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Advent mit aktiv laufen

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1. Dezember

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SPIbelt

3. Dezember

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4. Dezember

XLayer

 

5. Dezember

ERDINGER Alkoholfrei

 

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Shock Absorber

 

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BLACKROLL

 

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SÄTILA

 

11. Dezember

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13. Dezember

GARMIN

 

14. Dezember

Berchtesgadener Land

 

15. Dezember

CEP

 

16. Dezember

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17. Dezember

H.A.D.

 

 

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MONTANE

 

 

19. Dezember

aktiv Laufen

 

 

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WRIGHTSOCK

 

22. Dezember

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23. Dezember

ASICS

 

24. Dezember

THULE

 

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training im alter

TRAINING FÜR JEDES ALTER

Mit 20 läuft’s sich leicht. Doch wie soll am besten mit 50 trainiert werden? Je älter wir werden, desto mehr gilt es, auf angepasste Trainingselemente zu achten. Erfahren Sie, was George Clooney damit zu tun hat und wie’s bis ins hohe Alter geschmiert läuft.  Menschen wie George Clooney scheinen mit jedem zusätzlichen Lebensjahr immer besser auszusehen. Sie sind zudem passend – soll heißen altersgerecht –, modern und stylish angezogen. Und dann gibt es noch zwei weitere Gruppen: Die einen beginnen mit 40 Strickwesten zu tragen, andere kleiden sich mit über 50 wie Studenten im Erstsemester. „Noch einmal 20 sein“ – das scheint in diesem Fall der größte Wunsch.

Auch in der Trainingswissenschaft ist im übertragenen Sinne das Ideal von George Clooney anzustreben. Und zwar in derForm, das Alter nicht zu ignorieren, sondern zu akzeptieren. Dies allerdings mit Stil und guter Anpassung. Auf den Prozess des Alterns so zu reagieren, dass er einen wohlwollend begleitet, ist enorm wichtig. Versucht man beispielsweise als Ausdauersportler mit aller Macht noch mal 20 zu sein, dann führt das nicht zu spöttischen Blicken, sondern häufig zu Verletzungen und damit oft genau zum Gegenteil des erhofften Ziels. Gewichtszunahme und damit einhergehend eine Abnahme der fettfreien Körpermasse, eine schlechtere Fettverbrennung, weniger Knochendichte, verkürzte Telomere …

Die Folgen des Alterns sind vielfältig, wie Dr. Stefan Graf auf den Seiten 22 bis 27 erläutert. Ignorieren bringt rein gar nichts. „Akzeptieren und adaptieren“ ist das Gebot. Doch beides ist deutlich schwieriger, als es sich zunächst anhört. Auf der einen Seite soll man sich ja nicht überfordern, und auf der anderen Seite gilt: Wer rastet, der rostet. Fordern, aber eben nicht mit den Mitteln, die ein 20-Jähriger nutzt – das klingt doch sehr theoretisch und scheint nur schwer im Training umsetzbar. Wie das aber leicht möglich ist, wollen wir uns im Folgenden genauer ansehen.

MUSKELSCHWUND ENTGEGENWIRKEN

Beginnen wir mit etwas Grundsätzlichem: Schon dann gegen einen Verlust ankämpfen, bevor er tatsächlich eintritt. Als gutes Beispiel für Läufer kann die Abnahme der Muskelmasse in den Beinen herangezogen werden. Es ist nicht der Durchmesser der Muskeln, der geringer wird, sondern es sind als Erstes die schnellen Muskelfasern, die abgebaut werden. Das Problem an diesen schnellen „Fast-twitch Fibers“ ist, dass diese auch nicht mehr so einfach aufgebaut werden können. „Weg“ heißt in diesem Fall wirklich weg. Es macht also auch keinen Sinn, mit dem Training dieser Fasern zu beginnen, wenn sie bereits verschwunden sind. Stattdessen sollten Strukturen und Fähigkeiten gefordert werden, solange sie vorhanden sind. Altersgerechtes Training sollte somit schon in den 30ern anfangen. Wer zwischen dem 35. und dem 40. Lebensjahr kein Krafttraining macht, alle schnellen Sprintintervalle zugunsten von langen Ausdauerläufen streicht, kein Lauf-Abc oder Sprungübungen macht, der braucht sich mit 45 nicht zu wundern, wenn er deutlich an Geschwindigkeit verloren hat. Der „Kampf“ sollte also frühzeitig begonnen werden, das gilt für jedes Alter. „Wer rastet, der rostet“ und altersgerechtes Training passen demnach wunderbar zusammen, vor allem wenn man das fordert, was ansonsten innerhalb von fünf Jahren verloren gehen kann. So weit zum Grundsatz. Was bedeutet das aber konkret nach Alters-Dekaden?

KÖRPERFUNKTIONEN VERÄNDERN SICH

Es lohnt sich, sich auf die Dinge zu konzentrieren, die auch geändert werden können. Die maximale Herzfrequenz nimmt zum Beispiel im Laufe des Lebens langsam ab, weil der Herzmuskel sich im Laufe der Jahre deutlich langsamer entspannt. Das lässt sich leider nicht ändern – und die damit verbundene geringere Pumpleistung, das Herzminutenvolumen, auch nicht. Und was man sowieso nicht ändern kann, das sollte einen auch nicht stören. Es gibt aber auch viele Strukturen und Fähigkeiten, deren Entwicklung durchaus beeinflusst werden können. Zwischen 35 und 45 sind das hauptsächlich die Schnelligkeit und die Explosivität. Die Ursache für deren Abnahme liegt im angesprochenen Muskelverlust und in einem Steifigkeitsverlust der Sehnen.

Ja, die Steifigkeit der Sehnen nimmt tatsächlich mit dem Alter ab! Dies hat aber nichts mit der eingeschränkten Beweglichkeit im Alter tun. Durch eine geringere Steifigkeit können Sehnen und Muskeln weniger Kraft abfedern und auch weniger wieder abgeben, und das führt zu einer geringeren Dynamik.  Mehr als zwei Krafttrainings pro Woche sind dabei weder für einen 20-Jährigen noch für einen 60-Jährigen sinnvoll. Wer also verletzungsfrei ist und keine Probleme mit Sprungübungen hat, der sollte auch noch in der sechsten Lebensdekade Lebensdekade mit solch dynamischen Trainingsformen trainieren.

Eine fixe Altersgrenze ist schwer zu nennen. Klar ist aber auch, dass ab dem 50. Lebensjahr die Sehnenbeschwerden mehr werden und solch hoch belastende Übungen weniger gut vertragen werden. Spätestens dann macht es Sinn, das Training anzupassen und eher auf statische Übungen zu setzen. In einer Studie der Sporthochschule in Köln konnte nachgewiesen werden, dass die Steifigkeit der Achillessehne bei Menschen über 60 durch eine isometrische, also statische Belastung der Achillessehne über einen Trainingszeitraum von 14 Wochen um 23 Prozent gesteigert werden kann.

So eine Übung wäre zum Beispiel das ganz langsame Hochdrücken der Fersen auf einer Treppenstufe, eventuell mit Gewicht in den Händen.  Die Prinzipien des Trainings und auch die Trainierbarkeit gelten also für einen 70-Jährigen genauso wie für einen 20-Jährigen, lediglich die Methoden sollten sich ändern. Aus einem harten dynamischen Maximalkrafttraining darf auch ein hartes isometrisches Training werden, wenn es um die Sehnenanpassungen geht.

Während beispielsweise ein 20-Jähriger mit einem sehr intensiven intervallartigen Lauf-Abc Dynamik, Stabilität, Balance und die Ausdauerleistungsfähigkeit gleichzeitig trainieren kann, sollte mit zunehmendem Alter die Komplexität der Übungen abnehmen und die einzelnen Fähigkeiten isolierter trainiert werden. So sollte die Dynamik mit dem angesprochenen isometrischen Maximalkrafttraining behalten werden, die Balance durch gezielte Gleichgewichtsübungen trainiert werden und die VO2max durch angepasstes Intervalltraining erhalten oder sogar verbessert werden. Angepasstes Intervalltraining bedeutet, dass die Längen der Intervalle durchaus gesteigert werden dürfen, dafür aber in ihrer Intensität verringert werden sollten.

VIELE WEGE NACH ROM

So zeigte Bert Ronnestad vor Kurzem, dass ein sehr intensives Blockintervalltraining mit nur 15-sekündiger Pause zwischen 30-Sekunden-Intervallen zu einer vielversprechenden Anpassung der VO2max führen kann. Diese hohe Intensität mit sehr kurzen Pausen ist aber was für 20- bis 45-Jährige – und wer solch eine Meldung liest und dieses Training dann unangepasst nachmacht, der steuert sicher auf eine Überlastung zu. Der angepasste „Weg nach Rom“ führt eher über „4 x 8 Minuten“-Intervalle knapp über einem Tempo von 10 km/h. Wie Sportwissenschaftler Stephen Seiler schon 2013 aufzeigte, sind diese zwar in der Intensität deutlich unterhalb der maximalen Sauerstoffaufnahme, können diese aber dennoch sehr effektiv trainieren. Also sind lange Intervalle knapp oberhalb des 10-km/h-Tempos eher das Mittel der Wahl für einen Läufer über 50. Dann ist auch die Pause zwischen den Intervallen nicht ausschlaggebend.

In einer anderen Studie zeigte Seiler, dass sowohl eine Intervallpause von zwei Minuten als auch eine von vier Minuten zu den gewünschten Erfolgen führt. Mit zunehmendem Alter würde ich sogar so weit gehen, zu sagen, dass die Pause so lange sein sollte, wie der Läufer braucht, um sich wieder fit für das nächste Intervall zu fühlen. Die Dauer von acht Minuten ist in jedem Fall lange genug, um auch bei langen Pausen eine Anpassung zu forcieren. Durch ein so angepasstes Intervalltraining wird der längeren Regenerationszeit Rechnung getragen.

Natürlich muss dies auch zwischen den einzelnen Einheiten beachtet werden. Mehr als zwei Intervalleinheiten pro Woche sind für Läufer über 40 nicht mehr sinnvoll – und mehr als eineinhalb Intervall- und Tempoeinheiten für Läufer über 50 ebenfalls nicht mehr. Mehr Regeneration bedeutet aber nicht, dass nichts getan werden soll, sondern mehr auf extensives Training und Unterstützungstraining gesetzt werden soll. Mehr extensives Training bedeutet mehr langsame Läufe, aber eben nicht nur.

Damit besteht jedoch die Möglichkeit, diese auch für ein gezielteres Fettstoffwechseltraining zu benutzen, da es gerade die Fettoxidation ist, die im Alter nachlässt, während die Kohlenhydratverstoffwechselung nicht per se schlechter wird. Gegen einen Nüchternlauf pro Woche ist also in keinem Alter etwas einzuwenden. Er muss nicht länger als eine Stunde dauern und muss dabei gar nicht hart sein. Morgens nichts essen, vielleicht eine Tasse Kaffee trinken und dann eine Stunde locker laufen – das reicht vollkommen aus. Doch Lauftraining ist eben nicht alles. Ein aktives Leben und Unterstützungstraining helfen, den etwas geringeren Ausdauerreiz zu kompensieren.

WUNDERWAFFE KRAFTTRAINING

Muskelmassenverlust, Testosteronmangel bei Männern und einer geringeren Knochendichte durch Kalziumverlust kann durch Krafttraining entgegengewirkt werden. Insofern dient gerade Krafttraining als eine Art Wunderwaffe gegen die Degeneration des Alters. Hier aber für Altersklassensportler eine allgemeine Anweisung zu geben, ist nahezu unmöglich. Ein 50-Jähriger ist natürlich ein intensiver beschriebenes Blatt als ein 20-Jähriger und so sind auch die notwendigen Anpassungen individueller. Dies ist ein Grund, wieso Training in der Gruppe in der Jugend und sogar im Spitzensport viel besser funktioniert als bei älteren Läufern.

Diese benötigen viel dringender einen individuellen Trainingsplan und einen erfahrenen Trainer. Für jemanden, der seit vielen Jahren Krafttraining macht und bei dem die Bewegungsmuster in Fleisch und Blut übergegangen sind, ist es viel einfacher, auch komplexe Freihantelübungen sauber auszuführen und sich dabei nicht zu verletzen, als für einen Einsteiger. Neue Bewegungsmuster werden im Alter deutlich langsamer erlernt, weswegen zunächst mehr an geführten Geräten trainiert werden sollte und freie Übungen ohne Führung erst langsam und vorsichtig ins Training eingebaut werden sollten.

Grundsätzlich gilt die Devise: Gewohntes so lange wie möglich erhalten, aber Neues nur vorsichtig und langsam einbauen. Dann spricht aber auch nichts gegen hohe Gewichte, denn gerade diese sind es, die den Muskelverlust der schnellen Muskulatur verhindern und auch die Knochen so stark belasten, dass ein Abbau der Knochendichte verlangsamt werden kann. Die bestehende Muskelmasse nicht zu verlieren bzw. neue aufzubauen, ist die Hauptaufgabe des Krafttrainings.

Mit dem Verlust der Muskelmasse verringert sich nämlich auch der kalorische Grundumsatz, und die bestehende Tendenz, im Alter etwas zuzunehmen, verstärkt sich. Paul Haber zeigte, dass nach 12 Wochen auch Menschen über 70 mit aufbauendem Krafttraining 26 Prozent an maximaler Muskelkraft und auch 3 Kilogramm an fettfreier Masse zulegen können, obwohl die Proteinsynthese beim Muskelaufbau (Myofibrillenproteine) bei 70-Jährigen um ca. 30 Prozent langsamer ist als bei 20-Jährigen. Es gibt also keine Altersgrenze fürs Krafttraining, mit dem – wie bereits gesagt – schon vor den ersten Einschränkungen begonnen werden sollte.

BALANCEAKT

Neben der Kraft und Muskelmasse, der Sauerstoffaufnahme und der Sehnensteifigkeit ist es vor allem die Beweglichkeit und Koordination, die mit zunehmendem Alter abnimmt. Unser Leben wird mit jedem Jahr statistisch inaktiver und unsere Fähigkeiten nehmen ab. Balancetraining und Beweglichkeitstraining benötigen kaum Regenerationszeit und sind somit perfekt für die längeren Erholungszeiten im Alter. Auch wenn bei Spitzensportlern ein Nachweis bisher ausblieb, dass Dehnen und auch Balancetraining zu besseren Ausdauerleistungen führen, liegt dies bei Altersklassenathleten auf der Hand. Verletzungen durch Verkürzungen, ein immer kürzer werdender Schritt, höhere Bodenkontaktzeiten und fehlende Balance sind nicht nur Probleme für Menschen ab 70, sondern auch für bisher inaktive 30-Jährige.

Die Komplexität der Übungen muss bezüglich der mit ihnen einhergehenden Verletzungsgefahr natürlich altersgerecht sein, um zum Beispiel Stürze aufgrund der mit zunehmendem Alter geringeren Knochendichte zu verhindern. Aber es müssen auch keine hoch komplexen Balanceakte sein.

Schon allein das Zähneputzen auf einem Bein stellt viele Menschen vor große Herausforderungen – Verletzungsgefahr eher gering. Längere Intervalle, Nüchternläufe, mehr angepasstes Krafttraining und Koordinations- und Balancetraining – Training sollte und muss in keinem Alter langweilig und eintönig sein. Stattdessen gilt immer, ob mit 30 oder mit 70: die bestehenden Fähigkeiten erhalten und neue erlangen. Dass dies auch in höherem Alter noch möglich ist, da ist die Wissenschaft sich einig.

So kann ein über mehrere Dekaden trainierender 75-Jähriger durchaus eine relative Leistungsfähigkeit von 200 Prozent seiner untrainierten gleichaltrigen Mitmenschen haben und somit auch einer Pflegebedürftigkeit deutlich vorbeugen. Mit einer statistischen VO2max von 40 ml/kg wäre er damit so leistungsfähig wie ein 25-jähriger Untrainierter. Somit hat der Sport im Alter schließlich doch einen entscheidenden Vorteil: Schmerzfreiheit und Gesundheit entwickeln sich deutlich paralleler als die Leistungsfähigkeit 20-jähriger Leistungssportler.

GUT ZU WISSEN – FAKTEN RUND UM DAS THEMA LAUFEN & ALTER

  • Mit altersgerechtem Training sollte in den 30ern begonnen werden.
  • Strukturen und Fähigkeiten sollten gefordert werden, solange sie vorhanden sind.
  • Die maximale Herzfrequenz nimmt im Laufe des Lebens langsam ab.
  • Die Steifigkeit der Sehnen nimmt mit dem Alter ab.
  • Mehr als zwei Krafttrainings pro Woche sind weder für einen 20-Jährigen noch für einen 60-Jährigen sinnvoll.
  • Eine fixe Altersgrenze ist schwer zu nennen.
  • Mit zunehmendem Alter sollte die Komplexität der Übungen abnehmen und die einzelnen Fähigkeiten isolierter trainiert werden.

TEXT Michael Arend

kompression

STABILE WADEN

Kompressionssocken spalten die Gemüter. Die einen schwören auf ihre stabilisierende Wirkung, andere scheitern schon beim Versuch, sie über den Fuß zu ziehen.

Ertappt – ich schaue vielen Menschen, denen ich beim Sport begegne, zunächst auf die Füße: Welches Schuh-Modell trägt der Läufer neben mir, sind die Schuhe abgelaufen, trägt er oder sie gar die falsche Schuhgröße … Was das mit Kompressionssocken zu tun hat? Immer häufiger springt einem bei diesen „Streifzügen“ die lange kniestrumpfartige Kompressionssocke ins Auge.

Meist in einer Neonfarbe, denn auffällig sein ist in. So werden die „Wadenquetscher“ immer häufiger zum Gesprächsthema vor dem Start eines Wettkampfes – manchmal auch einfach, um die Nervosität wegzureden. Die auftauchenden Fragen sind bei diesem Thema häufig diese: „Tut das nicht weh?“, „Wird man durch die Kompression wirklich schneller?“ Also, was ist dran an der Socke? Ist das alles nur Gerede, welche der kursierenden Eigenschaften ist tatsächlich wahr? Am einfachsten beschreibe ich das mal aus meiner Sicht.

Hat man sich einmal für eine dieser Socken entschieden, geht es den meisten „Newbies“ schätzungsweise ähnlich wie mir, als ich das erste Mal mit einem Paar dieser Laufsocken zu kämpfen hatte. Vor dem Kauf hatte ich mich ausgiebigst informiert. Wadenumfang und Fesselumfang wurden im Fachhandel ermittelt. Das alles in Kombination ergibt dann die richtige Sockengröße. Diese ist wichtig, will man nicht mit Schmerzen durch den Wettkampf gehen oder eventuell eine ständig rutschende Socke am Bein hängen haben.

DIE REGENERATION FÖRDERND

Vor der ersten Hürde steht jedoch ein jeder Neu-Kompressionssockenträger: Wie ziehe ich die Dinger an? Rumprobieren und ziehen, wird schon. Geht auch leichter, wie ich nach dem Kampf mit der Socke erfahre (siehe Erklärung auf der rechten Seite). Nach einigem Hin und Her sitzt die Socke jedenfalls an Bein und Fuß. Seitdem laufe ich regelmäßig mit langen Kompressionssocken durch den Wald oder in einem Wettkampf. Ich finde es angenehm, die Beine fühlen sich während des Laufes gut an, und die Socken schützen häufig auch noch gegen Gestrüpp und kaltes Wetter. Und nach dem Lauf fühlen sich meine Beine, insbesondere die Waden, besser an als ohne.

Im Grunde sind Kompressionssocken, ob zum Laufen oder für den medizinischen Gebrauch, nur im Detail voneinander zu unterscheiden. Bei Laufsocken kann der Sportler zwischen partiellem Druck oder ganzflächigem Druck wählen. Bei medizinischen Socken ist der Druck auf die Venen flächiger. Es gibt zudem die unterschiedlichsten Studien über die Wirksamkeit von Kompressionssocken im Wettkampf und für die Regeneration danach. An der Deutschen Sporthochschule in Köln stellten Wissenschaftler die Leistungssteigerung während eines Wettkampfes infrage, lobten jedoch die ausgesprochen positiven regenerativen Eigenschaften.

Andere Studien belegten, dass bei Läufern mit Kompressionsstrümpfen nach einem Lauf mehr Kraft in den Muskeln zu messen war, sie weniger über Muskelkater klagten und sich schneller wieder frisch fühlten. Hier sind sich die Wissenschaftler größtenteils einig: Die Regeneration wird positiv unterstützt! Ob Kompressionssocken zur Steigerung der Ausdauer und der Kraft letztlich beitragen, kann immer noch nicht abschließend beurteilt werden. Das Fazit: Es bleibt eine Frage des Gefühls, ob man sich die Socke zumindest für einen Wettkampf zulegt. Ich persönlich bin überzeugter Langsockenträger!

KOMPRESSIONSSOCKEN ANZIEHEN – SO GEHT‘S

1. AUF LINKS ZIEHEN
Trick 17 für einen reibungslosen Ablauf beim Anziehen einer langen Kompressionssocke beginnt damit, dass die gesamte Socke auf links gezogen wird.

2. ÜBER DEN VORDERFUSS
Die Socke wird nach dem Umstülpen von den Zehen angefangen langsam in Richtung Ferse gezogen. Dabei bleibt der Einstieg der Socke noch unberührt.

3. ÜBER DIE FERSE
Dann zieht man die Socke vorsichtig über die Ferse. Der Einstieg der Socke rutscht langsam nach.

4. FERTIG ANZIEHEN
Im finalen Schritt wird die Socke am Bund gepackt. Die Finger greifen dabei unter den Bund und man zieht die Socke über die Wade hoch. Fertig.

DARAUF SOLLTEN SIE BEIM KAUF ACHTEN

ERST MESSEN

Messen Sie Ihren Waden- und Fessel-Umfang genau, die richtige Größe ist entscheidend für einen angenehmen Tragekomfort und den gewünschten Kompressionseffekt. Es empfiehlt sich ein Besuch im Fachhandel.

SCHUHGRÖSSE

Kompressionssocken sind häufig dünner als normale Laufsocken. Es kann sein, dass die Schuhe in Folge etwas zu groß sind. Die Füße fangen dann an zu „schwimmen“, was sich negativ auf die Laufperformance auswirkt.

TEXT Ralf Kerkeling

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Run Bra: Die Perfekte Laufbegleiterin

Laufen soll Spaß machen. Das ist und bleibt die Essenz unseres Lieblingssports. Ein positives Laufgefühl gibt uns die richtige Motivation für den Alltag. Run Happy als Lebensmotto. Umso wichtiger dabei – das richtige Equipment. Klar, hier wird in der Regel zuerst über Schuhe gesprochen, dann über Kleidung und Gadgets. Haben wir etwas vergessen? Jein, denn Apparel bedeutetet nicht nur das coole Laufshirt, ein fancy Laufrock, oder eine modische Tight. Ein Kleidungsstück ist auf dem Vormarsch und erhöht den Spaßfaktor jeder Läuferin – der Run Bra.

Höchster Standard und Komfort

Der Sportartikelhersteller Brooks hat schon mehr als 40 Jahre Erfahrung in der Herstellung von Sport-BHs und betritt mit der neuen Kollektion des Dare Run Bras Neuland. Die US-Amerikaner haben einen Sport-BH explizit für das Laufen entwickelt. Dieser soll das Einer-für-alles-Prinzip mit durchbrechen. Um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen, wurde mit der Research Group in Breath Health an der Universität Portsmouth zusammen gearbeitet. Hier wurden biomechanische Tests mit den Run Bras durchzuführen. Das Ergebnis: Egal welche Größe oder Style gesucht ist – die Run Bras entsprechen den höchsten Standards von Komfort und Support.

So sollen einschneidenden Trägern und scheuernden Stoffen ein Ende bereitet werden. Und auch die Geschwindigkeit der Frauen steht im Fokus. Die Experten von Brooks weisen auf Forschungen hin, die gezeigt haben, dass Frauen durch schlechte kontrollierte Brustbewegungen bis zu 4 Zentimeter Schrittlänge verlieren. Auf 25 Kilometern ist das ein ganzer Kilometer. Besonders Frauen mit großen Cup-Größen werden ausgebremst. „Das Bindegewebe der Brust lässt sich nicht trainieren“, ergänzt Dr. Axel Sauerwald, Triathlet und Chefarzt der Gynäkologie des St. Marien Hospitals in Düren. Im Brustgewebe gibt es keine Muskeln – ein einziges Band unterstützt das gesamt Gewebe. Diese anatomischen Fakten lassen schon erahnen, wie wichtig beim Laufen die Wahl des richtigen Run Bras ist.

Kuriose Erfindung

Im antiken Griechenland banden Frauen ihre Brüste bei körperlicher Betätigung noch mit Lederbändern ab. Im 19. Jahrhundert gab es zum Beispiel Korsetts für jeden sportlichen Anlass – Tennis, Reiten oder Turnen. Erst Ende der 1970er-Jahre wurde aber der Sport-BH erfunden, der den Modellen ähnelt, die heute in den Geschäften zu finden sind. Den Anfang machten drei laufbegeisterte Frauen von der University of Vermont in den USA. Der „Jockbra“, der später in „Jogbra“ umbenannt wurde, war geboren.

Moment der Befreiung

So richtig in der Öffentlichkeit tauchte der Sport-BH 1999 auf. Die US-amerikanische Fußballerin Brandi Chastain verwandelte damals im WM-Finale den entscheidenden Elfmeter und machte ihr Land zum Weltmeister. Doch bekannter wurde sie für ihren anschließenden Jubel. Die Verteidigerin riss sich das Trikot vom Körper und wirbelte es durch die Luft, ehe sie auf die Knie sank, zu sehen war infolgedessen ihr Sport-BH. „Es war ein krönender Moment für Frauen überall auf der Welt, ein Moment der Freiheit, der Befreiung“, sagte die Managerin von Chastains Fußballmannschaft zu dem ikonischen Bild der WM in einem Interview mit der „New York Times“.

[caption id="attachment_3509" align="alignleft" width="300"] Dare_Crossback[/caption]

Brooks
Dare Crossback

Preis: 55,00 Euro
Größen: 30-40 A/B, C/D Stoffe:
Body: DriLayer-HorsePower-Stoff. Träger: 63 % Nylon, 37 % Spandex.
Cups: DriLayer-Horse Power-Stoff. Scheuerfreie Flatlock-Nähte. Schweißableitendes, schnell trocknendes DriLayer-HorsePower-Material

Die Dare Kollektion der Run Bras umfasst fünf neue Styles mit zahlreichen Features – eine ganze Bandbreite an eleganten, modernen Styles, die für jede Frau den passenden Run Bra findet. Der Name „Dare“ steht für Energie, Risiko, Aufregung und Mut, für das die Kollektion steht.

Highlights:

– Frei geschnittene Konstruktion
– Minimale Nähte für modernen Stil & ablenkungsfreien Komfort – Integriertes Bodenband für unsichtbaren Halt und Komfort – Strategisch platzierte Perforation für Atmungsaktivität

 

Text: Kerstin Börß, Ralf Kerkeling

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BUFF® Dryflx+ – Die Temperaturen fallen, die Performance steigt

Die Tage werden kürzer und das Wetter kühler, jetzt kommt es gerade beim Laufen auf die richtige Ausrüstung an: Mit den BUFF® Dryflx+ Produkten seid ihr für die anstehenden Herbst- und Wintertage bestens geschützt und könnt euch voll und ganz auf eure Pace konzentrieren. Die BUFF® Dryflx+ Produktserie des spanischen Herstellers und Erfinders der multifunktionalen Schlauchtücher garantiert euch Wärme und Sichtbarkeit. Denn das Material ist darauf ausgelegt, auch bei widrigen Bedingungen die ideale Temperatur am Körper zu gewährleisten und dabei Schweiß sicher vom Körper abzuleiten. Die reflektierenden Elemente an Stirnband, Mütze und Multifunktionstuch sorgen für Sichtbarkeit.

STYLE UND FUNKTION

Für maximalen Spaß am Laufen auch in der kalten Jahreszeit: die ultraleichten und äußerst komfortablen

[caption id="attachment_3499" align="alignright" width="300"] BUFF_Dryflx+_Neckwarmer[/caption]

Accessoires überzeugen durch ideales Feuchtigkeitsmanagement und hohe Atmungsaktivität. Sie wurden entwickelt, um deine Körpertemperatur auch bei kältesten Bedingungen zu regulieren, denn gerade über den Kopf geht dem Körper bei Kälte die meiste Wärme verloren. Dank der 4-Wege-Stretch Technologie und der 100 Prozent nahtlosen Verarbeitung ist optimaler Tagekomfort garantiert. Durch den Einsatz von Elasthan bietet das neue Material zudem eine perfekte Passform. Der Schlauchschal der Kollektion bedeckt Mund und Nase für besten Kälte- und Wetterschutz bei widrigsten Bedingungen. Durch den hohen Schnitt passt er sich gut dem Gesicht und Kopf an und hat dadurch einen perfekten Halt.

IMMER AUF DER SICHEREN SEITE

Egal, ob ihr in den frühen Morgenstunden oder bei tiefster Nacht eure Runden dreht – mit dieser Kollektion könnt ihr nicht übersehen werden: reflektierende 360° Details gewährleisten bessere Sichtbarkeit in der Dämmerung. Die BUFF® Dryflx+ Kollektion besteht aus Mütze, Stirnband und Schlauchschal, die in drei verschiedenen Farben erhältlich sind.

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About BUFF®

Die Ursprünge von BUFF® liegen in Igualada, Spanien, und in der Leidenschaft zum Motorradfahren des Firmengründers Joan Rojas. Urbaner Lifestyle und die Liebe zum Sport gaben ihm vor knapp 30 Jahren die Inspiration für die Mutter aller multifunktionalen Schlauchtücher, dem BUFF® Original. Heute ist das Sortiment weitaus größer und hält für Extremsportler, Running-, Yoga- oder Outdoor-Fans aber auch den Urban Lifestyle vielfältige Accessoires bereit, die mittlerweile in über 60 Länder erhältlich sind. Unsere Mission: hochwertige Accessoires in innovativem Design. Mützen, Schals, Caps und mehr werden im katalonischen Firmensitz designt und zu 90 Prozent auch in der Region selbst hergestellt. Umweltschutz und Nachhaltigkeit bei Produktion und Materialien sind Teil der BUFF® DNA, weshalb der Einsatz von recyceltem Polyester und zertifizierter Merinowolle zu den festen Bestandteilen der Kollektion gehört. BUFF® ist für alle, die jeden Moment mit Leidenschaft genießen und sich dabei auf das Wesentliche fokussieren – Live more now.
Weitere Informationen zu BUFF® in der DACH Region gibt es hier:
Website (https://www.buff.com/de_de/), Instagram (https://www.instagram.com/buffgermany/), Facebook (https://www.facebook.com/buff.germany)

Juliane Ilgert

DIE ESSENZ DES LAUFENS  

Es ist Pandemie. In allen Lebensbereichen gibt es drastische Einschränkungen – und das weltweit. Laufen aber, das bleibt global legal. Doch Lauftraining ohne Wettkampf, ohne Finisher-Bier, Freunde, Applaus, Konfetti und Ziel – macht das überhaupt Sinn? Eine Überlegung, warum wir eigentlich laufen.

„Nö, null, überhaupt nicht“ – das ist die Antwort auf die mir aktuell so häufig gestellte Frage, ob ich die Teilnahme an Laufwettkämpfen vermisse, die während der Corona-Pandemie reihenweise gecancelled wurden. Enttäuscht sind die Läufer, die ihr Lauftraining an ein bestimmtes Ziel in Form eines Events geknüpft hatten: einen Fünf-Kilometer-Lauf zu schaffen, einen Halbmarathon zu finishen oder eine neue persönliche Bestzeit (PB) beim Marathon aufzustellen. Ohne Event, kein Ziel. Ohne Ziel, kein Sinn. Ohne Sinn, kein Laufen. Klingt nach einer logischen Schlussfolgerung, aus der sich die Frage ergibt: Warum sollten wir dann überhaupt laufen? Vielleicht können Sie aus folgenden Überlegungen Sinnhaftigkeit fürs eigene Laufen ziehen.

ANDERER BLICKWINKEL

Vor Corona begründete ich meine Laufleidenschaft manchmal so: Ich sehe mir gerne fremde, ferne, interessante Städte an, ohne klassische, langweilige Sightseeing-Touren per Bus machen zu müssen. Beim New York Marathon zum Beispiel läuft man zusammen mit mehr als 50.0000 Gleichgesinnten über die Verrazzano Bridge, während ein Hubschrauber auf gleicher Höhe nebenher fliegt, damit Fotografen dokumentieren können, wie Läufer aus aller Welt durch die fünf New Yorker Stadtteile rennen und dabei von den Einheimischen gefeiert werden, während man selbst den unzähligen Bands am Straßenrand zuklatscht.

Beim Paris Marathon sieht man den Eiffelturm von jeder Seite, sogar mehrmals. Beim Zieleinlauf des Berlin Marathons ist ein roter Teppich vor dem Brandenburger Tor ausgerollt, flankiert von einer großen Zuschauertribüne. Wenn dort nach 42 Kilometern, kurz vor der Ziellinie, Hunderte fremde Menschen einem wohlwollend und anerkennend zulächeln, klatschen, laut jubeln und einem beim Vorbeilaufen zig „High fives“ entgegenstrecken, dann treibt das die Tränen in die Augen. Man bekommt Gänsehaut, und das Brandenburger Tor ist auf einmal nicht mehr nur eine Touristenattraktion, sondern es bekommt eine ganz andere Bedeutung.

So verschafft jeder Straßenmarathon dem Läufer ein einmaliges und emotionales Sightseeing- Erlebnis, das unvergessen bleibt. Noch Jahre später kann man auf die schöne Erinnerungsmedaille blicken und stolz denken: „Ja, das war ein geiler Tag, damals in New York. In Paris. In Berlin.“ Bei Bergläufen ist es noch intensiver: Ich liebe es, Gebirge laufend zu überqueren. Man erkundet eine fremde Vegetation, kann an abgelegene Orte und Täler in Regionen kommen, die für Touristen nicht zugänglich sind, und sieht vom Aussterben bedrohte Tiere wie den Adler.

Beim achttägigen „Transalpine Run“ darf man einen Gletscher überqueren und die Alpen auf einer Länge von 270 Kilometern erkunden. Das „Elbrus World Race“ im Kaukasusgebirge war in so abgelegener Wildnis, dass ich mich absolut frei und wie in einem Abenteuerfilm fernab von meinem stressigen Alltag gefühlt habe. Beim „Trans Atlas Marathon“ in Marokko hat mir ein Einheimischer während des Laufs so viel über die Bergdörfer, die Nomaden, deren Kultur und Religion erzählt, dass ich viel mehr Verständnis, Empathie und Toleranz entwickeln konnte. Und bei all diesen Events rund um Sightseeing und Naturerlebnis steht die Gemeinschaft mit anderen Läufern, die Begegnung mit coolen Persönlichkeiten im Vordergrund – das ist es, warum ich laufe. Das Laufen wird hier zur Nebensache. Zum Mittel eines Zwecks. Nicht aber zum Selbstzweck. Hat das mit der Essenz des Laufens zu tun? Nein, null, überhaupt nicht.

IST LAUFEN NICHT LANGWEILIG?

Laufen ist ohne das äußere Tamtam langweilig. Es wartet keine Ziellinie mit kühlem Finisher- Bier, keine applaudierenden Zuschauer, keine Freunde, die einen feiern, keine Medaille, kein Konfetti, keine Anerkennung, keine persönliche Bestzeit, keine fremde Vegetation, die man beobachten könnte und sich damit vom Wesentlichen ablenken. Reduzieren wir das Laufen mal auf das, was es ist: den einen Fuß vor den anderen setzen. Schritt, Schritt, atmen, Schritt, Schritt, schwitzen, atmen, Schritt, Schritt, Muskeln spüren. Ganz schön langweilig, oder? Da schläft man ja schon beim Lesen fast ein. Streichen wir das ganze Tamtam, dann ist Laufen monoton.

Pure Bewegung, ganz nackig, ohne Glamour, ohne Reisen und ohne Medaillen. Immer gleichbleibende, sich schier endlos wiederholende Schritte. Man spürt den Körper, die Anstrengung, die ersten kleinen Schweißperlen auf der Nase. Und dann läuft er, der Schweiß. Na toll, wie nervig – das bedeutet nämlich, dass man später Wäsche waschen und duschen muss. Und dann fällt auch noch das Atmen schwerer. Der Puls steigt. Klingt bei der ersten Betrachtung eher ziemlich unangenehm. Will man das? Nein!? Warum dann laufen?

LAUFEN IST MEDITATION

Monotonie scheint langweilig zu sein. Und Langeweile finden alle doof, verkehrt und deswegen muss man sie unbedingt vermeiden. Das ist falsch! Der monotone Laufschritt kann meditative Wirkung haben, und das wiederum ist wohltuend und gut für das mentale Befinden: Man taucht ab in eine Bubble. Alltagsstress? Gibt es nicht in dieser Blase. Probleme, Sorgen, Ängste, Trauer, Corona? Bleibt alles draußen. Es zählt nur das Jetzt. Die Welt hat während des Laufens mal Pause. Stattdessen gönnt man sich eine achtsame Auszeit in der eigenen Bubble. Das einzige, was in den Kopf kommt, ist die Frage: Wie fühlt sich das gerade an, das Auftreten auf dem Boden?

Wie fühlt sich der Untergrund an und der Aufprall der Sohle auf ihm? Ein gutes Gefühl, wenn man das tiefe Ein- und Ausatmen an den Nasenwänden spürt, oder? Das Anspannen der Wadenmuskeln fühlt sich kraftvoll an, wenn man sich vom Boden abfedert. Ganz schön funktionstüchtig, der Körper. Jeder Schritt ist gut, egal wie schnell. So fühlt sich Lebendigsein an. Das klingt schon viel besser, oder?

Fast wie Urlaub, Mental-Massage oder Spa. Und das Beste ist: Das gibt es ganz kostenlos, das kann überall praktiziert werden, und es ist sogar während des Lockdowns legal. Es ist auch egal, wie schnell oder langsam man unterwegs ist, oder ob man dick, dünn, dumm oder superschlau ist. Das kann jeder, der einen Fuß vor den anderen setzen kann. Dass das Laufen gesund ist, weiß inzwischen jeder. Aber das es glücklich machen kann – auch ohne Wettkampf, Anerkennung und Ziel – das haben viele so noch nicht erfahren. Sagen Sie doch auch mal: „Nö, null, überhaupt nicht. Diese Lauf-Events brauche ich gerade nicht, ich sehe im Laufen jetzt etwas viel Essenzielleres als Konfetti, Medaillen und persönliche Bestzeit. Nämlich Leben, Glück und Gesundheit!“

Vielleicht ist die Coronakrise die beste Chance, das Laufen auf das Wesentliche, die angenehme Monotonie zu reduzieren und darin die Auszeit für das Kopf-Chaos, eine Pause von Krise und Co. zu finden, einfach nur sein aktives Sein zu spüren und sich lebendig zu fühlen. Oder, wie Ralf Kerkeling, aktivLaufen-Chefredakteur, es auf den Punkt bringt: „Im Prinzip ist es das Laufen um des Laufens willen. Ohne irgendeinen Druck, Zeit- oder Streckenlimit. Das ist zu Beginn eventuell purer Wille, später aber eine Art, sich lebendig und gut zu fühlen.“ Das ist die Essenz des Laufens. Zu Pandemie-Zeiten besonders empfehlenswert. Unsere Empfehlung wäre, einfach ausprobieren. Schritt für Schritt womöglich eine neue Leidenschaft entdecken

TExT Juliane Ilgert
Alter: 28 Wohnort: München Beruf: Juristin & Trailläuferin

Willkommen

WILLKOMMEN im Klub!

Wenn die ganze Corona-Misere einen positiven Aspekt hat, dann wohl den, dass sie uns einen Haufen neuer Laufkolleginnen und -kollegen beschert hat. Ein kleiner Willkommensgruß an alle neu hinzugekommenen Läufer.

Plötzlich scheint der Mensch seinem Urinstinkt zu gehorchen, seinen Bewegungsdrang zu fühlen und sich in Laufschuhe zu zwängen, um das Freie zu suchen. Und dann sieht man sie in Parks, in der Natur und entlang der Straßen. Teilweise verrät die Ausrüstung die neu entdeckte Liebe zum Laufsport, manchmal ist es der Laufstil oder die Figur. Ich werde wohl sicher auch oft für einen Neueinsteiger gehalten (und das liegt leider nicht an meiner Ausrüstung). Viele von „den Neuen“ werden irgendwann nach dem Lockdown wieder von ihrem Alltag geschluckt werden und dann wohl auch das Laufen wieder an den Nagel hängen. Aber es werden sicher auch einige „hier“ bleiben. Und denen möchte ich die folgenden Zeilen widmen.

WILLKOMMEN!

Hallo, du bist also der oder die Neue. Es fühlt sich wohl noch alles ein wenig fremd an, diese Lauf-Welt. Aber keine Angst, wir beißen nicht, wir riechen nur ab und zu etwas streng nach Schweiß. Zuerst sollte man dir aber gratulieren. Du hast dir einen tollen Sport ausgesucht, den man fast immer und überall ausüben kann. Kein Studio oder Platz ist vonnöten. Kein spezielles Gerät, nur du, deine Schuhe und Kleidung. Du bist noch in den Flitterwochen. Eine tolle Zeit. Dein Körper wird sich rasant verändern. Die Fortschritte sind schnell zu spüren und zu sehen, die Distanzen werden größer und die Gehpausen seltener.

Die Lust aufs Laufen wird bald täglich in dir aufkommen. Du bist jetzt Läufer (bzw. Läuferin). Yeah! Egal wie schnell du läufst, egal wie weit du läufst: Wenn du läufst, bist du Läufer. Eigentlich ziemlich logisch. Es gibt massig Auswahl im Laufsport. Trail, Kurzstrecke, Marathon, Hindernislauf oder gar Ultramarathon, aber egal für welche Disziplin du dich entscheiden wirst, überall muss man im Grunde nur eine Sache machen: einen Fuß vor den anderen setzen.

LET’S GO FOR GOALS!

Ideal, um die neu gefundene Liebe nicht einschlafen zu lassen, ist das Buchen einer ersten Laufveranstaltung oder zumindest das Setzen eines Ziels. Bei den meisten fängt es mit einem Fünf- oder Zehn-Kilometer-Lauf an. Das ist sozusagen die Einstiegsdroge. Vielleicht kommst du ja irgendwann auch auf das harte Zeug (Marathon und Ultramarathon) und bleibst da hängen. So eine erste Laufveranstaltung kann übrigens durchaus spannend sein, aber um dir gleich deine größte Angst zu nehmen: Du wirst mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht als Letzter durchs Ziel laufen (wobei man dann meist einen richtig tosenden Applaus bekommt). Egal was du dir aussuchst, eine große Hilfe kann sein, das Training disziplinierter anzugehen. Man kann aber natürlich auch ein völlig erfülltes Laufleben haben, ohne je einen Wettkampf mitgemacht zu haben.

SOLO ODER IM TEAM?

Man kann das Laufen herrlich alleine genießen. Endlich Ruhe. Keine nervigen Arbeitskollegen, keine Partner, keine Kinder (mein Anwalt hat mir geraten, an dieser Stelle deutlich zu machen, dass ich all meine Partnerinnen und deren Kinder trotzdem sehr mag) – einfach nur du, die Natur und der Rhythmus deines gleichmäßigen Schrittes. Man ist nicht abhängig von anderen, auf die man warten müsste. Man kann immer völlig spontan kurz eine Runde drehen. Man kann aber auch das genaue Gegenteil machen.

Wer gerade mal keinen Bock auf sich selbst hat und auch noch durch ein langes tiefes Tal des Social Distancing gewandelt ist, sucht sich einfach einen Laufpartner, mit dem er sich dann gemütlich unterhalten und ablenken kann. Oder man schließt sich den vielen Lauftreffs an, die es mittlerweile in jeder Stadt gibt. Die ganz Harten melden sich direkt in einem Sportverein an und lassen sich von sadistischen Trainern auf der Bahn beim Intervalltraining bis nah an die Kotzgrenze pushen. Und unglaublicherweise macht selbst das irgendwie Spaß.

EIN PAAR WORTE, DIE ICH EUCH MIT AUF DEN WEG GEBEN MÖCHTE

Lass dich vor allem nicht von all den Informationen erschlagen, mit denen du zugeschüttet wirst. Nahrungsergänzungsmittel hier, Raumfahrttechnologie in einem Laufschuh da, all das ist erst mal nicht so wahnsinnig wichtig. Ich war auch nie ein Freund dieser Regeln und Etiketten, die man als Läufer beherzigen soll. Aber ein paar Tipps will ich dir trotzdem mit auf den Lauf-Weg geben:

• Egal wie schön warm man gerade ist, es ist nie wirklich nötig, an der Ampel wartend auf der Stelle zu joggen. • Auch wenn sich das Gerücht (gerade unter Kampfsportlern) hartnäckig hält: Man verbrennt nicht extra viel Fett, nur weil man extra viel schwitzt. Der dicke Kapuzenpulli kann also gerne zu Hause im Schrank bleiben.

• Erschrick nicht, wenn in einer Laufgruppe jemand lautstark ein Lüftchen lässt und alle so tun, als wäre nichts geschehen. Eine der schönsten Nebensächlichkeiten des Laufsports ist, dass wir nach der Devise „Alles raus, was keine Miete zahlt“ leben. Aber bitte nicht, wenn man an der Spitze läuft.

• Wenn dir dein Leben lieb ist, laufe auf Landstraßen lieber auf der linken Seite. So hast du den Verkehr immer im Blick und kriegst nicht jedes Mal einen Herzkasper, wenn eine Oma auf dem E-Bike mit 50 Sachen nur wenige Zentimeter an dir vorbeibrettert.

• Wir Läufer grüßen und duzen uns. Man darf aber gerne im Park in der Großstadt auf das Grüßen verzichten.

• Jeder Mensch ist individuell und anders, und du weißt meist am besten, was dir guttut. Das fängt beim Laufschuh an und geht beim Energieriegel weiter. Wenn du dich mit etwas wohlfühlst, kann es nicht falsch sein. Probieren geht über Studieren!

• Laufbücher, Zeitschriften und Filme machen Lust auf mehr. Du wirst nebenbei zum Fachmann bzw. zur Fachfrau und wirst inspiriert und motiviert.

• Bei längeren Läufen IMMER Klopapier mitnehmen! Ein paar Blatt in einer kleinen Plastiktüte reichen schon, können einem aber das Leben retten. Ich musste das auf die harte Tour lernen.

• Lass es nicht einschlafen! Es gibt immer mal Formtiefs und faule Zeiten, aber die kleine Runde geht immer. Wer sich Laufdates setzt, wird gar nicht erst in ein Lauf-Loch fallen.

Und jetzt raus mit euch! Glaubt mir, wenn ihr dranbleibt, werdet ihr ungekannte Glücksmomente erfahren. Ihr werdet vor Freude heulen, ihr werdet fluchen und manchmal sogar lachen. Ich übertreibe kein bisschen, wenn ich behaupte, dass das Laufen mein Leben verändert hat, es besser gemacht hat und mich zu einem glücklicheren Menschen gemacht hat. Das wird es bei euch auch schaffen. Versprochen!

TExT + ILLUSTRATION Philipp Jordan
Tapen

Tapen – KLEBEN SIE DEM SCHMERZ EINE

Die selbstklebenden Kinesiotapes sind ein einfaches Mittel gegen Verletzungen oder unspezifische Schmerzen. Wir beleuchten deren Wirkungsweise sowie Anwendungsmöglichkeiten und zeigen, wie man sich ganz einfach selbst tapen kann.  In unterschiedlichen Farben und geometrischen Formen sieht man sie an Beinen, Armen, Rücken oder anderen Körperpartien von Athleten kleben. Viele Profis und manche Hobbyläufer schwören drauf, einige gehen kaum noch ohne sie auf die Strecke. Die Rede ist von Kinesiotapes, den elastischen, selbstklebenden Bändern, die gezielt zum Beispiel an schmerzenden Stellen eingesetzt werden, um Beschwerden zu lindern oder die Heilung zu unterstützen.

Auch prophylaktisch kleben insbesondere Leistungssportler gerne bestimmte „Problemzonen“ ab. Triathlet Franz Löschke, 2019 Dritter bei den Ironman European Championships in Frankfurt, nutzt beispielsweise Tapes regelmäßig, vor allem für seine Schwachstellen, die hintere Oberschenkelmuskulatur und die Waden. „Die Tapes helfen mir, wenn ich zu viel Spannung auf den Muskeln spüre, aber auch bei Verletzungen“, sagt Löschke. Als ein Beispiel nennt der 31-Jährige aus Finsterwalde eine Schambeinentzündung, unter der er 2018 litt. „Da habe ich die Tapes auch viel angewendet“, sagt er.

ERFUNDEN IN DEN 70ER JAHREN

Circa zehn bis 20 Prozent der Starter im Feld, schätzt Löschke, nutzen Tapes. Deren Geschichte reicht in die 1970er Jahre zurück, als der japanische Chiropraktiker Kenzo Kase das Kinesiotaping erfand. Inzwischen wird es als Behandlungsmethode bei Sportverletzungen, aber auch für im Alltag entstehende Beschwerden wie unspezifische Rückenschmerzen vielfach eingesetzt. Bekannte Sportler in verschiedenen Disziplinen machten die Tapes zudem bekannt. Löschke erinnert sich, dass im Triathlon die frühere Top-Athletin Anja Dittmer bei der EM 2005 mit Kinesiotapes für ein gewisses Aufsehen sorgte und viele es sich damals bei ihr abschauten.  Inzwischen sind die elastischen Klebebänder von verschiedenen Anbietern in verschiedenen Varianten erhältlich. „Unterschiede gibt es vor allem beim Kleber“, sagt Löschke. Der Kleber kann zum Beispiel mit darüber entscheiden, wie gut ein Tape auch im Wasser hält oder ob es zu Hautirritationen kommt. Auch die Materialien unterscheiden sich. Verwendet werden etwa Baumwolle oder Kunstseide. „Bei Baumwolle“, sagt der Sportmediziner Dr. Lutz Graumann, „gehen die Tapes eher mal ab, wenn man viel schwitzt. Kunstseide wird im professionellen Bereich eingesetzt. Es ist wasserabweisend und verfügt über eine höhere und gleichmäßigere Elastizität und schränkt dadurch die Bewegungsfreiheit noch weniger ein.“

EINWIRKUNG AUF DIE SCHMERZREZEPTOREN

Graumann setzt als Arzt in seiner Praxis seit vielen Jahren auf das Kinesiotaping als eine Behandlungsmethode für verschiedene Beschwerden. Zu den häufigsten Anwendungen bei Sportlern zählt er Wadenzerrungen oder Achillessehnenreizungen, bei Läufern werde das Taping recht oft an Wade und Knie eingesetzt. Beim berüchtigten „Runners knee“ stellt Graumann oft fest, dass, „sobald man das Bindegewebe durch das Tape in die andere Richtung zieht, die Leute deutlich beschwerdefreier laufen können“. Darin, dass die Tapes dank ihrer Elastizität bei Gelenkbewegungen leichten Druck oder Zug auf das Gewebe ausüben, liegt das Geheimnis ihrer Wirkung.

Grundsätzlich unterscheidet Graumann zwei Arten von Beschwerden, bei denen das Taping erfolgreich angewendet werden kann.  „Das sind zum einen funktionelle Veränderungen, Schmerzen, die ohne klar erkennbare Ursache auftreten und manchmal chronisch werden. Wir stellen dann vielleicht ein bisschen Überbelastung fest oder eine leichte entzündliche Veränderung. In manchen Fällen etwa könnten Blockierungen in der Wirbelsäule oder Veränderungen am Bindegewebe dahinterstecken. Dann“, führt der Mediziner weiter aus, „werden gerne Tapes angebracht, weil durch den Druck auf der Haut die Informationsleitung ans Gehirn verändert wird. Die Druck- beziehungsweise Schmerzsensoren machen nicht mehr so viel Alarm, und der Schmerz wird gedämpft. Wir verändern dabei also die Schmerzwahrnehmung des Patienten.“

TAPES FÖRDERN „MIKROZIRKULATION“

Eine andere Wirkungsmöglichkeit der Tapes wird bei strukturellen Veränderungen genutzt, wenn also beispielsweise ein Muskel gerissen oder gezerrt ist. In diesem Fall wird mit dem Taping „Schwellungsmanagement“ betrieben. Das heißt, das Tape fördert den Abfluss von Lymphflüssigkeit, die sich im Bereich der verletzten Stelle ansammelt. „Es ist faszinierend zu sehen, wie etwa bei Sprunggelenksverletzungen das Abschwellen beschleunigt werden kann“, so Graumann. Wie dies geschieht, lässt sich etwa folgendermaßen erklären: „Bei einem gut angesetzten Tape entstehen in Ruhestellung kleine Fältchen, Convolutions genannt, das sieht aus wie ein kleines Wellblech. Bei jeder Bewegung kommt es nun zu einer Verschiebung der Gewebsschichten. Dadurch, so nimmt man an, wird der Abfluss der Lymphflüssigkeit verbessert.“

Man spricht hier auch von „Mikrozirkulation“. Insbesondere manche Leistungssportler tapen sich vor dem Wettkampf prophylaktisch bestimmte Bereiche. Dies vermittelt ihnen das Gefühl einer höheren Stabilität an diesen Stellen. Laut Graumann ist dies allerdings mehr eine Sache subjektiver Wahrnehmung. Der Sportmediziner betont, dass die Studienlage zur Wirkung von Tapes dünn ist. Verschiedene Faktoren sieht er dafür als ausschlaggebend an. Die Vergleichbarkeit zwischen den verschiedenen Tape-Produkten sei nicht gegeben, weil diese sich in Material, Klebstoff, Webung und Spannung oftmals sehr unterscheiden. Zudem seien „Sportverletzungen nicht so standardisiert, wie man sich das wünscht. Bei einer Diagnose wie funktioneller Rückenschmerz liegen oft bei verschiedenen Patienten unterschiedliche grundlegende Probleme vor. Und dann müssten die Therapeuten auch noch exakt gleich kleben, damit die Ergebnisse vergleichbar wären“.

TAPEN ODER TAPEN LASSEN?

Wichtig ist beim Tapen aber eine individuelle Anpassung an die Beschwerden des Betroffenen. Hier stellt sich nun die Frage: Tapen oder tapen lassen? Triathlet Franz Löschke hat den „Luxus“, einen guten Freund als Physiotherapeuten zu haben. Und unterwegs sei er diesbezüglich in der Trainingsgruppe von Philipp Seipp durch dessen Frau und Athletin Laura Philipp, die ebenfalls eine physiotherapeutische Ausbildung hat, bestens betreut. Aber grundsätzlich ist es auch gut möglich, sich selbst zu tapen. Die Marke Truetape bietet für ihre vorgeschnittenen Tapes auf ihrer Website Anleitungen für eine breite Palette von Anwendungen, die laut Löschke „idiotensicher“ sind.

Übrigens kann ein solches Selbst-Tapen keine medizinische Behandlung ersetzen. Also, wer über längere Zeit Schmerzen hat, sollte selbstverständlich einen Arzt aufsuchen. Doch das Tapen kann die Heilung unterstützen und beschleunigen.

Anwendungsbeispiele

Die detaillierten Taping-Anleitungen zu diesen wie weiteren Anwendungen finden Sie auf www.truetape.de

KNIE Bei allgemeinen Kniebeschwerden, Patellasehnenreizung oder zur Kniestabilisation

SHIN SPLINTS: Schmerzen auf der Schienbeininnenseite oder das Schienbeinkantensyndrom sind bei Läufern recht weit verbreitet.

ACHILLESSEHNE: Sehr stark beanspruchter Bereich. Anwenden z. B. bei Achillessehnen oder Schleimbeutelentzündung.

SPRUNGGELENK: Sehr oft betroffenes Gelenk. Bei Bänderdehnung, Überlastungsschmerzen oder zur Stabilisierung.

WADE: Bei Wadenzerrung, Muskelverhärtung, Muskelkater.

HAMSTRINGS (Beinbeuger auf der Oberschenkelrückseite: Bei Muskelzerrung, Muskelverhärtung, Muskelkater.

UNTERER RÜCKEN: Bei Beschwerden an der Lendenwirbelsäule, Muskelverspannung. Nicht nur für Sportler.

TIPPS ZUM SELBST-TAPEN

Sich die elastischen Kinesiotapes selbst aufzukleben kann recht einfach sein.. Viel falsch machen können Sie dabei eigentlich nicht. Im „schlimmsten Fall“ kann es zu Hautirritationen kommen, ein Tape sich zu schnell wieder ablösen oder seine Wirkung nicht entfalten. Im Folgenden haben wir einige Hinweise, die Sie grundsätzlich beachten sollten, damit solche Probleme nicht auftreten. • Haut sollte sauber und trocken sein, also vorher auch keine Lotion oder Creme auftragen • Für bessere Haftung bei starker Behaarung die Haare trimmen, aber … • … nicht unmittelbar vorher die Haut rasieren (Gefahr von Mikroverletzungen!) • Tapes 1 Stunde vor Beginn der Aktivität anbringen • Zur Aktivierung des Klebers das Tape mehrmals sorgfältig anreiben • Die Enden des Tapes immer ohne Zug aufbringen • Tapes nicht länger als 7 Tage tragen

Abwehr

SO STEHT DIE ABWEHR

Laufen stärkt wie kaum ein anderer Sport das Immunsystem. Besonders nach intensiven Läufen ist unser Körper jedoch anfällig. Was gilt es deshalb zu beachten?

Erkältungen davonlaufen – Millionen Freizeitsportler beweisen, dass es funktioniert. Tatsächlich kurbeln moderate Anstrengungen die Produktion von Zellen an, die für die Abwehr zuständig sind. Gleichzeitig wird das Immunsystem darauf trainiert, seinen Aufgaben schneller und effektiver nachzukommen. Wer mehrmals wöchentlich läuft, ist daher in der Regel seltener verschnupft als inaktive Zeitgenossen.

Anders sieht es bei Läufern aus, die ehrgeizigere Ziele verfolgen und entsprechend härter trainieren: Sie „erwischt“ es in den Tagen nach intensiven Belastungen deutlich häufiger. Manche Studie zeigt sogar eine zwei- bis sechsfach erhöhte Infekt-Rate bei Marathon-Teilnehmern im Vergleich zu Nichtstartern. Hier sprechen Experten von einem sogenannten Open-Window-Effekt, der den Körper leichter ungünstigen Einflüssen aussetzt.

„Während der für Ausdauersportarten typischen lang anhaltenden Aktivität können sich selbst bei topfitten Läufern die immunologischen Reserven erschöpfen“, erläutert Dipl. oec. troph. Dirk Neuberger, Leiter des wissenschaftlichen Beirats des Vereins zur Förderung der gesunden Lebensführung und der Ernährungsmedizin e. V., Flensburg. „In der Nachbelastungsphase reichen die Kapazitäten des Immunsystems dann manchmal nicht mehr aus, um sie wie gewohnt zu schützen.“

IMMUNSYSTEM SCHÜTZEN

Bis zu 72 Stunden kann der Open-Window- Effekt nach großen sportlichen Herausforderungen anhalten. Die „Öffnungs“-Dauer hängt letztlich auch von der Intensität der Belastung ab. Kälte und Nässe setzen die Abwehr zusätzlich unter Druck, sodass es noch leichter zu Infekten kommen kann. Neben Verletzungen sind Husten, Schnupfen & Co. die Hauptgründe dafür, dass Läufer pausieren, um ihre Form fürchten, im schlechtesten Fall einen Wettkampf absagen müssen.

Umso wichtiger also, das Immunsystem zu schützen und zu unterstützen. Das A & O für eine ebenso gesunde wie erfolgreiche Saison: ein ausgewogener Trainingsplan. Dieser Plan sollte in jedem Fall Regenerations- und Ruhepausen berücksichtigen, um so ein Übertraining zu vermeiden. Individuelle Pläne können Laufcoaches erstellen, freie Pläne im Internet liefern lediglich Anhaltspunkte. Ein allgemeiner Fehler wäre es beispielsweise, von 0 auf 100 zu starten oder einen Großteil der geplanten Läufe aufs Wochenende zu verlegen. „Zwischen den einzelnen Trainingseinheiten sollten immer mindestens ein bis zwei Erholungstage liegen“, rät Neuberger. „Kündigt sich aller Vorsicht zum Trotz eine Erkältung oder Fieber an, sind sportliche Anstrengungen sogar bis zur vollständigen Genesung gänzlich tabu.“

SORGFÄLTIGE HYGIENE

Gerade in der aktuellen Zeit sollten Läufer, ähnlich der winterlichen Grippe- und Erkältungszeit, besonders aufmerksam sein. Die in den zurückliegenden Wochen und Monaten hinlänglich gelernten Hygieneregeln gilt es idealerweise beizubehalten – das heißt, regelmäßig gründlich die Hände zu waschen und keine Trinkflaschen oder andere persönlichen Gegenstände zu teilen. Darüber hinaus ist ausreichend Schlaf für ein schlagkräftiges Immunsystem unverzichtbar. Auch Sauna-

E besuche oder Wechselduschen können den Körper zusätzlich abhärten. Damit der Körper das für die Abwehrkräfte wichtige Vitamin D bildet, ist ein regelmäßiger Aufenthalt im Freien wichtig. „Mikronährstoffe wie Vitamine, Mineralien und Spurenelemente spielen eine entscheidende Rolle für die Leistungsfähigkeit und Regeneration sowie das Immunsystem“, ergänzt der Ernährungswissenschaftler. „Eine ausreichende Versorgung ist somit Voraussetzung für sportlichen Erfolg.“

FITMACHER FÜR ZELLEN

Aufgrund der hohen Belastung entstehen im Organismus von Läufern vermehrt Verbindungen, die den Zellen schaden können – einschließlich Abwehrzellen. Um diese sogenannten freien Radikale zu neutralisieren, braucht es antioxidativ wirksame Nährstoffe – allen voran Vitamin C. Das Multitalent steckt zum Beispiel in Zitrusfrüchten, vielen Beeren sowie Paprika, kann Zellstress reduzieren und trägt nachweislich zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei. Hochleistungssportler profitieren offenbar besonders von einer Extra-Portion: So konnte die ergänzende Einnahme von Vitamin C in Studien etwa das Immunsystem bei Marathonläufern deutlich stärken.

Ein weiterer Fitmacher für Zellen und Abwehr ist das in Fleisch, Vollkornprodukten sowie Nüssen und Samen vorkommende Spurenelement Zink. Gerade in stressigen Trainings- und Wettkampfphasen vertrauen viele Athleten daher über eine bewusste Ernährung hinaus zusätzlich auf Nahrungsergänzungsmittel, die hoch dosiertes Vitamin C und Zink vereinen und sich dank praktischer Darreichungsform auch unterwegs jederzeit einnehmen lassen.

 

Hopserlauf

H wie Hopserlauf – Läufer ABC

Es dreht sich alles um den Buchstaben H. Zu diesem Letter gehört nicht nur eine äußerst beliebte Laufstrecke, sondern auch die Berechnung der Trainingsintensität. Und dann gibt es da auch noch eine deutsche Sprint-Legende.

Kinder beherrschen den Hopserlauf ohne Probleme. Selbst wenn man sie um drei Uhr nachts aus dem Bett holen würde, könnten sie ihn, ohne groß nachzudenken, vorzeigen. Bei Erwachsenen ist das, sollten sie die Übung schon einige Jahre nicht gemacht haben, schon schwieriger. Eine effektive Trainingsmethode ist er in jedem Fall. Wie auch das Höhentraining, das nicht nur bei Kader-Athleten weit verbreitet ist. Der Weltrekord beim Halbmarathon liegt bei unter einer Stunde. Wie lange benötigen Sie für die Strecke? Und wer ist eigentlich Fauja Singh? Das erfahren Sie jetzt!

HOPSERLAUF

Nicht nur bei Grundschulkindern ist der Hopserlauf sehr beliebt. Nein, er gehört auch zum Lauf-ABC, da er die Körperstreckung trainiert und den Fußabdruck stärkt. Mit dem linken Bein drücken Sie sich kraftvoll vom Boden ab, das rechte Knie ziehen Sie dabei etwa hüfthoch an. Der linke Arm schwingt bis auf Schulterhöhe mit, auf dem Sprungbein landen Sie anschließend wieder. Achten Sie darauf, dass der Rumpf aufrecht und gestreckt ist, eine gute Körperspannung ist notwendig. Vermeiden Sie zudem Rücklage. Ein Tipp: Sollte Sie der Hopserlauf vorwärts nicht genügend herausfordern, testen Sie diesen doch einfach mal rückwärts.

HALBMARATHON

Die Strecke über 21,0975 Kilometer gehört zu den beliebtesten Straßenläufen überhaupt. Dennoch ist der Lauf keine Disziplin bei Olympischen Spielen oder Leichtathletik-Weltmeisterschaften. Bei Laufsportveranstaltungen oder Volksläufen wird der Halbmarathon jedoch regelmäßig ausgetragen. Wer selbst an einem dieser Läufe teilnehmen möchte, sollte sich in etwa zehn bis zwölf Wochen darauf vorbereiten – mit einem wöchentlichen Pensum von ca. 20 bis 25 Kilometer, vorausgesetzt Sie sind auch zuvor schon regelmäßig gelaufen. Der Weltrekord liegt übrigens bei 58:01 Minuten. Sie sehen, es wird Zeit, zu trainieren!

HERZFREQUENZ

Im Ausdauersport werden Trainingsintensitäten über die Herzfrequenz berechnet. Sie gibt eine Orientierung darüber, wie sehr Sie sich gerade anstrengen. Zwei Pulswerte spielen dabei eine wichtige Rolle: der Ruhepuls und der Maximalpuls. Als Faustregel gilt: Je trainierter man ist, desto niedriger ist der Ruhepuls. Es gibt jedoch auch Ausnahmen. Der Maximalpuls, also die maximale Herzfrequenz, ist die Anzahl der Herzschläge pro Minute, die ein Mensch unter größtmöglicher körperlicher Belastung erreichen kann. Dieser hängt vom Alter und dem persönlichen Fitness-Zustand ab.

HÜFTSTABILISIERUNG

Eine stabile Hüfte ist für das Laufen absolut notwendig. Mit den richtigen Übungen kann man auch Verletzungen im Knie oder Sprunggelenk vorbeugen. Zudem stabilisieren einige Übungen natürlich die Hüfte und verbessern das Gleichgewicht. Für Ihre Gesundheit sollten Sie daher nicht auf Hüftübungen verzichten, denn sie sorgen nicht nur für eine stabile Hüfte, sondern auch für ein gutes Gleichgewicht. Machen Sie regelmäßig Übungen, steht einer Laufrunde ohne Beschwerden nichts im Weg!

HARY, ARMIN

Eine deutsche Läufer-Legende! 1958 gelang es ihm als erstem Sprinter überhaupt, die 100 Meter in handgestoppten 10,0 Sekunden zu laufen – auf einer Aschenbahn wohlgemerkt. Hary ist damit der letzte Europäer, der den 100-Meter-Weltrekord gehalten hat. Doch nicht nur das! Der Sprinter, der 2011 in die „Hall of Fame des deutschen Sports“ aufgenommen wurde, sammelte zahlreiche Titel. Bei den Olympischen Spielen 1960 in Rom gewann er sowohl über die 100 Meter als auch mit der Staffel die Goldmedaille. Zwei Jahre zuvor wurde er in denselben Disziplinen schon Europameister. Eine Titelsammlung, die für deutsche Sprinter im 21. Jahrhundert unvorstellbar ist.

HÖHENTRAINING

Für Leistungssportler gehört das Höhentraining zum normalen Jahresprogramm. Doch auch Freizeitsportler können von dieser Maßnahme profitieren. In der Höhe ist die Luft dünner und der Luftdruck niedriger. Für den Hobbyläufer bietet dieses Training einige Vorteile: eine bessere Sauerstoffversorgung der Muskulatur, eine Verbesserung des Fettstoffwechsels, eine Erhöhung des energetischen Umsatzes sowie eine kürzere Regenerationszeit nach Belastungen.

HINDERNIS

Läufe mit Hindernissen gibt es in allen möglichen Varianten. Bei den Spitzensportlern der Leichtathletik steht natürlich der 3000-Meter- Hindernislauf im Fokus – eine olympische Disziplin, bei der diverse Hürden und ein Wassergraben überquert werden müssen. Bei Freizeitsportlern aus aller Welt gewinnen Extrem-Hindernisläufe immer mehr an Beliebtheit. Bei den Läufen, die an eine militärische Ausbildung erinnern, geht es beispielsweise über Klettergerüste, Wände, durch Schlamm oder Wasser. In Deutschland ist etwa der „StrongmanRun“ weit bekannt.

HUNDERT

Fauja Singh ist vermutlich der älteste Langstreckenläufer der Welt. Im Jahr 2000 bestritt er in London seinen ersten Marathon – damals war er 89 Jahre alt. Drei Jahre später stellte Singh in Toronto mit einer Zeit von 5:40:04 Stunden den Weltrekord in der M90-Klasse auf. 2004 war er zusammen mit den Fußball- Legenden David Beckham und Zinedine Zidane Protagonist einer Werbekampagne, bevor er schließlich 2011 als Hundertjähriger, und damit ältester Mensch der Welt, noch einen Marathon lief. Er benötige knapp achteinhalb Stunden für die Strecke. 2013 beendete Fauja Singh schließlich seine Laufkarriere, die er erst im Alter von 89 Jahren begann.

TExT Simon Ommer