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Kompressionssocken

LEISTUNGSSTEIGERUNG DANK KOMPRESSION?

Zahlreiche Mythen ranken sich mittlerweile um die Kompressionssocken. Leistungssteigerung und Regeneration in einem – noch während des Wettkampfes, danach, davor…! Die Meinungen der Läufer und Experten gehen stark auseinander. aktivLaufen hat sich die aktuellen Modelle einmal genauer angesehen.

*Der Test befindet sich in der Ausgabe 2/2016

TEXT: Ralf Kerkeling, Daniel Becker

Während der Startaufstellung beim Marathon oder einem Volkslauf habe ich mir den Tick zugelegt, den viele Leute aus der Laufbranche wahr- scheinlich auch nicht von sich weisen können.

Ich schaue auf die Füße der Menschen um mich herum. Welches Schuh-Modell trägt der Läufer neben mir, sind die Schuhe abgelaufen, trägt er oder sie gar die falschen Schu- he … Was das mit Kompressionssocken zu tun hat? Immer häufiger springt einem bei diesen „Streifzügen“ die lange kniestrumpfartige Kompressionssocke ins Auge. Meist in einer Neonfarbe, denn auffällig sein ist in. So werden die „Wadenquetscher“ immer häufiger zum Gesprächsthema vor dem Start – manchmal auch einfach, um die Nervosität wegzureden. Die auftauchenden Fragen sind bei diesem Thema häufig diese: „Tut das nicht weh?“, „Wird man durch die Kompression wirklich schneller?“

Also, was ist dran an der Socke? Ist das alles nur Gerede, welche der kursierenden Eigenschaften ist tatsächlich wahr? Am einfachsten beschreibe ich das mal aus meiner Sicht. Hat man sich einmal für eine dieser Socken entschieden, geht es den meisten „Newbies“ schätzungsweise ähnlich wie mir, als ich das erste Mal mit einem Paar dieser Laufsocken zu kämpfen hatte. Vor dem Kauf hatte ich mich ausgiebigst informiert. Wadenumfang und Fesselumfang wurden im Fachhandel ermittelt. Das alles in Kombination ergibt dann die richtige Sockengröße. Diese ist wichtig, will man nicht mit Schmerzen durch den Wettkampf gehen oder eventuell eine ständig rutschende Socke am Bein hängen haben.

ALLER ANFANG IST SCHWER

Dann die erste Hürde. Wie ziehe ich die Dinger an? Nach einigem Hin und Her saß die Socke schließlich an Bein und Fuß, und siehe da: Angenehm war es! Seitdem laufe ich regelmäßig mit langen Kompressionssocken durch den Wald oder in einem Wettkampf. Ich finde es angenehm, die Beine fühlen sich während des Laufes gut an, und die Socken schützen häufig auch noch gegen Gestrüpp und kaltes Wetter. Und nach dem Lauf geht es meinen Beinen, insbesondere den Waden, besser als ohne.

Im Grunde sind Kompressionssocken, ob zum Laufen oder für den medizinischen Gebrauch, nur im Detail voneinander zu unterscheiden. Bei Laufsocken kann der Sportler zwischen partiellem Druck oder ganzflächigem Druck wählen. Bei medizinischen Socken ist der Druck auf die Venen flächiger. Es gibt zudem die unterschiedlichsten Studien über die Wirksamkeit von Kompressionssocken im Wettkampf und für die Regeneration danach.

An der Deutschen Sporthochschule in Köln stellten Wissenschaft- ler die Leistungssteigerung während eines Wettkampfes in Frage, lobten jedoch die ausgesprochen positiven regenerativen Eigenschaften. Andere Studien belegten, dass bei Läufern mit Kompressionsstrümpfen nach einem Lauf mehr Kraft in den Muskeln zu messen war, sie weniger über Muskelkater klagten und sich schneller wieder frisch fühlten. Hier sind sich die Wissenschaftler größtenteils einig: Die Regeneration wird positiv unterstützt! Ob Kompressionssocken zur Steigerung der Ausdauer und der Kraft letztlich beitragen, kann man immer noch nicht abschließend beurteilen. Das Fazit: Es bleibt eine Frage des Gefühls, ob man sich die Socke zumindest für einen Wettkampf zulegt. Ich persönlich bin überzeugter Langsockenträger!

DARAUF SOLLTEN SIE BEIM KAUF ACHTEN:

ERST MESSEN

Messen Sie Ihren Waden- und Fesselumfang genau., die richtige Größe ist entscheidend für einen angenehmen Tragekomfort und für den gewünschten Effekt.
Es empfiehlt sich ein Besuch im Fachhandel.

SCHUHGRÖSSE

Kompressionssocken sind häufig dünner als normale Laufsocken. Es kann sein, dass die Schuhe in Folge etwas zu groß sind. Die Füße fangen darin an zu „schwimmen“, was sich negativ auf die Laufperformance auswirkt.

Sonnenuntergang

Der Klassiker für die Übergangszeit

Wenn es um Laufoberbekleidung für den Jahreszeitenwechsel geht, kommt man an Laufwesten nicht vorbei. Denn diese sind deutlich besser als ihr immer noch angekratzter Ruf.

Text: Daniel Becker

Wie oft haben Sie schon draußen gestanden und gedacht: „Das ist aber echtes Übergangswetter heute!“? Besonders häufig ist Ihnen das wahrscheinlich noch nicht passiert. Trotzdem haben Sie sich im Alltag bestimmt schon mal mit „Übergangskleidung“ eingedeckt. Und das aus gutem Grund. Denn letztlich ist es ja so: An den meisten Tagen, an denen Sie nicht wissen, was Sie bei diesem so schwer einzuschätzenden Wetter eigentlich anziehen sollten, liegen Sie am Ende mit der Entscheidung, zur Übergangskleidung zu greifen, meistens gar nicht so falsch – im Alltag, aber auch bei der Suche nach dem passenden Laufoutfit. Der Klassiker dabei sind auch in diesem Jahr die Laufwesten.

Der Mix macht’s

Je nach Temperatur und Windstärke eignet sich die ärmellose Oberbekleidungsvariante sowohl als „Second Layer“ wie auch als „Third Layer“, also als oberste Schicht über Funktionsunterwäsche und einem atmungsaktiven Lang- oder Kurzarmshirt, oder mit nur einer darunter liegenden Schicht, dem „Baselayer“. Nur eines empfiehlt sich nicht: Auf nackter Haut sollten Sie die Weste nicht tragen. Die große Stärke der Laufwesten liegt in dem guten Mix, den sie bieten. Zum einen sorgen sie dafür, dass – vor allem zu Beginn des Laufes – den Rumpf warm gehalten wird, gleichzeitig aber bringen sie auch eine gut funktionierende Atmungsaktivität mit.

Die Wärmeabgabe und der Flüssigkeitsaustausch funktionieren zusätzlich über die nicht von der Weste bedeckten Arme und Hände. Je nach Modell sorgen zusätzlich eingearbeitete Mesh-Einsätze – meist am Rücken oder an den Seiten – für eine bessere Durchlüftung. Bei Läufen im Regen sollte man prinzipiell zwar eher auf wasserabweisende Laufjacken zurückgreifen, doch ein trocken angefangener Lauf muss ja nicht zwingend auch trocken zu Ende gebracht werden. Deswegen blicken wir in unserer Übersicht ebenfalls darauf, welche Westen auch im Regen nicht schlappmachen.

Unterschiedliche Schwerpunkte

Neben der Vorzügen der Atmungsaktivität und dem Warmhalte-Effekt punkten die Laufwesten vor allem mit ihrem geringen Gewicht. Dadurch sind sie in der Regel extrem einfach zu verstauen und sollten bei einem längeren Lauftrip im Rucksack auf keinen Fall fehlen. Dennoch sind nicht alle Laufwesten gleich. Die Hersteller setzen bei der Konzeption unterschiedliche Schwerpunkte – herauskommen dabei die unterschiedlichsten Modelle. Daher war es unser Ziel, möglichst alle Facetten in der Marktübersicht darzustellen. Mit dabei sind unter anderem ultraleichte Westen, die sich vor allem für den Einsatz bei nur leichtem Wind perfekt eignen, ebenso wie gut isolierende Westen aus unterschiedlichen Materialien, mit denen Sie auch an kälteren Tagen optimal ausgerüstet sind. Auch der Sicherheitsaspekt kommt nicht zu kurz, denn Westen mit vielen Sichtbarkeitsdetails für Läufe in der Dämmerung sind in der Übersicht ebenfalls vertreten. Auch das Thema Platzangebot findet natürlich Berücksichtigung.

Fast alle Modelle sind mit Taschen ausgestattet, die sich mit einem Reißverschluss verschließen lassen. In manche passt ein Schlüssel, in andere ein ganzer Schlüsselbund – und vielleicht sogar noch ein Päckchen Tempos. Manche Westen sind echte Alleskönner, haben dann jedoch auch ihren Preis. Das Angebot ist groß, die Nachfrage nicht unbedingt. Ihren Ruf, ein entbehrliches Teil im Sportfach der Läufer-Kleiderschränke zu sein, haben die Westen noch immer nicht abgelegt. Dabei sind sie so vielseitig einsetzbar: bei Wind an kalten sowie an warmen Tagen das ganze Jahr über. Und natürlich erst recht in der Übergangszeit.

Foto: On Running

Warm und komfortabel

Im Winter werden die kurzen Hosen gegen die Longtights getauscht. aktiv Laufen gibt eine Übersicht über die neuesten Modelle – warme Beine garantiert.

Text: Ralf Kerkeling

Die Auswahl an Laufhosen ist schier unübersichtlich geworden. Die Hersteller bieten in jedem Jahr zahlreiche Varianten von der kurzen Hose mit oder ohne Innentight über die Dreivierteltight bis hin zur langen Lauftight an. Jetzt, im Winter, werden die sensiblen Läuferbeine wieder durch lange Tights geschützt. Denn diese bieten Schutz vor Kälte und Nässe. Beim Thema Tights scheiden sich jedoch in jedem Jahr die Modegeister. Für manchen Läufer ist der Griff zur langen Tight ein absolutes No-Go. Zu unästhetisch sei der Anblick, was zumindest bei den männlichen Läufern zutreffen kann. Man wolle doch nicht mit einem Balletttänzer verwechselt werden, hört man die Kritiker dann sagen. Dabei überwiegt der Nutzen einer langen Tight eindeutig, und zur Not zieht man eine kurze Jogginghose über der Tight an – Prob­lem gelöst.

Bequem und gut

Eine Frage, die sich stellt: Lohnt sich der Kauf einer Lauftight? Denn mitunter sind die eng anliegenden Beinkleider doch recht teuer. Die Antwort ist eindeutig Ja! Dabei sind die positiven Eigenschaften für Frauen und Männer gleich zu bewerten. Folgende Kriterien sprechen für den Kauf einer speziell für das Laufen entwickelten Longtight:

  • Atmungsaktive Stoffe schützen den Körper vor Nässe und Wind.
  • Schnell trocknendes Material hilft gegen Auskühlung des Körpers bei starkem Schwitzen.
  • Die eng anliegende Hose unterstützt den Aufwärmprozess
  • Bequem: Dank der extrem dehnbaren und flexiblen Stoffe ist eine hohe Bewegungsfreiheit garantiert.
  • Mesheinsätze fördern die Atmungsakti­vität.

Tights gibt es für jede Jahreszeit. In unserer Übersicht haben wir eine Auswahl für den anstehenden Laufwinter zusammengestellt.  Als Kriterien haben wir versucht, eine größtmögliche Preisspanne zu berücksichtigen. Vom preisgünstigen Modell bis zum Edel-Beinkleid ist alles vertreten. Auch den Sonderfall einer Kompressionstight haben wir berücksichtigt. Kompressionsbekleidung erfreut sich seit mehreren Jahren einer großen Beliebtheit. Beachten sollte man beim Kauf jedoch die genaue Passform. Der Grund: Ist die Hose zu weit, greift der Kompressionseffekt nicht, ist sie zu eng, wird es schnell unbequem. Hilfreich sind hier die verschiedenen Größen- und Gewichtstabellen der Hersteller auf den entsprechenden Internetseiten.
Nachfolgend ein paar Tipps zum Kauf einer Longtight:

  • Vor dem Kauf unbedingt anprobieren!
  • Die Nähte sollten möglichst flach sein. Andernfalls läuft man sich einen „Wolf“.
  • Auf Details achten: Reflektoren erhöhen die Sicherheit, Taschen sind nützlich

Fazit:

Wer warm und bequem durch den Winter laufen möchte, sollte der langen Tight eine Chance geben. Dabei muss nicht zwangsläufig die teuerste Hose die erste Wahl sein.

 

Foto: Craft

Gegen den Wind

Wind! Regen! Kühle! Was leisten die neuen Laufjacken? aktiv Laufen erklärt, welches Modell zu Ihnen passt.

Text: Ralf Kerkeling

Die Hersteller hochwertiger Funktionsbekleidung tüfteln in jedem Jahr an neuen Materialien und ver­suchen, den Produkten wie z. B. Laufjacken das nächste Finetuning mit auf den Weg zu geben. So hören die verwendeten Stoffe der aktuellen Saison auf Namen wie DriFit, CoolFeel, Ripstop oder AirFlow. Was sich dahinter verbirgt? Hochleistungsfasern, die dem entsprechenden Kleidungsstück helfen, Schweiß zu transportieren, ausreichend Luft an den Körper zu lassen, schnell zu trocknen und den Läufer vor Wind und Wetter zu schützen. Und dies alles gepaart mit einer möglichst großen Bewegungsfreiheit.

Guter Wetterschutz

Die neuesten Technologien garantieren Laufspaß bei jedem Wetter. Ausreden, es sei zu kalt oder windig, kann man nicht mehr ohne Weiteres gelten lassen. Sobald Regenschauer und kühlere Winde wieder das Lauftraining begleiten, wird die Jacke zum treuen Begleiter. Der Läufer hat die Qual der Wahl, jedoch nicht jede Jacke eignet sich für jedes Einsatzgebiet. Training oder Wettkampf, Trail in den Bergen – die unterschiedlichen Bedingungen ver­lan­gen jeweils unterschiedliches Material.

Man sollte sich also vor dem Kauf einer Jacke damit beschäftigen, wofür diese benötigt wird. Für einen Trainingslauf empfiehlt sich das Tragen einer leichten Jacke, die Schauer abhält und gegen Wind schützt. Es gilt auch hier das Zwiebelprinzip. Unter der leichten Jacke kann man sich mit weiteren Lagen behelfen – die Anzahl und Art sollte der Außentemperatur angepasst werden. Wichtig: Die gewählten Be­kleidungsschichten sollten funktional auf das Training ausgerichtet sein. Wer sich für ein Baumwollshirt als First Layer entscheidet und eine Funktionsjacke darüber anzieht, braucht sich am Ende nicht darüber zu wundern, dass die Hochleistungsfaser in diesem Fall versagt. Es gilt also, schlau zu schichten. Nur dann können die High-End-Stoffe ihre volle Funktionsfähigkeit entwickeln.

Eine gute Ventilation und Schweißabsorption sind sehr wichtig. Unterstützend wirken hierbei Mesh-Einsätze und Luftschlitze unter den Armen und an der Rückseite. Denn im Gegensatz zu gut durchbluteten Körperteilen wie den Beinen kühlt der Oberkörper schnell aus. Dabei sollte die Jacke zwar körperbetont geschnitten sein, um den Bewegungsablauf nicht zu beeinträchtigen, jedoch auch ausreichend Platz bieten. So kann ein Luftwärmepolster aufgebaut werden.

Darauf sollten Sie beim Kauf achten:

  • Einsatzbereich: Für welchen Zweck wird die Jacke benötigt?
  • Unbedingt anprobieren!  Als Läufer braucht man viel Bewegungsfreiheit.
  • Luftschlitze und Mesh-Einsätze sind wichtig für eine optimale Atmungsaktivität.
  • Auf die Sicherheit achten: In der Dämmerung helfen Reflektoren.

Fazit:

Die Zeiten, in denen Läufer als unmodische Nerds durch die Gegend laufen mussten, sind Gott sei Dank vorbei. Neben einer angenehmen Optik bieten die Laufjacken der anstehenden Herbstsaison eine tolle Funktionalität. Die Hersteller haben weiter an dem Punkt Leichtigkeit und Atmungsaktivität gearbeitet, herausgekommen sind luftige Begleiter für jedes Wetter. Die Bandbreite an Jacken ist größer geworden. So gibt es für jedes Einsatzgebiet eine ausreichende Auswahl. Jetzt gilt es, sich für eine Jacke zu entscheiden. Viel Spaß beim Aussuchen und Laufen!