte Züge annehmen. Essstörungen, Maßlosigkeit im Training und suchtartiges Streben nach vermeintlicher Perfektion können lebensbedrohliche psychosomatische Krankheitsbilder generieren.

Weltweite Vernetzung und sich rasant entwickelnde Selftracking-Optionen fördern den Drang zur konkurrierenden Eigenperfektionierung. Im leistungsorientierten Sport lässt sich schon länger eine deutliche Zunahme krankhafter Alterationen in Bezug auf Körperbildung, Leistungsfähigkeit und eigenes Figurideal beobachten. Über mediale Kanäle färbt das mehr und mehr auf den reinen Gesundheitssport ab. „Gesund gemeint“ wird immer häufiger zum Gegenteil von gesund. Drastische Veränderungen von Ernährungsweise und Trainingsgestaltung leisten psychosomatischen Erkrankungen Vorschub, die in einer Sucht nach irrationalen Idealen vom eigenen Körper münden: hyperschlank, leichtgewichtig, fettfrei, aber möglichst muskulös. Geradezu widersprüchliche Vorstellungen von praktizierter Nahrungsaufnahme, Leistungsfähigkeit und Körperbild führen in einen Teufelskreis aus extrem reduzierter, einseitiger, oft mit gefährlichen Supplementen angereicherter Ernährung einerseits und maßlosem Training andererseits. Die Inzidenz von Essstörungen im Verbund mit malträtierendem Training ist in Sportarten, für die ein geringes Körpergewicht und/oder ein niedriger Körperfettanteil relevant sind, deutlich erhöht.

FRAUEN WERDEN MAGERSÜCHTIG – MÄNNER „ADONESK“

Krankhaft ausartende Probleme mit dem eigenen Körperbild sind bereits in antiken Quellen beschrieben. Heute gelten fragwürdige Schönheitsideale und Optimierungsdruck in einer auf Leistung und Perfektion getrimmten Gesellschaft als Auslösefaktoren. Magersucht – Anorexia nervosa (nervlich bedingte Appetitlosigkeit) – wurde erstmals 1873 als offizielles Krankheitsbild mit unbändigem Bewegungsdrang als Begleitsymptom beschrieben.

Die nach heutigem Kenntnisstand vielfältigen Auslöser schließen genetische, familiäre und sozioökonomische Faktoren ein. Ein niedriges Selbstwertgefühl scheint im Zentrum der Problematik zu stehen. Lange haftete der Krankheit das Image einer Macke pubertierender Mädchen an – eine banalisierende Fehleinschätzung. Magersucht ist eine multifaktoriell ausgelöste Suchterkrankung, die beide Geschlechter auch in höherem Lebensalter betrifft und mit messbaren Veränderungen im Hirnstoffwechsel sowie einer hohen Mortalitätsrate (ca. 15 Prozent) einhergeht.

Wenngleich 80 bis 90 Prozent der registrierten Magersuchtfälle das weibliche Geschlecht betreffen, muss die Einordnung als Mädchenkrankheit revidiert werden. Zum einen sind keineswegs nur Mädchen/junge Frauen betroffen. Lange Krankengeschichten erstrecken sich bis in das siebte Lebensjahrzehnt. Zum anderen wird bei Männern eine hohe Dunkelziffer und abweichende Symptomatik angenommen. Die Scham, als verweichlicht zu gelten, und eine geringere Therapiebereitschaft halten Betroffene davon ab, sich zu ihrer anorektischen Störung zu bekennen. Daran ändern auch die Outings einiger prominenter Sportler nichts.

PSYCHOSOMATISCHE „EFRAUZIPATION“

Wenn es um das Hadern mit der eigenen Figur geht, haben sich die Männer „efrauzipiert“. Überschlank, fettfrei, muskelbepackt oder optimal definiert sind zu Symbolen von Männlichkeit geworden – der vermeintlich perfekte Körper zum zwanghaften „Muss“. Leistungsorientierte Sportler sind besonders empfänglich für die wahnhafte Empfindung, nur der Optimal-Leib werde den selbst auferlegten Postulaten gerecht. Die Balance zwischen Trainingspensum und adäquater Nahrungsaufnahme gerät zunehmend aus der Balance. Immer restriktivere Lebensmittelauswahl mit dem Fokus auf geringer Energiedichte lassen den Körperfettanteil bedrohlich sinken, bis Änderungen im Hirnstoffwechsel eine Abwärtsspirale in Gang setzen.

WENN IMMER MEHR ZU WENIG WIRD

Der Adoniskomplex wurde zunächst als maskuline Muskelsucht zum Aufbau fettfreier Muskelmasse definiert. Heute wird der Begriff allgemeiner für psychosomatische Ess- und Verhaltensstörungen gebraucht, die dem Erreichen eines für perfekt erachteten männlichen Körperbildes und vermeintlich maximaler Leistungsfähigkeit dienen. Wie dieser perfekte Körper beschaffen sein soll, hängt von den persönlichen Einstellungen und Zielen sowie vom Erwartungsdruck des Umfelds ab. Die Nahrungsmittelselektion und Trainingsgestaltung sind demzufolge je nach Personentyp und Sportart (Läufer, Bodybuilder, Skispringer) unterschiedlich.

ADONISKOMPLEX: SICH SUCHTARTIG VERSTÄRKENDER ZWANG, DAS BILD DES ALS PERFEKT ERACHTETEN ATHLETEN ZU ERREICHEN. RESTRIKTIVE NAHRUNGS-/ENERGIEAUFNAHME, AUSUFERNDES TRAINING UND OFT ABUSUS VON NAHRUNGSERGÄNZUNGSMITTELN, ANABOLIKA ODER MEDIKAMENTEN (DIURETIKA, ABFÜHR-, SCHMERZMITTEL) WERDEN ZUM LEBENSMITTELPUNKT.

Text: Dr. Stefan Graf, entnommen aus aktivLaufen 2/17
Bild: GettyImages