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Die Top 5 Energie-Pakete für Läuferbeine

Ganz egal, ob man Wettkämpfe laufen, Gewicht verlieren oder gar an Gewicht zulegen will – ohne die richtige Ernährung ist es unmöglich, die perfekte Grundlage für seine Ziele zu setzen. Laufcoach und Bloggerin Sabrina Wieser hat für Sie ihre Top-Nahrungsmittel zusammengestellt.

Ich habe vor knapp vier Jahren mit meinem Umzug nach New York City meine Ernährung komplett umgestellt und für mich selbst, teilweise auf schmerzhafte Weise, gelernt, dass 80 Prozent des Erfolgs im Bereich Laufsport und Fitness in der Ernährung liegen und „nur“ 20 Prozent im Training. Kurz gesagt: Du bist, was du isst, und dein Lauferfolg hängt ganz stark davon ab. Entgegen allen Klischees fiel es mir in der Stadt der unbegrenzten Möglichkeiten unglaublich leicht, mich gesund und ausgewogen zu ernähren.

Wir New Yorker leben gesünder, als man denkt, und ich habe selten so eine starke Lauf-Community erlebt. Da ist die Motivation gleich dreimal so hoch. Mit der Umstellung auf die gesunde Ernährung kamen dann auch die ersten Erfolge als Läuferin. Es stimmt also nicht, dass amerikanisches Essen dick macht. Man muss nur wissen, was auf die Ernährungsliste eines Läufers gehört und was eben nicht. Mit ein wenig Selbstdisziplin ist dies auch in einer Stadt wie New York, wo man sich theoretisch durch 24.000 verschiedene Restaurant probieren könnte, alles machbar.

Energietanks richtig und effizient füllen

Für den Läufer ist es wichtig, die Energietanks richtig und effizient zu füllen. Um uns Läufer mit Energie zu versorgen, stehen uns drei verschiedene Energielieferanten zur Verfügung: Was für das Auto der Dieseltreibstoff ist, sind für uns die Fette. Sie sind günstig in großen Mengen zu bekommen und machen uns nicht unbedingt schneller, aber ausdauernder. Soll es jedoch mal schneller und flott auf kurzen Strecken vorangehen, greifen wir auf Supertreibstoff zurück: Einfache und schnelle Energie für den regelmäßigen Laufeinsatz liefern uns die Kohlenhydrate. Und unseren Reservetank bilden die Eiweiße. Sie sind die wohl aufwendigste Form der Energiegewinnung für unseren Körper, welche wir auch am teuersten bezahlen.

Als ich mit dem Laufen begonnen habe, waren mir all diese Faktoren, die mit in das Training hineinfließen, nicht bewusst. Erst mit einer kompletten Umstellung meines Lebensstils in Bezug auf meine Ernährung und Grundeinstellung zu vielen Nahrungsmitteln kamen die ersten richtigen Erfolge, weniger Verletzungen und mehr Genuss am Training, da ich – egal, welcher Treibstoff gerade abverlangt wurde – ohne Probleme in der Lage war, diesen abzurufen. Die Ernährung eines Ausdauersportlers sollte daher stets einen hohen Anteil an langkettigen, sogenannten komplexen Kohlenhydraten sowie weniger Ein- und Zweifachzucker (Süßigkeiten zum Beispiel) enthalten.

Vollwertige Ernährung muss nicht langweilig oder kompliziert sein

Eiweiße sind essenziell für die Regeneration und den Aufbau der Körpersubstanz, und das im Körper gespeicherte Fett wird ebenfalls als Energiequelle genutzt. Ein gut trainierter Fettstoffwechsel schont übrigens sogar die Kohlenhydrat reserven. Alles zusammen sollte eine gute und abwechslungsreiche Mischung ergeben, die nicht nur etwas mit Vitaminen und Kalorien zu tun hat, sondern auch mit Genuss. Vollwertige Ernährung muss nicht langweilig oder kompliziert sein. Ich habe, egal, wo ich bin, mein Essen dabei – vom Frühstück bis zum Abendessen, wenn der Tag im Büro mal lang werden sollte. Ich achte zudem sehr auf den Sodium-Gehalt in meinem Essen, weshalb ich auch 95 Prozent meines Essens selbst zubereite und mitnehme, egal, wohin ich gehe. Gerade in einer schnelllebigen und stressigen Stadt wie New York sind die Verführungen von ungesundem Essen groß. Da bin ich lieber vorbereitet.

Sabrina Mockenhaupt, eine meiner Lieblingsläuferinnen in Deutschland, von ihren Fans auch liebevoll „Mocki“ genannt, ist eine der erfolgreichsten Langstreckenläuferinnen in unserem Land. Sie beschreibt die optimale Ernährung für Läufer so: „Für maximale Leistung beim Lauf sind gute Kohlenhydrate wie Vollkornnudeln oder Kartoffeln für mich unverzichtbar. Ansonsten versuche ich, mich vollwertig und nährstoffreich zu ernähren, rauche nicht und verzichte so weit wie möglich auf Alkohol. Etwa zwei Stunden vor dem Training esse ich lieber nichts mehr.

Im Wettkampf braucht man jedes Quäntchen Energie, um die Muskeln zu versorgen, da wäre es fatal, wenn der Magen dagegenarbeiten würde. Viel Trinken vor, beim und nach dem Lauf versteht sich von selbst.“ Als Läuferin und Trainerin habe ich über die Zeit auch einige Erfahrungen gesammelt, welche Lebensmittel auf jeden Fall in jede Küche eines Ausdauersportlers gehören und essenziell für einen guten Trainingserfolg sind – natürlich primär bestehend aus meinem eigenen Geschmack, Experimenten vor Wettkämpfen und Feedback von meinen Kunden.

Dies sind meine Top Five:

1.Haferflocken / Overnight Oats

Seit fast nun vier Jahren esse ich jeden Morgen meine 60 bis 100 Gramm Haferflocken, dazu einen Löffel Eiweißpulver mit frischen Beeren als Topping. Selbst auf Reisen habe ich immer eine Packung Haferflocken dabei, damit ich auf dieses Fundament meiner Energie für den Tag nicht verzichten muss. Ich mische es mit heißem Wasser, lasse es ein wenig ziehen und lege dann die Beeren auf das warme Oatmeal. Ein Genuss, auf den ich nicht mehr verzichten kann. Ich laufe meistens morgens nüchtern, das heißt, dass diese Mahlzeit direkt nach dem Lauf gegessen wird, um die Tanks wieder aufzufüllen. Der Körper ist in der ersten Stunde nach einem langen und intensiven Training besonders bereit und fähig, die Depots wieder aufzufüllen. Warum Haferflocken und keine Brötchen? Haferflocken aus Vollkorn machen lange satt, Haferflocken liefern viel Energie, sind reich an ungesättigten Fetten und Magnesium und haben reichlich Ballaststoffe.

2. Eiweißbombe Eier / Eiklar

Wie eingangs erwähnt, ist die Zufuhr von Eiweißen essenziell für die Regeneration unserer Muskeln und den Aufbau unserer Körpersubstanz. Dieses Puzzleteil fehlte mir früher ganz besonders in meiner Ernährung. Das hat oft dazu geführt, dass ich nicht ausreichend regenerieren konnte, mich verletzte und keine Steigerung in meinem Lauferfolg verzeichnen konnte. Ich nehme 2 Gramm Eiweiß (vor Wettkämpfen manchmal sogar 2,5 Gramm Eiweiß) pro Kilogramm Körpergewicht zu mir. Dies muss nicht immer nur aus Hähnchenfleisch oder anderen Fleischsorten kommen. Eine herausragende Eiweißquelle sind Eier, oder besser gesagt, das Eiklar. Vom Eigelb getrenntes Eiklar ist eine reine Proteinquelle mit 11,1 Gramm Eiweiß pro 100 Gramm. Meist mische ich noch ein ganzes Ei inklusive Eigelb hinzu, und fertig ist das perfekte Eiweißgericht.

3. Superfood Avocado

Die birnenförmigen Butterfrüchte gehören einfach in jede Läuferküche. Egal, ob auf dem Salat, als Beilage zu Fisch oder Fleisch oder aufs Vollkornbrot: Avocados sind als das Superfood schlechthin bekannt. Viele Läufer meiden sie jedoch. Für mich ist das ein beklagenswerter Trugschluss, da sie, obwohl sie einen extrem hohen Fettgehalt haben, zu 80 Prozent aus einfach oder mehrfach ungesättigten gesunden Fetten bestehen. Außerdem liefern sie wichtige Nährstoffe wie Vitamin A und C, B-Vitamine sowie mehr als ein Dutzend Mineralstoffe, darunter Kalzium, Kalium, Eisen und Phosphor.

4. Mandeln als Snack für zwischendurch

Reich an Vitamin E und ein idealer Snack für zwischendurch sind (ungesalzene!) Mandeln. Eine Handvoll pro Tag (nicht mehr! Achtung, Kalorienbombe!) stehen bei mir immer auf dem Speiseplan und verhindern so auch oftmals die ein oder andere Sehnsucht nach einem Stück Schokolade. Mandeln sind lecker, gesund und gehören in den Vorratsschrank eines jeden  Ausdauersportlers.

 

5. Lachs: der beste tierische Eiweißlieferant

Ich liebe Lachs und würde ihn am liebsten täglich essen. Der Lachs ist einer der besten tierischen Eiweißlieferanten und enthält wertvolle Omega-3-Fettsäuren. Obwohl Lachs sehr viel Fett enthält, setzt sich dieses nicht so leicht als ungesundes Fettpolster im menschlichen Körper ab. Daneben enthält Lachs die Vitamine A, B1, B 6, B 12 und D sowie Mineralstoffe wie Zink und Selen.