Kleine Prise, große Wirkung

In Gewürzen steckt mehr, als man gemeinhin annimmt. Ätherische Öle prägen Duft und Geschmack, dazu kommen die gesundheitlichen Vorteile, die Gewürze und Kräuter mit sich bringen. Wir stellen fünf besonders gesunde vor.

Oft sind es nur winzige Mengen und doch beeinflussen sie Geruch und Geschmack eines Gerichtes entscheidend. Kräuter und Gewürze verwenden wir beim Kochen primär für das Aroma, was viele allerdings nicht wissen: Viele dieser Pflanzenteile, mit denen wir alltäglich unser Essen verfeinern, wirken sich wissenschaftlich nachgewiesen sehr positiv auf unseren Organismus aus. Nicht umsonst werden Kräuter und Gewürze als „Apotheke der Natur“ bezeichnet und seit Jahrhunderten als Heilmittel in der Medizin eingesetzt. So kann man sich im besten Falle doppelt darüber freuen, seine Mahlzeit mit den meist in kleinen Döschen aufbewahrten Würzmitteln anzureichern. Doch nicht jedes Gewürz ist automatisch gesund, nicht jedes Kraut tut unserem Körper gut. Wir stellen fünf extrem gesunde Vertreter vor.

1) Kurkuma – Vielseitiger Exot

Bekannt ist Kurkuma vor allem als Bestandteil vieler Currymischungen: Die gesunde Wurzel aus der asiatischen Küche sorgt für die intensive gelbe Farbe. Doch Kurkuma kann weit mehr, als ihrem Essen eine schöne optische Note zu geben. Der würzig und leicht bitter schmeckende Exot im Gewürzregal besticht nicht nur durch seine Farbe, sondern auch durch seinen herrlichen Geschmack und seine Vielseitigkeit. Kurkuma enthält bis zu fünf Prozent ätherische Öle, die sich positiv auf Verdauungsprobleme auswirken. Darüber hinaus enthält das Gewürz Zellenschützende Antioxidantien, bekämpft somit freie Radikale und fördert die DNA-Regeneration. Nachgewiesen ist außerdem die blutfettwertsenkende sowie die entzündungshemmende Wirkung von Kurkuma, das bei vielen chronischen Erkrankungen zur Linderung eingesetzt wird.

2) Ingwer – Scharfstoffe gegen Übelkeit

Ingwer erfreut sich seit Jahren auch hierzulande großer Beliebtheit, weshalb die frischen Knollen aus keinem Supermarkt wegzudenken sind. Das liegt wohl in erster Linie am fruchtig scharfen Geschmack, der nicht nur als Tee, sondern auch in vielen Speisen besonders lecker schmeckt. Wer allerdings den Geschmack schätzt, wird auch die positive Wirkung nicht verachten. Das Gewürz enthält gesunde ätherische Öle, Gingerol, Harz und Harzsäuren. Die Wurzel weißt zudem viel Vitamin C auf und enthält darüber hinaus Magnesium, Eisen, Kalzium, Kalium, Natrium und Phosphor. Das Rhizom wirkt antibakteriell und kann somit zu einer gesunden Darmflora beitragen. Ingwer hemmt die Vermehrung von Viren, beugt Übelkeit und Erbrechen vor und regt Durchblutung und Kreislauf an. Aufgrund seiner antiviralen Eigenschaften ist Ingwer bei grippalen Infekten oder Halsschmerzen das perfekte Hausmittel.

3) Pfefferminze – Krampflösender Klassiker

Die Heilkraft der meisten Kräuter und Gewürze steckt in den ätherischen Ölen, das gilt auch für die besonders duftende Pfefferminze. Minze enthält eine Menge des ätherischen Öls Menthol, das aufgrund seiner Bitter- und Gerbstoffe krampflösend, beruhigend und schmerzlindernd wirkt. Das grüne Kraut wirkt anregend auf Gallenfluss und Gallensaftproduktion, antimikrobiell und antiviral. Daher wird sie bei Gallenbeschwerden und einem „verdorbenem Magen“ mit Erfolg eingesetzt. Auch der wohl jedem geläufige Minztee kann bei Übelkeit oder Magenbeschwerden Abhilfe schaffen. Allerdings sollte der Konsum nicht drei Tassen am Tag überschreiten, da das Menthol sonst angegriffene Magenschleimhäute zusätzlich reizen kann.

4) Rosmarin – Heilkraut vom Mittelmeer

Rosmarin ist in erster Linie als Gewürz bekannt, dass zu Fleisch und Fisch passt oder der Verfeinerung von Kartoffeln dient. Doch auch als Heilkraut taugt die aromatische Pflanze, die im zentralen und westlichen Mittelmeerraum von Portugal bis zum Schwarzen Meer wächst, eine ganze Menge. Ätherisches Rosmarinöl, Gerbstoffe, Bitterstoffe, Flavonoide, Salicylat, Saponine – die Wirkstoffe der Rosmarinblätter können als Tee, als Rosmarinextrakt in Salben und Cremes oder in Form von Rosmarinextrakt in Tabletten oder Kapseln ihre durchblutungsfördernde und erwärmende Wirkung entfalten. Wer Zubereitungen des ätherischen Öls in die Haut einmassiert, kann verspannte Muskeln etwas lockern. Das hilft vorübergehend bei Beschwerden wie Muskelkater und Rückenschmerzen. Innerlich angewendet fördert er die Verdauung. Zudem wird Rosmarin eine kräftigende und anregende Wirkung auf die Psyche nachgesagt.

5) Zimt – Unterschätztes Heilmittel

Bereits in der Antike galt Zimtrinde als heilsam, unter anderem bei Husten und Schnupfen. Mittlerweile weiß man, dass Zimt tatsächlich ein leistungsstarkes Antibakterium ist und somit ein gutes natürliches Mittel zur Linderung einer Magenverstimmung sein kann. Doch die antimikrobielle ist nicht die einzige positive Wirkung des Zimts. Er kann bei regelmäßiger Einnahme die Blutzuckerwerte und ausserdem den Cholesterinspiegel senken. Gleichzeitig kurbelt das Gewürz den Stoffwechsel an und ist reich an sekundären Pflanzenstoffen, so dass er zur Krebsprävention eingesetzt werden kann. Zimt stellt damit bei sehr vielen Beschwerden ein hervorragendes Nahrungsergänzungsmittel dar, das so manche Therapie begleiten und deren Wirkung verstärken kann.

Text: Peter Stroß