Category : Neuigkeiten

Saucony_Jazz Vintage

Saucony – Heritage als Trend

Seit 120 Jahren produziert der amerikanische Laufschuhhersteller Saucony Schuhe. Mit der neuen Originals-Kollektion werden die Erfolgsmodelle aus den 90er Jahren wieder zu angesagten Styles. Zeit für eine Reise durch die Erfolgsgeschichte des Traditionsunternehmens und einen Ausblick auf die Modelle für den Herbst/Winter 2019.

Die Ursprünge von Saucony reichen weit zurück. Im Jahre 1898, zwei Jahre nach dem ersten olympischen Marathon und ein Jahr nach dem ersten Boston Marathon, wurde vor 120 Jahren am Saucon River in Kutztown im US-Bundesstaat Pennsylvania SAUCONY gegründet. „Schnell fließender Fluss“ lautet die Übersetzung des Namens „Saucon“, den die Ureinwohner jenem Fluss gegeben hatten, an dessen Ufer SAUCONY von vier Geschäftsleuten gegründet wurde: William Donnoyer, Thomas Levan, Walter Snyder und Benjamin Reider. Genau an diesem Fluss wurde 1906 die erste Saucony-Schuhfabrik erbaut, die zuerst Kinderschuhe produzierte. Bereits vier Jahre später verlassen rund 800 Paar Schuhe täglich die Fabrik.

Kongeniale Partnerschaft

Im selben Jahr gründete der russische Immigrant Abraham Hyde das Unternehmen „A.R. Hyde & Sons“, und produzierte Slippers und später verschiedene Sportschuhe. 1963 stellte Hyde die Stiefel her, die von Neil Armstrong bei seinem Spaziergang auf dem Mond getragen wurden. 1968 beginnt Saucony die ersten Laufschuhe zu produzieren.

Zur selben Zeit schliessen sich die beiden Firmen, „Saucony Shoe Manufacturing Company“ und „A.R. Hyde & Sons“, zusammen und produzieren weiter Laufschuhe, welche 1977 von einem US-Magazin die Auszeichnung „Best Quality Award“ erhielten. Diese Auszeichnung macht Saucony in der Läuferszene berühmt. Drei Jahre später präsentiert Saucony den „Trainer 80“ – den ersten rutschfesten Laufschuh auf dem Markt.

Siegbringende Technologie

[caption id="attachment_2520" align="alignright" width="204"] Rod Dixon 1983 beim New York-Marathon[/caption]

Seitdem revolutioniert Saucony den Laufschuhmarkt mit immer neuen Technologien. Einen der spannendsten Siege in der Geschichte des Marathons gelingt dem Neuseeländer Rod Dixon 1983 beim New York-Marathon mit einem Saucony-Laufschuh. Nur 400 Meter vor dem Ziel holt er den Führenden ein und stellt einen neuen Streckenrekord auf. Zusammen mit Dixon wird anschließend der Wettkampfschuh DXN Trainer entwickelt.

1981 präsentiert Saucony mit dem Jazz, den technisch besten Laufschuh seiner Zeit. Begründet durch Saucony’s legendäre „Trianguläre-Außensohle“ und optimaler Passform. Der Jazz wird später zum beliebtesten Schuh in der Geschichte von Saucony und zum Herzstück der Saucony Originals Kollektion.

Altbewährtes neu aufpoliert

[caption id="attachment_2514" align="alignleft" width="300"] Andreas Niedrig präsentiert den neuen Ride ISO²[/caption]

Zurück in die Vergangenheit – Saucony bringt den GRID AYA von 1994 in der Originals Kollektion neu raus. Mit dem innovativen Schnürsystem für die schnellen Wechsel beim Triathlon war der GRID AYA einer der angesagtesten Laufschuhe für Triathleten in den 90er-Jahren. 1994 gewinnt Greg Welch den IRONMAN HAWAII mit eben diesem Schuh – dem Grid AYA.

Auch Andreas Niedrig trägt in den 90er-Jahren bereits den Grid AYA bei seinen Rennen. Aktuell ist Andreas in der neuen Markenkampagne von Saucony zu sehen. Heute läuft er den Ride ISO² – dem aktuellsten Modell von Saucony.

Komfortgigant Ride ISO²

Grenzenloser Komfort vom ersten bis zum letzten Schritt, das verspricht das neueste Modell von Saucony. Der neue Ride ISO² ermöglicht ein noch dynamischeres Laufgefühl, eine ideale Dämpfung für lange Strecken und beste Reaktionsfähigkeit für schnelle Einheiten. Saucony präsentiert vier Farben für jeweils Damen und Herren und setzt damit ein deutliches Zeichen für den Ride ISO².

Passend zur Jahreszeit sind die Farben der Damenkollektion von der Farbvielfalt eines Sonnenuntergangs im Spätsommer inspiriert. Die Herrenkollektion hingegen zeigt sich von starken hellen Farben bis zu etwas dunkleren Tönen, die den Verlauf des Sommers bis zum Herbst repräsentieren soll. Der zweite Farbweg hingegen ist insgesamt etwas ruhiger gehalten und zeigt sich bei Damen und Herren in sanften Grautönen. Exklusiv beim Ride ISO² bietet Saucony auch ein schwarzes Modell an: für Damen mit goldfarbenen und für Herren mit blauen Elementen. 

 

 

aktiv LaufenGewinnspiel

Ultra Sports Gewinnspiel

F-AS-T steht für das Steigern der Fettverbrennung (F), das allgemeine Stärken von Sehnen und Bändern (AS) sowie für die Top-Versorgung im Wettkampf (T). Ein Schlüsselfaktor der F-AS-T Formel ist das gezielte Vermehren von Mitochondrien – den Kraftwerken der Muskelzellen. Damit „können Sportler ihre Leistungsfähigkeit in nur einer Woche um drei Prozent steigern. In nur vier Wochen erreicht man so komplett neue Leistungsklassen“, erklärt Sportwissenschaftler Dr. Wolfgang Feil.

Wir verlosen drei Exemplare der überarbeiteten Ausgabe von „Die F-AS-T Formel 4.0: Was erfolgreiche Sportler anders machen“.

 

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Zahlenspiel - 10.000 Schritte

ZAHLEN­SPIELE – 10.000 Schritte

Wer 10.000 Schritte am Tag macht, der tut etwas Gutes für seine Gesundheit. In diesem Spruch liegt viel Wahres. Dennoch herrscht rund um die weltbekannte Theorie noch Erklärungsbedarf.

Diese Zahl hat sich ins Gedächtnis aller eingebrannt, die sich auf die Fahne geschrieben haben, gesund und aktiv zu leben: 10.000. So viele Schritte sollen es jeden Tag bis zum Ziel, dem gesunden Leben, sein – das zumindest behauptet der berühmte Mythos. Selbst von höchster Stelle, der Weltgesundheitsorganisation (WHO), werden mittlerweile die 10.000 Schritte als Leitlinie für all diejenigen herausgegeben, die gesund leben und ihr Gewicht halten beziehungsweise reduzieren wollen. Klar, dass auch kaum eine Fitness- Zeitschrift oder ein Fitness-Online-Blog bislang ohne den Rat an die Leser ausgekommen ist, pro Tag 10.000 Mal einen Fuß vor den anderen zu setzen.

MYTHOS AUS JAPAN

Interessant wird es, wenn man einmal nachforscht, wann der Siegeszug des 10.000-Schritte-Mythos überhaupt begonnen hat. Mitte der 1960er-Jahre, rund um die im Jahr 1964 in Tokio stattfindenden Olympischen Spiele, startete eine japanische Firma eine Marketing-Kampagne, die den ersten tragbaren Schrittzähler bewarb. Der kam unter dem Namen „manpo-kei“ auf den Markt, was übersetzt so viel bedeutet wie „10.000-Schritte-Messer“. Eine wissenschaftliche Grundlage dafür, dass die Schrittzahl in Zusammenhang mit körperlicher Gesundheit steht, gab es damals noch nicht, dennoch wurden die 10.000 Schritte im Zuge dieser Marketing-Kampagne mit der Zeit weltweit zum Symbol eines aktiven Lebensstils – und sind es bis heute geblieben.

Nicht nur Zahlen

Mittlerweile sind sich die Wissenschaftler längst darin einig, dass Bewegung wichtig und dass ohne sie ein gesunder Lebensstil nicht umsetzbar ist. Und wer es tatsächlich schafft, jeden Tag 10.000 Schritte zurückzu­legen, der hat schon eine Menge richtig gemacht. Eine US-Studie hat festgestellt, dass 50.000 Schritte pro Woche ausreichen, um einen aktiven Lebensstil zu führen. Mit 10.000 Schritten ist man nach dieser Rechnung also kom­fortabel im Haben-Bereich. Dennoch fährt man gut, wenn man sich nicht zu stark auf die Zahlenspiele fokussiert. Die Anzahl der Schritte kann ein guter Indikator für Aktivität und gesunden Lebensstil sein – mehr aber auch nicht. Denn neben der bloßen Zahl kommt es auch noch auf eine Reihe anderer Faktoren an – zum Beispiel auf die Intensität, mit der die Schritte zurückgelegt werden.

Gut zeigen lässt sich das am Beispiel des Kalorienverbrauchs. Wer seine 10.000 Schritte in gemächlichem Gehtempo zurücklegt, der verbrennt dabei rund 350 Kalorien. Wer mit strammem Schritt wandert, kommt schon auf 500 Kalorien, wer läuft gar auf 700. Der Kalorienverbrauch war übrigens auch der Antrieb für den Japaner Dr. Yoshiro Hatano, den Entwickler des „manpo-kei“. Hatano hatte nämlich das Gefühl, dass seine Landsleute sich an einen zu gemütlichen Lebensstil gewöhnen und immer dicker werden würden. Dem wollte er durch gesteigerte Aktivität entgegenwirken und kam so auf die Idee, die Menschen ihre Schritte zählen zu lassen – und in ihnen den Ehrgeiz zu wecken, mehr Kalorien zu verbrennen.

Auch in einem anderen Zusammenhang ist Schritt nicht gleich Schritt. Ein 1,90 Meter großer Mann mit durchschnittlicher Schrittlänge von 80 Zentimetern legt mit 10.000 Schritten eine Distanz von acht Kilometern zurück, während eine etwa 1,70 große Frau mit einer durchschnittlichen Schrittlänge von 70 Zentimetern einen Kilometer weniger hinter sich bringt.

RAN AN DEN SPECK

Was Kalorienverbrauch (und auch das Training des Herz- Kreislauf-Systems) angeht, ist die reine Distanz aber ebenso wenig aussagekräftig wie die bloße Anzahl der Schritte. Neben der Intensität müssen auch die körperli­chen Voraussetzungen berücksichtigt werden, in Sachen Kalorienverbrennung spielt dabei vor allem das Körper­gewicht eine entscheidende Rolle.

Dennoch ist es keineswegs falsch, sich an der Zahl 10.000 zu orientieren. Denn Fakt ist: Bewegung tut dem Körper gut, und wer täglich 10.000 Schritte schafft, der hat sich nicht viel vorzuwerfen. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass die 10.000-Schritte-Theorie nicht nur Freunde, sondern auch Kritiker hat. Deren Argumente gehen in der Regel in dieselbe Richtung. Die These: Das Gute, das man seinem Körper mit 10.000 Schritten tut, kann man ihm in anderer Form effektiver und damit auch mit deutlich geringerem Zeitaufwand tun. Ein Beispiel: Wer 30 Minuten in mittlerem Tempo Rad fährt, der hat in ähnlich hohem Umfang „trainiert“ (mehr Beispiele finden Sie in der Tabelle unten).

Und so bleibt am Ende die Einsicht, dass es nicht der einzige und sicherlich auch nicht der effektivste Weg ist, über die 10.000 Schritte das gewollte Maß an täglicher Bewegung zu erreichen. Und sie alleine ersetzen auch nicht das anstrengende Workout – es sei denn, wir legen sie lau­fend zurück. Und das machen wir ja ohnehin am liebsten.

KALORIEN-VERGLEICH*

10.000 Schritte (Gehen) = 350 Kalorien

Gleicher Kalorienverbrauch bei:

> 70 Minuten Badminton

> 60 Minuten Golf

> 30 Minuten Radfahren (mittleres Tempo)

> 65 Minuten Brustschwimmen (langsam)

> 45 Minuten Kraulen (langsam)

> 40 Minuten Tanzen (sportlich)

> 70 Minuten Tischtennis

> 45 Minuten Tennis (Einzel)

Höherer Kalorienverbrauch bei:

10.000 Schritten (Wandern) = 525 Kalorien

10.000 Schritten (langsames Laufen) = 700 Kalorien

* Der Kalorienverbrauch der hier genann­ten Sportarten mit Distanz bzw. Dauer ent­spricht dem Kalorienverbrauch bei 10.000 Schritten (Gehen) bei einem angenomme­nen Gewicht von 75 Kilogramm. Außerdem wird von einer mittleren Schrittlänge von 70 Zentimetern ausgegangen.

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© Veranstalter S 25

S 25: Traditionsreiche 25 Kilometer

Mehr als 10.000 begeisterte TeilnehmerInnen liefen beim S 25 Berlin über die blaue Bahn des Berliner Olympiastadions ins Ziel ein.

Die 39. Auflage des ältesten deutschen Stadtlaufs S 25 ist erfolgreich zu Ende gegangen. Bei optimalen Laufbedingungen begaben sich die 10.047 TeilnehmerInnen auf den einzigartigen Rundkurs quer durch die Hauptstadt. Harald Bösch-Soleil, Leitender Senatsrat für Inneres und Sport, gab um 10 Uhr den Startschuss für alle Distanzen. Neben der Vielzahl an LäuferInnen stellten sich 400 Kinder der Herausforderung des ca. 2 kilometerlangen Kinderlaufs. Alle Kinder meisterten jene Herausforderung bravourös und bekamen im Zielkanal ihre wohlverdiente Medaille überreicht.

Mit großer Zustimmung wurde der Einsatz der Mehrwegbecher an den Verpflegungspunkten 3 & 4 aufgenommen. Der erste Schritt für eine fortschrittliche und nachhaltige Veranstaltung einzustehen ist getan. Weitere zukunftsweisende Schritte sind bereits in der Planung und sollen bereits im kommenden Jahr, zur 40. Auflage, integriert werden.

Über die prestigeträchtige 25 Kilometer Distanz setzte sich bei den Männern Samalya Schäfer durch. Auf den Plätzen zwei und drei folgten Donal Coakley und Michele Bottone. Jan Fitschen, Europameister von 2006 über die 10.000m Distanz, genoss die optimalen Laufbedingungen sichtlich und setze unter großem Beifall auf den letzten Metern nochmal zum Zielsprint an. Bei den Frauen sicherte Malin Pfäffle sich vor Delphine Thirifays und Raija Schmidt den Sieg. Über die Halbmarathon Distanz konnte sich bei den Männern Max-Lukas Franke gegen Ron Scheduikat und Björn Trochim durchsetzen. Bei den Frauen gewann Lilly Lißner. Mit ihr auf dem Podium standen Iuliia Griffen und Karin Martinson.

Musikbands, Zuschauer und die über 800 Helfer sorgten entlang der 25 Kilometer Strecke für eine außergewöhnliche Stimmung und trugen ihren Teil dazu bei, dass die ein oder andere persönliche Bestleistung pulverisiert wurde.

Berlin läuft bedankt sich bei allen Beteiligten, die zum Gelingen des diesjährigen S 25 Berlin beigetragen haben. Weitere Informationen sind unter www.berlin-läuft.de abrufbar.

Die schnellsten LäuferInnen des 25 km-Laufs (netto Laufzeit)

Frauen:

1. Malin Pfäffle; Zeit: 1:41:29

2. Delphine Thirifays; Zeit: 1:43:10

3. Raija Schmidt; 1:45:35

Männer:

1. Samalya Schäfer; Zeit: 1:25:46

2. Donal Coakley; Zeit: 1:30:49

3. Michele Bottone; Zeit: 1:31:10

Die schnellsten LäuferInnen des Halbmarathons (netto Laufzeit)

Frauen:

1. Lilly Lißner; Zeit: 1:20:15

2. Iuliia Griffen; Zeit: 1:31:10

3. Karin Martinson; Zeit: 1:31:44

Männer:

1. Max-Lukas Franke; Zeit:1:18.03

2. Ron Scheduikat; Zeit: 1:18:41

3. Björn Trochim; Zeit: 1:19:52

Die schnellsten LäuferInnen des 10 km Laufs (netto Laufzeit)

Frauen:

1. Daniela Nuscheler; Zeit: 40:33

2. Farina Lennartz; Zeit: 40:48

3. Susanne Lauer; Zeit: 41:46

Männer:

1. Marvin Dierker; Zeit: 32:32

2. Marcus Gawlik; Zeit: 34:01

3. Louis Helmuth; Zeit: 34:14

Am 08.09.2019 heißt es wieder im Rahmen des VOLVO Tierparklaufs: Berlin läuft!

MARATHON-AUT-VIENNA

Abkürzungen und andere Kleinigkeiten – Schummelei beim Marathon

Beim Langstreckenlauf gibt es immer wieder Athleten, die versuchen, ein paar Kilometer einzu­sparen, ohne dass es jemand merkt – oder auf andere Weise die Zeitmesssyteme auszutricksen. aktivLaufen schildert einige besonders skurrile Abkürzungen

Was sich 1904 in St. Louis, USA, bei den dritten Olympischen Spielen der Neuzeit beim Marathon ereignete, ist heute unvorstellbar. Aber das ist ja auch mehr als 100 Jahre her. Damals verlief die Strecke über unbefestigte Straßen, auf denen Begleitfahrzeuge und -pferde so viel Staub aufwirbelten, dass die Läufer Hustenattacken erlitten. Es gab nur eine Wasserstelle für die

Athleten, zu trinken gab’s unterwegs auch mal einen Schluck Brandy – jedenfalls für US-Boy Thomas Hicks, und der gewann den Lauf immerhin. Doch wir wollen eigentlich eine andere Geschichte dieses unglaublichen Wettkampfs erzählen. Die von Frederick Lorz, der sich für einige Minuten als Olympiasieger feiern ließ, obwohl er wenig mehr als die Hälfte der 42,195 Kilometer gelaufen war. Die Tochter des damaligen US-Präsidentin Theodore Roosevelt, die 20-jährige Alice, setzte Lorz einen Siegerkranz auf den Kopf und wollte ihm gerade die Goldmedaille umhängen, als jemand rief: „Halt! Er ist ein Betrüger!“ Buhrufe ertönten, und der vermeintliche Triumphator bekannte lächelnd, er habe sich nur einen Scherz erlauben wollen, aber nicht beabsichtigt, die Auszeichnung anzunehmen. Der damals 20-Jährige war, früh von Krämpfen geplagt, große Teile der Strecke in einem Begleitfahrzeug mitgefahren und dann wieder in den Lauf eingestiegen, um „zum Scherz“ als Erster die Ziellinie zu überqueren. Die Jury hatte Lorz zu dem Zeitpunkt schon disqualifiziert, dennoch wäre es beinahe zur falschen Siegerehrung gekommen. Heutzutage unvorstellbar? Ja, inzwischen dauert es meist viel länger, ehe ein derartiger Betrug aufgedeckt wird …

Schneller per U-Bahn

Im Jahr 1980 gewann die in der Szene völlig unbekannte Rosie Ruiz – vermeintlich – den Boston-Marathon in 2:31:56 Stunden, der bis dahin drittschnellsten Zeit im Damenbereich. Allerdings konnte sich anschließend kein anderer Teilnehmer daran erinnern, Ruiz auf den ersten 40 Kilometern gesehen zu haben. Und dass man schon wenige Minuten nach dem Zieleinlauf keine Spur von Erschöpfung mehr bei ihr erkennen konnte, erregte zusätzlich Verdacht. „Ich bin heute Morgen mit viel Energie aufgestanden“, erklärte sie. Recherchen förderten jedoch eine andere Wahrheit zu Tage. Ruiz hatte sich 1979 beim Marathon in New York in ihrem ersten Langstreckenrennen überhaupt für Boston qualifiziert, mit einer ebenfalls bemerkenswerten Zeit. Kein Wunder: Die 26-Jährige war ein Stück mit der U-Bahn gefahren und dann kurz vor dem Ziel wieder auf die Strecke gesprungen. Wie genau sie in Boston vorgegangen war, wurde nicht geklärt, möglichwerweise war ihr nicht bewusst, dass sie so weit vorne lag. Die Indizien sprachen jedenfalls eindeutig dafür, dass sie abgekürzt hatte. Ruiz wurde aus den Ergebnislisten gestrichen.

Der Fall Ruiz mag wie aus einer anderen Zeit erscheinen. Inzwischen sind wir in der Ära der Zeitmessung per Mikrochip angekommen. Seit 1993 wird diese Technologie im Langstreckenlauf eingesetzt. Abkürzungsbetrügern kommt man vor allem durch Messmatten auf die Spur, an denen jeder Läufer mit einer Zwischenzeit registriert wird. Fehlen eine oder mehrere Zwischenzeiten, hat der Läufer diese Punkte wohl nicht passiert. Die Zahl der Messstellen ist je nach Veranstaltung unterschiedlich; beim Berlin-Marathon, einem der renommiertesten Lauf-Events der Welt, ist alle fünf Kilometer eine installiert.

Mexikanisches Wunder

Im Jahr 2007 sorgte in Berlin Roberto Madrazo­, mexikanischer Präsidentschaftskandidat 2006, für Aufsehen. Jubelnd lief er über die Ziellinie. In 2:41:11 Stunden hatte der damals 55-Jährige seine persönliche Bestzeit um fast eine Stunde verbessert – und war Sieger in seiner Altersklasse­ M55 geworden. Bildaufnahmen zeigen ihn beim Zieleinlauf mit dicker Windjacke, einer langen Laufhose und Mütze. Fotograf Victor Sailer kam das angesichts herrschender Temperaturen von 16-17 Grad komisch vor: „Alle anderen auf diesen Bildern tragen T-Shirts und Shorts, und der Kerl hat eine Jacke an und eine Mütze auf“, sagte Sailer. Er witterte Betrug und teilte dies den Veranstaltern mit. Am folgenden Tag gaben die Organisatoren die Disqualifikation Madrazos bekannt.

Die Überprüfung der Zwischenzeiten ergab Folgendes: Madrazo absolvierte die ersten 20 Kilometer in 1:42:42 Stunden. Danach wurde erst wieder am Kontrollpunkt bei Kilometer 35 für „Speedy Gonzalez“, wie er in der Presse später genannt wurde, eine Zeit gemessen – und der Mexikaner schien ein Wunder vollbracht zu haben: Nur 21 Minuten hatte er für die 15 Kilometer benötigt; die Weltbestzeit für 15 Kilometer liegt heute bei 41:13 Minuten. Des Rätsels Lösung: Madrazo war wohl zum 35-Kilometer-Punkt geschlendert, da die Mess­punkte 20 und 35 nur einige Hundert Meter voneinander entfernt lagen. Er erklärte später, er habe sich unterwegs verletzt und nur in den Zielbereich gewollt, um seine Sachen zu holen. Na ja: fest steht, dass Madrazo nichts unternahm, um die Sache selbst aufzuklären. Und warum jubelte er beim Zieleinlauf so?

Unter Beobachtung

Wer wie Madrazo im Gesamtklassement oder in seiner Klasse weit vorne platziert ist, steht unter besonderer Beobachtung. Aufmerksame Tempomacher und manchmal auch Begleitradfahrer sorgen heutzutage mit dafür, dass die Athleten nicht auf dumme Gedanken kommen. Videoaufzeichnungen helfen bei der Beweisführung, wenn tatsächlich bei einem Läufer Zwischenzeiten fehlen. Es kann durchaus passieren, dass ein technisches Problem der Grund ist. „Das ist aber nur in weniger als einem Prozent der Fälle so“, sagt Nicole Hafner, Geschäftsführerin der Firma NeoMove, die bei einigen Laufveranstaltungen als Partner der Organisatoren für die Zeit- und Datenerfassung zuständig ist. Aus Erfahrung weiß sie, dass bei kleineren Runs immer mal wieder „ein oder zwei“ Teilnehmer dabei sind, die zu betrügen versuchen. Warum manche Läufer ohne jegliche Sieg- oder Rekordaussichten ihre Ergebnisse aufpolieren wollen, indem sie ein paar Kilometer auslassen, darüber kann nur spekuliert werden.

Der (fast) perfekte Betrug

Neben der Abkürzung ist bei Betrügern eine weitere Methode beliebt: den Chip jemand anderem zu geben. Zu zweifelhafter Berühmtheit gelangten die Brüder Sergio und Sefako Motsoeneng. Mit einer gewieften Taktik wollte Sergio, damals 21 Jahre alt, den traditionellen Comrades Run in Südafrika über 87 Kilometer gewinnen. Er ließ einen Teil der Strecke seinen zwei Jahre jüngeren Bruder für sich laufen. In einem Toilettenhäuschen bei Kilometer 20 übernahm Sefako den Chip und Sergios Kleidung. Später übernahm dann der Ältere wieder, der zwar den Traum vom Sieg nicht realisierte, aber als Neunter noch eine Geldprämie erlief. Da sich die beiden sehr ähnlich sahen, war zunächst niemandem was aufgefallen. Erst Monate später kam ein misstrauischer Konkurrent auf die Idee, Fotoaufnahmen vom Rennen zu checken. Darauf­ sieht man: Derselbe Läufer – vermeintlich Sergio Motsoeneng – hatte einmal die Uhr am rechten Arm, einmal am linken, ein Mal pinkfarben, ein Mal cremefarben. Damit kam die Sache ins Rollen, auf Anraten eines Anwalts gaben die Brüder den Betrug zu.

Gezielt ging auch die Liechtensteinerin Kerstin Metzler-Mennenga vor. Aufgeflogen ist sie nach dem Berlin-Marathon 2007, wo sie in 2:42:21 Stunden Landesrekord lief und die Olympia-Norm schaffte. Wie sich herausstellte, hatte die damalige Studentin einen männlichen Läufer unter dem Vorwand, eine wissenschaftliche Studie zu betreiben, und mit einer Prämie von 100 Euro dazu überredet, außer seinem eigenen auch ihren Chip zu tragen. Nach dem Lauf fiel dem „Ghostrunner“ auf, dass eine Läuferin mit den exakt gleichen Zeiten wie er selbst aufgeführt war. Er meldete es dem Veranstalter, und der Betrug wurde entlarvt. Später gestand die Frau aus Liechtenstein, schon in Hamburg 2007 und Frankfurt 2006 dieselbe Methode angewendet zu haben. In Hamburg hatte sie ebenfalls vermeintlich Landesrekord erzielt und sich sogar für die WM 2007 qualifiziert, wo sie 53. wurde. Einen Rekord hat Metzler-Mennenga übrigens ganz regulär aufgestellt: den über die Halbmarathon-Distanz im Rückwärtslaufen. Klingt skurril, ist aber wahr. So wie die hier erzählten Geschichten von Laufbetrügern.

Weitere spektakuläre Abkürzungen und Schummeleien

Kielder, England (2011)

Rob Sloan belegte beim Marathon im englischen Kielder Platz 3. Nur: Kein Mitläufer hatte ihn auf den letzten 10 km gesehen, Kein Wunder: Er war etwa bei km 32 in einen Bus gestiegen, mit dem er bis kurz vors Ziel fuhr.

Singapur (2013)

Konditormeister Tam Chua Puh kam beim Singapur-Marathon in starken 2:45 Stunden ins Ziel, als erster Läufer des Stadtstaats. Tatsächlich war er nach sechs Kilometern verletzt ausgestiegen und dann ins Ziel gegangen. Er sagte, er habe nur Finisher-Shirt und -Medaille haben wollen. Wie übrigens schon bei anderen Läufen, wo er ebenfalls abgekürzt hatte.

Berlin (2014)

Peter S. gewann beim Berlin-Marathon die Klasse M75 in 3:30:14 Stunden, deutlich vor dem Zweiten. Fotos zeigten allerdings, dass mit der betreffenden Startnummer zwei Personen gelaufen waren – Vater und Sohn. Sie hatten unterwegs den per Klettband befestigten Chip mehrmals gewechselt.

St. Louis (2014)

Kendall Schler kam beim St.- Louis-Marathon als Erste ins Ziel, ließ sich strahlend mit Ex-Olympiasiegerin Jackie Joyner-Kersee fotografieren.

Aber: Sie hatte kein einzige Zwischenzeit, war wohl erst kurz vor dem Ziel auf die Strecke gesprungen.   

Ulm (2015)

Beim Einstein-Marathon in Ulm gewann Meike Rauer. Doch nach einigen Tagen war bewiesen, dass sie nicht die komplette Strecke absolviert hatte. Sie selbst behauptete, unbeabsichtigt aufgrund undurchsichtiger Streckenführung falsch gelaufen zu sein.

©Saucony_RideISO2c

Ride ISO²: Vielfältige Dynamik

Der Ride gehört zu den beliebtesten Laufschuhen der Marke Saucony. Ein Blick unter die Haube zeigt: Mit dem neuen Update Ride ISO² wurden entscheidende Details des Laufschuhs verbessert.

Text: Ralf Kerkeling

Wäre der Saucony Ride ISO² in der normalen Numerologie weitergelaufen, dann würde er jetzt auf den Namen Ride 12 hören. Mit dem Update im letzten Sommer und dem neuen Isofit-Obermaterial, wurde ein neuer Name fällig, quasi die neue Nummer eins. Nun also die Fortsetzung einer Erfolgsgeschichte. Beim Ride handelt es sich um den beliebtesten Schuh in der Historie des US-Herstellers. Das Update des Jahres 2019 setzt das fort, was im letzten Jahr begonnen wurde. Details wurden verbessert, um dem Schuh eine noch bessere Performance zu ermöglichen. So wurde das Isofit-System mit 3D-Print Elementen verstärkt, um dem Fuß einen noch besseren Halt zu ermöglichen. Auch die Zehenbox wurde mit einem edlen Material verbessert: Jacquard Knit, bekannt für seine Strapazierfähigkeit, schützt nun diesen sensiblen Bereich.

Komfort plus Dynamik

Wie sieht es mit der Dämpfung aus? Hier wurde Kombination aus der leistungsfähigen PWR-Foam-Zwischensohle und der Everun-Topsole verbaut. Beides sorgt für eine sehr dynamische Dämpfung. Überhaupt steht das Thema Dynamik beim neuen Ride-Laufschuh im Vordergrund. Um zusätzlichen Komfort zu gewähren, wurde die Mittelsohle um einen Millimeter erhöht. Die Außensohle wurde um einen Millimeter reduziert. Dies macht den Schuh deutlich dynamischer. Neben den Top-Technologien Everun und Isofit, ist der Ride ISO² mit der neuen Formfit-Technologie ausgestattet. Durch minimale Anpassungen in der Zwischensohle, ermöglicht Formfit ein natürlicheres und anpassungsfähigeres Tragegefühl. Dadurch wird eine Vielfalt an Fußformen und Belastungsmustern unterstützt, für eine noch angenehmere Passform gesorgt.

Zu guter Letzt bleibt noch ein Blick auf die Außensohle, die wichtigste Schnittstelle zwischen Boden und Läufer. Die XT 900 Tri-Flex-Außensohle hat nunmehr eine neue, sinnvolle Ergänzung erhalten: Crystal Rubber sorgt im Vorfußbereich für Standfestigkeit bei den Trainingsläufen, ohne dass der Schuh dabei an Flexibilität einbüßt.

Laufgefühl

Der Ride überzeugt mit einem direkten und zugleich dynamischen Laufgefühl. Mit kleinen Änderungen schafft Saucony es, den neuen Ride ISO² noch besser zu machen. Ein griffiger Trainingsschuh mit ausgeprägten Komforteigenschaften.

Fakten zum Ride ISO²

Der Ride ISO² wird ab Mai 2019 im Handel erhältlich sein. Nachfolgend haben wir die Highlights des Schuhs aufbereitet:

  • 8mm Sprengung (27mm Ferse/ 19mm Vorfuß)
  • EVERUN Topsole
  • PWRFOAM- Zwischensohle mit FORMFIT
  • ISOFIT-System für dynamische Passform
  • Engineered-Mesh-Obermaterial verstärkt durch Jaquard Knit in der Zehenbox
  • Verstärkte Fersenkappe durch gewebtes Obermaterial
  • TRI-FLEX-Außensohle – XT 900 und Crystal-Rubber im Vorfuß

 

Farbwege: Teal / Black; Citron / Teal; Black / Blue (M), Purple; Peach; Black / Gold (W)

Metal Quake (M); Ice Quake (W)

Größen: Herren US 7-13, 14, 15; Damen US 5-12

Gewicht: Herren 278g (US 9); Damen 249g (US 8)

Preis: 140,00 Euro

 

 

Christoffer Sjostrom

Die nächste Generation des legendären Salomon Trailrunningschuhs – Speedcross 5

Der Speedcross 5 gehört zu den legendärsten Trailschuhen. Zahlreiche Trailläufer dieses Planeten schwören seit Jahren auf Grip und Passform des Profilschuhs. Kann ein solcher Schuh noch besser gemacht werden? Ja, dachten sich die Designer von Salomon und überarbeiteten das Konzept dieses Schuhs grundsätzlich. Herausgekommen ist ein runderneuerter Trail-Laufschuh mit spannenden Details.

Eckdaten des neuen Speedcross 5:

GRIP
Die Sohle des Speedcross 5 verfügt über breiter ausgelegte Stollen mit größeren Zwischenräumen und eine überarbeitete Geometrie, welche bei allen Oberflächenbedingungen einen besseren Halt beim Abstoßen und Bremsen bietet.

PASSFORM
Beim Speedcross 5 kommt ein komplett verschweißtes Obermaterial mit abgetrennter Sensifit™-Konstruktion zum Einsatz. So kann der Schuh der Fußbewegung besser folgen und hohen Tragekomfort gewährleisten.

STABILITÄT
Der Fersenbereich des Speedcross 5 passt sich deinem Fuß optimal an, um ein sicheres Auftreten und Stabilität zu gewährleisten.

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Trailrunning-Abenteuer in Uganda zu gewinnen

Du möchtest eine einzigartige, exotische Reise erleben und dabei neue Trails entdecken, die dir ein Leben lang in Erinnerung bleiben werden? Dann nimm jetzt teil und lass dich von Salomon und Tourism Uganda auf ein einmaliges Trail Abenteuer im Gesamtwert von 5.000€ schicken. Einfach die untenstehende Registrierung ausfüllen, absenden und mit ein wenig Glück sicherst du dir 9 aufregende Tage in Uganda für zwei Personen plus den neuen SPEEDCROSS 5!

 

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Innovative Laufschuhe

LAUFSCHUHE – HIGHTECH FÜR DIE FÜSSE

In jedem Jahr kommen neue Laufschuhe auf den Markt. Sie sind das A und O für des Läufers Füße. Die Modelle werden leichter, höher und stabiler– die Auswahl ist schier unendlich groß. Doch was in aller Regel bleibt, ist der Grundaufbau eines Schuhs. Wie sieht es also „unter der Haube“ aus?

aktivLaufen erklärt die grundlegendsten Technikkonzepte. Ein moderner Laufschuh muss viele Ansprüche erfüllen. Er muss funktional und bequem sein, Fehlhaltungen kompensieren, festen Halt geben und die Landung abdämpfen. Damit ein Schuh alle Ansprüche erfüllen kann, muss in ihm jede Menge Know-how verbaut werden. Auch wenn es unzählige Modelle für verschiedene Läufer, Untergründe und Einsatzgebiete gibt, ist der grundlegende Aufbau der Schuhe immer gleich.

DAS MATERIAL

Zunächst fällt einem das Obermaterial oder auch der Schaft des Laufschuhs ins Auge. In den letzten Jahren hat sich hier in modischer Hinsicht einiges getan, und Laufschuhe werden auch von vielen als normale Straßenschuhe getragen. Allerdings sieht das Obermaterial nicht nur gut aus, es erfüllt auch verschiedene Funktionen. Zum einen gibt es dem Fuß festen Halt, es führt ihn und schützt ihn vor dem Umknicken. Zudem ist das synthetische Material bei den aktuellen Modellen atmungsaktiv und wasserabweisend. Die Zehenbox ist meist von einem festeren Material umgeben, damit der vordere Bereich des Fußes besser geschützt ist. Auch an der Zunge ist häufig festeres Material angebracht, damit die Schnürung keine Druckstellen verursacht. Je nach Modell findet man an anderen wichtigen Punkten noch Verstärkungen, die dem Fuß an entscheidenden Stellen zusätzlichen Halt und Führung geben sollen.

Der sogenannte Knöchelkragen ist extra gepolstert, um Reibung zu verhindern, und damit die Ferse nicht aus dem Schuh schlüpft. Einige Trailrunningschuhe haben am Knöchelkragen eine zusätzliche Membran, die höher hinauf reicht als bei normalen Laufschuhen, damit kein Schmutz in den Schuh gelangen kann. Hinten im Schuh ist eine zusätzliche Fersenschale verbaut, die sowohl bei der Passform als auch bei der Fußführung eine entscheidende Rolle spielt. Die Schale selbst besteht meistens aus stabilerem Material wie PVC oder Nylon, umschließt die Ferse und gibt ihr so einen festen Halt. Eine hochwertige Schale ist oft der Grund, warum bessere Schuhe auch teurer sind. Bei Schuhen, die dem Läufer eine besonders hohe Stabilität geben sollen, sind oft noch zusätzliche schützende und stabilisierende Schalen an der Außenseite des Schuhs angebracht.

DAS HERZ DES SCHUHS

Schlüpft man in den Schuh, tritt man zunächst auf die Einlegesohle. Sie soll die Passform verbessern und den Kontakt zwischen Fuß und Zwischensohle herstellen, ohne dabei zu verrutschen. Dabei schont sie die im Schuh fest verbaute Zwischensohle und kann ausgetauscht werden, wenn sie verschlissen ist. Läufer mit Fehlstellungen im Fuß können die werksseitige Einlegesohle gegen eine orthopädische Einlage austauschen. Bei aktuellen ultraleichten Schuhen wird auf die Einlegesohle weitgehend verzichtet. Die Zwischensohle wird oft auch als Herz des Laufschuhs bezeichnet und besteht aus mehreren Schichten. Die Sohle ist die eigentliche Auflagefläche für den Fuß und bestimmt 64 entscheidend das Abrollverhalten.

Aktuelle Sohlen sind meist aus Ethylenvinylacetat (EVA) geschäumt. Hier sind kleine Luftbläschen eingelassen, um das Gewicht zu verringern. Dadurch bietet die Zwischensohle auch ein gewisses Maß an Dämpfung. EVA kann in verschiedenen Dichtungsgraden geschäumt werden. So bekommen die Schuhe verschiedene Härtegrade. Modelle für schwerere Läufer haben eine stabilere Zwischensohle aus Polyurethan (PU). Im Mittelfußbereich werden unter der Zwischensohle oft Torsionselemente verbaut, damit die natürliche Verdrehungsfähigkeit (Torsion) des Fußes erhalten bleibt. Optional werden bei einigen Modellen auf der Innenseite der Sohle Pronationsstützen aus festerem Material verwendet. Diese sollen verhindern, dass der Fuß beim Abrollen zu weit nach innen knickt. Bei Neutralschuhen verzichtet man auf diese Stützen.

BODENKONTAKT

Je nach Modell sind verschiedene Dämpfungssysteme in der Zwischensohle eingebaut. Diese sollen den Aufprall abmindern, damit die Gelenke nicht zu sehr belastet werden. Gedämpft wird mit Luft, Gel oder Gas, mit Kissen oder zusätzlichen Schichten in der Zwischensohle. Die Systeme sind vor allem in der Ferse, teilweise auch im Vorfußbereich enthalten. Allerdings sind Dämpfungen momentan in der Diskussion, da sie das natürliche Laufverhalten stören können. Zudem lässt die Dämpfung nach einer gewissen Kilometeranzahl nach und der Schuh sollte ausgetauscht werden. Ein gestörtes Dämpfungssystem kann den Fuß aus seiner Balance bringen. Daraus können Fehlhaltungen resultieren, die Beschwerden verursachen.

Für festen Halt ist vor allem die Außensohle verantwortlich. Natürlich schützt sie den Läufer auch vor Steinen, Schmutz und Glasscherben. Je nach Einsatzgebiet unterscheidet sich das Profil enorm. Einfache Trainingsschuhe haben eine wenig profilierte Sohle. Je schwieriger das Gelände und je rutschiger der Untergrund wird, desto mehr Profil muss die Außensohle haben. Sie besteht normalerweise aus Hartgummi und Karbongummi, wobei die Bereiche, auf denen man landet, mit Karbongummi verstärkt sind, um eine schnelle Abnutzung zu verhindern. Je nach Einsatzgebiet haben die Außensohlen sogenannte Flexkerben, die die Flexibilität im Vorfuß verbessern und dem Schuh das vom Entwickler gewünschte Abrollverhalten ermöglichen.

UND WER MACHT’S SAUBER?

Dank moderner Technologie und hochwertigen Materialien ist ein Laufschuh sozusagen zum Formel- 1-Wagen für die Füße geworden. Wie ein Hightech-Auto benötigt auch der Hightech-Treter eine besondere Pflege. Sind die Laufschuhe nach dem Training nass und dreckig, sollten sie natürlich auch geputzt werden. Zum einen bringt man keinen Dreck in die Wohnung, zum anderen leidet das Material und die Form, wenn man die Schuhe schmutzig und nass in die nächste Ecke wirft. Früher konnte man seine Sportschuhe fast bedenkenlos in die Waschmaschine werfen. Davon raten wir heute aber dringend ab.

Zum einen greifen die Tenside im Waschmittel den Kleber an, der die verschiedenen Schichten im Schuh zusammen hält. Zum anderen leidet das Obermaterial auch bei geringen Umdrehungen der Trommel. Wer nicht möchte, dass das Material vor seiner Zeit auseinanderfällt, sollte die Laufschuhe unbedingt von Hand waschen. Wie man die Treter am besten reinigt, hängt natürlich auch davon ab, wie verschmutzt sie sind. In jedem Fall ist es besser, sie direkt zu säubern, bevor der Dreck getrocknet ist. Denn außer Schmutz setzen sich auch Pilze und Bakterien an der Oberfläche des Materials ab, die den Alterungsprozess beschleunigen und deshalb besser schnell entfernt werden sollten. Bevor Sie den groben Dreck abwaschen, sollten Sie Schnürsenkel und Einlegesohle entfernen. Diese sollten separat gewaschen werden.

VORSICHT BEI REINIGUNGSMITTELN

Nun kommen die Schuhe dran. Für die Reinigung reichen lauwarmes Wasser und eine weiche Bürste bzw. ein Schwamm vollkommen aus. Reinigungsmittel schaden dem Kleber und dem Gewebe. Spülen Sie groben Schmutz unter fließendem Wasser ab, helfen Sie hier mit Schwamm und Bürste und weichen, kreisenden Bewegungen nach, wenn sich der Dreck nicht von alleine löst. Reiben Sie auf keinen Fall zu stark, da sonst das Gewebe durchgescheuert und Schmutz hineingedrückt wird. Leichte Verschmutzungen werden mit einem feuchten Tuch entfernt. Anschließend trocknen Sie die Schuhe. Das geht gut mit Zeitungspapier, das in die Schuhe gestopft wird. Eventuell müssen Sie das nasse Zeitungspapier ein- oder zweimal austauschen.

Ein anderer Tipp ist, nicht klumpende Katzenstreu in eine Socke zu geben und diese dann in die Schuhe zu stecken. Die Streu saugt Feuchtigkeit auf und wirkt zudem antibakteriell. Das verhindert die Entstehung von Schweißgeruch. Lassen Sie die Laufschuhe auf jeden Fall von alleine trocknen und helfen Sie nicht nach, indem Sie etwa Ihre Schuhe in die Sonne oder an die Heizung stellen oder Sie mit einem Föhn trocknen. Das geht zwar schneller, aber das Material leidet extrem. Ist der Schuh komplett durchweicht, kann es zwei bis vier Tage dauern, bis er trocken ist. In diesem Fall sollten Sie warten und lieber mit einem anderen Paar laufen gehen. Um Schweißgeruch zu vermeiden, können Sie ein Schuhdeo verwenden. Das vertreibt Bakterien, die für den unangenehmen Geruch verantwortlich sind.

LAUFSCHUHE RICHTIG SÄUBERN

1. Einlegesohle und Schnürsenkel entfernen

2. Groben Dreck unter fließendem Wasser abspülen

3. Feinen Schmutz mit Schwamm oder weicher Bürste abwaschen

4. Schuhe zum Trocknen bei Zimmertemperatur aufstellen

5. Mit Zeitungspapier ausstopfen, dieses gegebenenfalls wechseln

6. Warten, bis die Schuhe ganz trocken sind

7. Bei starkem Geruch Schuhdeo verwenden 8. Schuhe anziehen, erneut loslaufen

Young woman lifting kettlebell in gym

Kettlebell-Training: Intensive Muskelpower

Für Läufer ist Krafttraining oft ein Kraftakt und wird deshalb gerne vernachlässigt – zu zeitaufwendig und unbeliebt sind die Übungen. Kettlebell-Workouts hingegen sind kurz und knackig – der Effekt ist immens.

Läufer wollen laufen, auch gerne lange, um den Körper fit zu halten und sich auszupowern. Wozu also noch Krafttraining? Spätestens beim Training für einen längeren Lauf, Halbmarathon oder Marathon wird einem klar, warum die Experten immer von „Stabi-Übungen“ und ähnlichem sprechen. Der Körper, insbesondere der Rumpf, macht sich bemerkbar, schludert der Ausdauerathlet bei den zusätzlichen Übungen für die Stabilität des Rumpfes und des Bewegungsapparates. Der Rücken schmerzt, die Hüfte wirkt unbeweglicher, der gesamte Bewegungsapparat ist überlastet, die Muskeln melden sich. Abhilfe schafft während einer intensiven Trainingsphase, gerade vor einem Marathon, gezieltes Krafttraining.

Und hier kommen in dieser Ausgabe von aktiv Laufen die Kettlebells ins Spiel. Viele der Übungen mit den „Kessel“- Gewichten beanspruchen sämtliche Muskelpartien des Körpers und ergänzen somit einige der bekannten „Platzhirsche“ Liegestütz oder Klimmzug. Dabei wird vor allem die Rumpfvorder- und Rückseite beansprucht und bringt somit für Ausdauersportler die nötige Stabilität. Ein weiterer Vorteil: Mit nur 15 Minuten intensivem Workout hat man alle wichtigen Muskelgruppen trainiert.

Kettlebell-Training ist äußerst effektiv und macht den ganzen Körper extrem fit. Im Gegensatz zum Training an Geräten und Maschinen werden die Muskeln nicht isoliert trainiert, sondern integriert beansprucht. Die mehrgelenkigen Übungen aktivieren stets viele Muskelgruppen und -schlingen gleichzeitig, wobei vor allem die wichtigen kleinen Stabilisationsmuskeln gestärkt werden. Nahezu jede Übung stellt eine Ganzkörperübung dar und fördert somit das funktionelle Zusammenspiel verschiedener Muskeln über mehrere Gelenke hinweg. Die Ergebnisse äußern sich in einer besseren Beweglichkeit sowie einer besseren Kraftübertragung.

Kräftiges Herz und außergewöhnliche Ausdauer

Kettlebells bieten sich aufgrund ihrer Form vor allem für ballistisches Training oder Schwungübungen an. Ketllebelltraining ist weltweit bekannt für seinen enormen Effekt auf die Leistungsentwicklung des Herz-Kreislauf-Systems. In diesem Abschnitt erkläre ich Ihnen deshalb, wie Sie ein gezieltes Ausdauertraining mit Kettlebells beginnen können. Das Herz ist der geborene Ausdauermuskel. Im Gegensatz zur Skelettmuskulatur ist es ununterbrochen aktiv. Deshalb stellen die Mitochondrien (Kraftwerke des Körpers) bis zu 30 Prozent des Gesamtzellvolumens des Herzens.

Beim Skelettmuskel sind es je nach Ausdauertrainingszustand nur fünf bis zehn Prozent. Wenn Sie ein sehr kräftiges Herz und eine bessere Körperzusammensetzung (mehr Muskel- und weniger Fettmasse) haben wollen, sollten Sie nicht versuchen, die Dauer Ihres Ausdauertrainings zu verlängern, sobald Sie leistungsfähiger werden. Im Gegenteil: Sie sollten das Herz dazu bringen, in kurzer Zeit eine größere Blutmenge schneller zu den Muskeln zu befördern. Wenn Sie leistungsfähiger, also ausdauernder werden, sollten Sie demnach eher die Dauer des Trainings verkürzen, aber dafür die Intensität der Belastung erhöhen. Verglichen mit Laufen oder Radfahren schaffen Sie somit die gleiche Strecke in kürzerer Zeit. Voraussetzung ist natürlich, dass Sie sich vorher eine gewisse Grundlagenausdauer beziehungsweise Grundlagenfitness aufgebaut haben.

Von Kraftprotzen und starken Männern

Der Ausdruck „Kettlebell“ stammt aus dem Englischen und bezeichnet – einfach ausgedrückt – Eisenkugeln mit einem Handgriff. Früher nannte man die Kettlebells im Deutschen auch Rundgewichte oder Kugelhanteln. Im Russischen heißen sie Giri, in der Einzahl Girya. Die spezielle Form der Kettlebell erlaubt eine Vielzahl von Übungen, die den ganzen Körper trainieren, und zwar in den Bereichen Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit und Beweglichkeit. Kettlebells werden in unterschiedlichen Größen und Gewichtsklassen zwischen vier und 64 Kilogramm angeboten – vereinzelt auch mehr. Die Gewichtsabstufung in 4-Kilogramm-Schritten leitet sich von der russischen Gewichtseinheit „Pud“ ab. Ein Pud entspricht 16 Kilogramm.

Die Ursprünge des Kettlebelltrainings sind nicht genau bekannt. Mit Kugelhanteln beziehungsweise ähnlichen Gewichten wurde wahrscheinlich schon in China vor circa 5.500 bis 6.000 Jahren trainiert. Bekannt ist, dass sie um 1700 herum von Griechenland ausgehend nach Russland gekommen sind, wo sie zunächst zum Wiegen von Getreide und anderen Gütern verwendet wurden. Am Ende des Markttages begannen die Bauern, die Eisenkugeln zu schwingen und zu heben, um ihre Kraft zu demonstrieren, und fanden dabei schnell heraus, dass sich das auch positiv auf die Gesundheit auswirkte.

Weiterhin führten russische Kraftsportler verschiedene Übungen bei Veranstaltungen und Zirkusvorstellungen vor. Später wurde das Kettlebelltraining in das militärische Training integriert. Im Militär trainieren sämtliche Einheiten und Spezialeinheiten, wie zum Beispiel die Speznas, damit. Aufgrund der enormen Effektivität ist es dort seit Jahrzehnten eine der Standardtrainingsmethoden. In der Nationalen Volksarmee (NVA) der ehemaligen DDR wurden Kugelhanteln ebenfalls im Training der Soldaten eingesetzt. Auch Athleten, die sich für die schottischen Highland Games fit machen, schätzen schon lange die Vorteile von Kettlebells: Das Training ist kurz und sehr intensiv.

 

Text: Til Sukopp, aus aktivLaufen 6/18